Nachrichten vom deutschen Eiskunstlauf-Fachverband (Quelle: DEU, Stand: 06.03.2026) Das DEU-Team bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2026 in Tallinn im Livestream Das Team der Deutschen Eislauf-Union (DEU) ist startklar für die Junioren-Weltmeisterschaften im Eiskunstlaufen 2026 in Tallinn (Estland; 4. bis 7. Februar 2026). Alle Wettbewerbe werden im kostenfreien Youtube-Livestream der International Skating Union (ISU) übertragen. (DEU, 06.03.2026, Pamela Lechner) Bei den am Mittwoch startenden Junioren-Weltmeisterschaften in Tallinn sind insgesamt 190 Läuferinnen und Läufer aus 43 Nationen am Start. Auf dieser großen Bühne haben die Junior*innen die Gelegenheit, sich mit den Besten der Welt ihrer Altersklasse zu messen und wertvolle Erfahrungen für ihre sportliche Zukunft zu sammeln. Für das deutsche Team am Start sind im Einzellaufen der dreimalige Junior-Grand-Prix-Medaillengewinner und Senioren-EM-Finalist Genrikh Gartung, Dreifach- Axel-Springer Leon Rojkov und die Deutsche Juniorenmeisterin Anna Gerke. Im Eistanzen vertreten Alexia Kruk / Jan Eisenhaber und Enikö Kobor / Zoard Kobor die deutschen Farben. Eiskunstlauf-Fans können die Wettbewerbe der Junioren-WM in Tallinn mit den Stars von morgen im Livestream auf dem ISU Youtube-Kanal verfolgen. Mehr zur Junioren-WM 2026 in Tallinn! DEU-Sportdirektor Jens ter Laak: "Wir haben Bronze gewonnen, nicht Gold verloren!" (DEU, 23.02.2026) Am Sonntag gingen die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand/Cortina mit der Abschlussfeier in Verona zu Ende. Größter Erfolg für die Deutsche Eislauf-Union war der Gewinn der Bronzemedaille im Paarlaufen durch Minerva Hase/Nikita Volodin. Eine Top Ten-Platzierung erreichte das zweite Paar Annika Hocke/Robert Kunkel. Das Einstanz-Finale verpassten Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan. DEU-Sportdirektor Jens ter Laak zieht im Interview ein Olympia-Fazit und blickt auf die anstehenden Weltmeisterschaften in Prag und den nächsten Olympiazyklus voraus. Jens ter Laak, wie fällt Ihr Fazit zum Abschneiden des DEU-Teams in Mailand aus? Jens ter Laak: Wir haben Bronze gewonnen, nicht Gold verloren! Nach acht Jahren die erste olympische Medaille ist bei lediglich zwei besetzten Disziplinen von fünf Medaillenentscheidungen eine gute Quote für die Deutsche Eislauf-Union und ein besonderer Erfolg für das noch junge Team „Miniki“ (Minerva und Nikita), die sich seit 2023 dem internationalen Wettbewerb stellen. Auch mit der Top Ten-Platzierung von Annika und Robert hat sich das Paarlaufen sehr gut präsentiert. Wir sind sehr stolz auf diese Leistungen. Im Eistanzen wurde das Finale nicht erreicht. Wie kam das? Jens ter Laak: In der zweiten Disziplin, bei der wir dabei waren, dem Eistanzen, können wir nicht zufrieden sein, da wir mit einem Einzug ins Kürfinale fest gerechnet haben. Hier ist es nicht gelaufen, wie gedacht. Auch Jennifer und Benjamin durften sich mehr ausrechnen. Ein Fehler reicht oftmals schon, um in diesem hochkarätigen Feld auszuscheiden. Wie haben sich die deutschen Eiskunstläufer*innen als Teil der deutschen Olympiamannschaft präsentiert? Jens ter Laak: Unser Sport ist von Ästhetik geprägt und lebt von Präsenz, daher wissen unsere Athletinnen und Athleten ganz gut, wie man sich richtig verkauft. Das lernen sie von klein auf. Wir haben die Sportler*innen zudem mit einem Medientraining vorbereitet. Auch im Kontakt mit Politikern oder Journalisten ist unser Team präsent. Welche Bedeutung hat der Medaillenerfolg von Minerva Hase/Nikita Volodin für den deutschen Eiskunstlauf? Jens ter Laak: Wir können zeigen, dass wir zumindest in einer Disziplin mit der absoluten Weltspitze konkurrieren und uns im internationalen Feld vorne behaupten können. Der Erfolg von Paaren ist nicht unbedingt der Herkunft geschuldet, sondern der richtigen Zusammenstellung. Ein Duo muss harmonieren, d.h. bspw. Größe, Kraft, Hebelwirkung und die Chemie müssen stimmen. Das ist uns bei Minerva und Nikita sichtbar gelungen. Auch wenn wir im Einzellaufen aktuell nicht vertreten sind, fallen Paarläufer und Eistänzer nicht vom Himmel. Bei der disziplinscharfen Förderbetrachtung unseres Staates muss genau dies Berücksichtigung finden. Ohne Einzellaufen keine Paare und Eistänzer. Die deutsche Presse hat nach dem Gewinn der Bronzemedaille von Minerva Hase/Nikita Volodin an vielen Stellen von einer Gold-Enttäuschung gesprochen. Ist so eine Berichterstattung respektvoll gegenüber den Sportlern und wie zufrieden sind Sie als Sportdirektor mit der Leistung? Jens ter Laak: Die Deutschen suchen gerne „das Haar in der Suppe“, das macht auch vor der Presse keinen Halt. Man will vom Drama lesen oder hören, offensichtlich Teil der DNA. Die Japaner sind die Kür ihres Lebens gelaufen, dies muss man neidlos anerkennen. Vielleicht wäre mit dem dreifachen Salchow von Minerva noch Silber drin gewesen, aber das ist Spekulation. Nach drei Jahren Zusammenarbeit Bronze, andere schaffen es ein ganzes Sportlerleben nicht. Der Respekt vor der sportlichen Leistung fehlt in Deutschland leider generell, auch bei der wirtschaftlichen Wertschätzung einer Medaille im Vergleich zu anderen Nationen. Die Sportart Eiskunstlaufen hat während der Olympischen Winterspiele für hohe Einschaltquoten gesorgt und war auch in den sozialen Medien omnipräsent. Welchen Platz in den Medien, insbesondere in TV und Livestreams, hätte die Sportart verdient? Jens ter Laak: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat vor vielen Jahren beschlossen, dass wir nicht interessant sind. Wir sind bei den Winterspielen das Premiumevent, was man an den märchenhaften Kartenpreisen besonders deutlich merkt. Die Einschaltquoten sprechen ebenfalls dafür. Es wäre angemessen, wenn sich die Sender im Eiskunstlaufen wieder breiter aufstellen und der Sportart einen höheren Stellenwert beimessen. Die DEU bietet in der Zusammenarbeit mit den Medien gerne ihre Expertise an. Nach den Spielen ist vor den Spielen. Ein neuer Olympiazyklus mit den Olympischen Winterspielen 2030 in den französischen Alpen am Horizont beginnt. Welche Weichen will die DEU stellen, um in vier Jahren wieder in allen Disziplinen und dem Team-Wettbewerb vertreten zu sein? Jens ter Laak: Wir müssen konstatieren, dass wir in den Einzeldisziplinen den Anschluss verloren und neu aufzubauen haben. Einige hoffnungsvolle Talente warten im Nachwuchs- und Juniorenalter, die es über die nächsten Jahre zu entwickeln gilt. Hierfür haben wir Projekte zur Entwicklung der Höchstschwierigkeiten, Dreifach- und Vierfachsprünge, zusammen mit dem IAT ins Leben gerufen. Ein weiteres Projekt in der Talententwicklung ist in Arbeit. Unsere verbliebenen drei Bundesstützpunkte Berlin, Dortmund und Oberstdorf sind infrastrukturell in die Jahre gekommen, das Trainerpersonal ist im oder vor dem Ruhestandsalter und frischer Wind fehlt, da der Trainerberuf in Deutschland keine Wertschätzung erfährt. Wir werden versuchen, die Talente in starke Trainingsgruppen zu entsenden, auch im Ausland. An den Bundesstützpunkten muss eine neue Sportlergeneration heranwachsen, dies wird dauern, denn auch die Trainerstruktur muss neu aufgebaut werden. Hierzu bedarf es einer anderen finanziellen Ausstattung. Ziel muss es sein, in vier Jahren in allen Disziplinen wieder dabei zu sein. Welcher Stellschrauben bedarf es im Einzellaufen? Jens ter Laak: Als frühspezialisierende Sportart konkurrieren wir mit Ländern, die auf eine Präsenzpflicht in der Schule verzichten und Distanzbeschulung anbieten. Auch die europäischen Länder um uns herum. Deutschland verliert in verschiedenen Lebensbereichen den Anschluss, weil wir nicht bereit sind, uns auf veränderte Bedingungen einzulassen. Schule und Sport ist Ländersache, der Föderalismus in der Sportförderung ein absolutes Problem. Im Einzellaufen sind die Kinder deutlich jünger als in den Paarkonkurrenzen. Früh übt sich. Wenn man die Lernzeitfenster im Eiskunstlaufen nicht passend ausfüllt, verliert man früh den Anschluss. Die Umfänge und Inhalte sind bei uns zu gering und müssten adaptiert werden. Das geht nur mit anderen Konzepten. Die können wir schreiben, aber nur mithilfe der Schulträger umsetzen. Wir werden nicht müde, unsere Forderungen zu platzieren. Einstweilen werden wir nur im Rahmen unserer Möglichkeiten tätig werden können. Diese liegen in der Verbesserung der Trainingsqualität. Gibt es schon Informationen zu den weiteren Zukunftsplänen von Minerva Hase/Nikita Volodin? Jens ter Laak: Beide haben sich klar positioniert, die Planung des neuen Zyklus folgt nach der Saison. Aber das Alter und der Ehrgeiz lässt uns als Verband positiv in die Zukunft schauen. Die Zielstellung folgt. Die Saison ist für die Eiskunstläufer noch nicht vorbei. Mit welchen Aussichten und Zielstellungen tritt das nominierte DEU-Team bei den Weltmeisterschaften Ende März in Prag an? Jens ter Laak: Wer zwei WM-Medaillen hat, wird auch eine weitere bei der WM erringen wollen. Minerva und Nikita gehen mit diesem Anspruch an den Start, aber auch hier gilt – wie bei den Spielen – die Konkurrenz der besten fünf bis sechs Paare lässt keinen Automatismus zu. Annika und Robert können ihre gute Form erneut unter Beweis stellen und die Saison vielleicht mit einer noch besseren Platzierung beenden. Im Eistanzen haben Jennifer und Benjamin die Möglichkeit, sich mit einem fehlerfreien Rhythmustanz für das Finale zu empfehlen. Mit Genrikh Gartung tritt ein Neuling auf das WM-Meisterschaftsparkett im Seniorenbereich. Hier lassen wir uns überraschen, ob er mit der neuen Herausforderung gut umgehen kann. Das Talent ist jedenfalls mehr als ausreichend. Wir bleiben zuversichtlich und gespannt. DEU-Team für Eiskunstlauf-WM 2026 in Prag nominiert (DEU, 23.02.2026) Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) hat sieben Athlet*innen für die nach-olympischen Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 2026 in Prag (Tschechien; 25. bis 29. März) nominiert. Angeführt wird das DEU-Team von den frisch gekürten Olympia-Bronzemedaillengewinnern Minerva Hase / Nikita Volodin. Nach dem Saisonhöhepunkt der Olympischen Winterspiele in Mailand/Cortina folgt mit der WM in Prag in vier Wochen das nächste Eiskunstlauf-Highlight, bei dem erneut die Besten der Welt aufeinandertreffen. Mit Medaillenchancen gehen die Berliner Paarläufer Minerva Hase / Nikita Volodin ins Rennen. Die Olympia- Dritten gewannen bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften jeweils eine Medaille. Auch für die Olympia-Zehnten im Paarlaufen Annika Hocke / Robert Kunkel bieten sich die Weltmeisterschaften an, die gute Form erneut unter Beweis zu stellen. Die Oberstdorfer Eistänzer Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan haben nach dem verpassten Olympia-Kür-Finale etwas gut zu machen und wollen in Prag endlich ihre Tango-Kür präsentieren. Für den Youngster im Team, Genrikh Gartung, steht in der Männer-Konkurrenz nach der EM-Premiere nun auch die WM-Premiere bevor. Eine deutsche Frau konnte die WM-Startvoraussetzungen nicht erfüllen. Somit umfasst das deutsche Eiskunstlauf-Team sieben Athlet*innen. Das DEU-Team für die Eiskunstlauf-WM in Prag Männer: Genrikh Gartung (EC Oberstdorf) Paare: Minerva Hase / Nikita Volodin (Berliner SV 1892) Annika Hocke / Robert Kunkel (SC Charlottenburg) Eistanz: Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan (EC Oberstdorf) Die erste Entscheidung bei den Weltmeisterschaften fällt in der Paradedisziplin der DEU, dem Paarlaufen. Das Kurzprogramm der Paare und die Kür der Paare finden am ersten und zweiten Wettkampftag (25./26. März 2026) jeweils ab 18:15 Uhr statt. Die deutschen Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen 2026 - v.l.n.r.: Minerva Hase / Nikita Volodin (Berliner SV 1892 / BER), Annika Hocke / Robert Kunkel (SC Charlottenburg / BER), Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan (EC Oberstdorf / BAY) - Fotos: © Picture Alliance Olympia-Bronze für Paarläufer Hase/Volodin Die DEU-Paarläufer Minerva Hase / Nikita Volodin haben in der Kür-Entscheidung der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand die Bronzemedaille gewonnen. Annika Hocke / Robert Kunkel komplettierten das starke Abschneiden der deutschen Paare mit einer Top Ten-Platzierung. (DEU, 17.02.2026) Nach einem Weltklasse-Kurzprogramm waren Minerva Hase / Nikita Volodin vor der Olympia-Kür in Führung gelegen. In ihrem wunderbaren Kürprogramm lief von Beginn an nicht alles wie geplant. Eine unsaubere Landung von Minerva Hase bei der anspruchsvollen Dreifach-Toeloop-Doppelaxel- Doppelaxel-Sprungsequenz und ein nur einfach gesprungener Salchow machten gleich zu Beginn eine ganz vordere Platzierung unmöglich. Danach zeigten die Vizeweltmeister starke Nerven und brachten alle weiteren Elemente aufs Eis. Mit 219,09 Punkten durften sich die Vizeeuropameister bei ihrer gemeinsamen Olympiapremiere über Bronze freuen. Gold ging an die Japaner Riku Miura/Ryuichi Kihara (231,24 Punkte), Silber an die Georgier Anastasiia Metelkina/Luka Berulava (221,75 Punkte). "Wir sind sehr glücklich und erleichtert, dass es für die Bronzemedaille gereicht hat. Es ist egal, welche Farbe die Medaille hat. Wir sind sehr stolz, dass wir nach drei Jahren Zusammenlaufen bei unseren ersten Olympischen Spielen eine Medaille mit nach Hause nehmen dürfen", sagte Minerva Hase. "Natürlich sind wir mit unserer Leistung nicht 100 Prozent zufrieden, vorallem ich, weil ich die Fehler gemacht habe. Aber ich bin trotzdem sehr stolz auf uns, wie wir nach dem Salchow zurück ins Programm gefunden haben. Wir haben das Programm nicht verloren und bis zum Ende um jeden Punkt gekämpft. Das hat uns dabei geholfen, dass wir noch aufs Treppchen gekommen sind." Nach dem Paarlauf-Olympiasieg von Aljona Savchenko/Bruno Massot 2018 holten Hase/Volodin somit wieder eine wertvolle Olympia-Medaille für den deutschen Eiskunstlauf. Hocke/Kunkel mit fantastischer Kür in den Top Ten Das zweite Paar aus Berlin, Annika Hocke / Robert Kunkel, hat zuvor eine fantastische Kür abgeliefert und ist wie schon im Kurzprogramm fast fehlerfrei durchgekommen. Sehr stark war ihr Parade-Element, der Dreifach-Wurfrittberger, der den letzten Teil ihrer Kür zum stimmungsvollen Hit "I’d Do Anything for Love" einleitete. Zum Abschluss begeisterten die EM-Vierten das Publikum einmal mehr mit ihren Show-Elementen, bei denen Kunkel seine Partnerin durch die Luft schleudert. Mit der Saisonbestleistung von 194,11 Punkten konnten sich die Berliner noch um einen Platz verbessern und auf den zehnten Rang nach vorne schieben. Mit ihrem Programm zeigten sich Hocke/Kunkel bei ihren ersten gemeinsamen Olympischen Spielen sehr zufrieden, mit der Punktzahl wie bereits im Kurzprogramm nicht. Nach der Handverletzung von Robert Kunkel und einer Erkältung von Annika Hocke kurz vor den Winterspielen freute sich das Paar um so mehr über den großen Auftritt. "Ich bin einfach froh, dass wir hier sein können", sagte Annika Hocke. "Irgendwo im Herzen wussten wir, dass wir es draufhaben. So schlimm die Verletzung auch war, umso mehr hat sie uns zusammengeschweißt und uns noch mehr Stärke gegeben." Ihr persönliches Ziel haben sich die Deutschen Vizemeister erfüllt: "Wir wollen das unterhaltsamste Programm zeigen – bei dem die Leute mitgehen und das auf Social Media abgehen kann", sagte Robert Kunkel. Darauf sind ihre Show-Elemente im Choreo-Schritt ausgelegt. "Die Deutsche Eislauf-Union hat im Paarlauf-Wettbewerb die Ziele des Erringens einer Medaille und einer Top Ten-Platzierung bei den Olympischen Winterspielen erreicht. Damit gehen wir mit positiven Aussichten in die abschließenden Weltmeisterschaften im tschechischen Prag", sagt DEU-Sportdirektor Jens ter Laak. Den bisher fünf gewonnenen internationalen Medaillen in dieser Saison (Grand Prix-Serie, EM & Olympia) könnten Minerva Hase / Nikita Volodin bei der WM 2026 in Prag (Tschechien; 24. bis 29. März) eine sechste hinzufügen. Paarläufer Hase/Volodin nach grandiosem Kurzprogramm in Führung (DEU, 16.02.2026) Die Vizeweltmeister im Paarlaufen Minerva Hase / Nikita Volodin haben bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand am Sonntag ein grandioses Kurzprogramm abgeliefert und liegen vor der Kür-Entscheidung am Montagabend in Führung. Annika Hocke / Robert Kunkel sind als Elfte ins Olympia-Kür-Finale eingezogen. Besser hätte der Auftakt für Minerva Hase / Nikita Volodin in Mailand nicht laufen können. Mit einem fehlerfreien Weltklasse-Tango-Kurzprogramm setzten sich die beiden 26-Jährigen mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 80,01 Punkten an die Spitze des Feldes vor den georgischen Europameistern Anastasiia Metelkina / Luka Berulava (75,46 Punkte) und den Kanadiern Lia Pereira/Trennt Michaud (74,60 Punkte). Der Dreifach-Twist Level vier, der Einzelsprung Dreifach-Salchow einwandfrei und der Dreifach-Wurf-Rittberger top gelandet, dazu die leidenschaftliche Tango- Choreographie. Mit ihrem Programm rissen die deutschen Vize-Europameister, die Zuschauer zum krönenden Abschluss des Wettbewerbes mit und gehen mit einer sehr guten Ausgangsposition in die Kür-Entscheidung am Montagabend. "Nach dem Programm waren wir sehr glücklich, dass alles so gut funktioniert hat. Das Publikum war fantastisch, das hat uns sehr unterstützt, aber es war erst der erste Teil", sagte Minerva Hase, die für die Olympischen Spiele ein neues rotes Kostüm trug. "Wir haben uns heute darauf konzentriert, unseren Job zu machen, und das Programm als weiteren Durchlauf wie im Training zu sehen und so wollen wir es auch morgen angehen. Wir fokussieren uns nicht auf Punkte oder Plätze." Hocke/Kunkel erreichen Olympia-Kür-Finale Das zweite deutsche Paar, Annika Hocke / Robert Kunkel, qualifizierte sich mit einem starken Auftritt, 67,52 Punkten und Rang 11 für das Kür-Finale. Die Schlüsselsprünge Dreifach-Salchow und Dreifach-Wurfflip konnten die EM-Vierten stehen. "Es war schon unser Wunsch, die 70 Punkte mal zu knacken. Es hat nicht ganz geklappt, aber mit der Leistung sind wir auf jeden Fall sehr zufrieden", sagte Annika Hocke. "Wir hatten eine super Zeit zusammen auf dem Eis und das war das Wichtigste. Wir haben alles gezeigt, was wir zeigen konnten und es sicher in die Kür geschafft. Morgen haben wir nochmal eine Chance und vielleicht sind uns die Preisrichter dann etwas wohl gesonnener." Und ihr Partner Robert Kunkel ergänzte: "Dass wir nach der Hand-Verletzung im Sommer jetzt hier stehen und ein fehlerfreies Kurzprogramm abliefern, ist viel mehr wert, als ob es 67, 69 oder 71 Punkte wären." Das Publikum in der Milano Ice Skating Arena und auch ARD-Kommentator und Eiskunstlauf-Experte Daniel Weiss waren von dem Programm der Berliner begeistert. Ein besonders lautes Raunen ging durch die Eishalle, als Robert Kunkel seine Partnerin beim abschließenden Choreo-Schritt durch die Luft schleuderte. "Das bedeutet uns eigentlich alles", meint Kunkel zur Reaktion des Publikums. "Wir laufen für die Zuschauer und haben extra Show-Elemente einstudiert, um uns von anderen abzuheben." In ihrer Kür gibt es noch weitere spektakuläre Einlagen zu sehen. Die Olympia-Kür der Paare findet am Montag (16. Februar) von 20:00 bis 23:00 Uhr statt. Annika Hocke / Robert Kunkel laufen mit der Startnummer 6 um 20:54 Uhr, Minerva Hase/Nikita Volodin betreten als letztes Paar um 22:44 Uhr das Eis. Janse van Rensburg / Benjamin Steffan verpassen Olympia-Eistanz-Finale (DEU, 10.02.2026) Die Eistänzer Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan haben am Montag das angestrebte Kür-Finale bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand verpasst. Ein Fehler beim Twizzle kostete zu viele Punkte. Für die Oberstdorfer Eistänzer Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan erfüllte sich der Traum vom Olympia-Kür-Finale nicht. Im Rhythmustanz verloren die fünfmaligen Deutschen Meister gleich zu Beginn wertvolle Punkte bei ihrem zweiten Element, der Twizzle-Sequenz, als Benjamin Steffan im zweiten Teil aus der Drehung aussteigen musste. "Es war einfach nicht im Fuß. Die Kufen sind eng, das passiert schnell", versucht Steffan eine Erklärung zu finden. "Mal gewinnt man, mal verliert man, heute war leider nicht der Tag, an dem man gewinnt." So beenden die zweimaligen WM-Finalisten ihren Olympia-Auftritt mit 63,67 Punkten auf dem 23. Platz. Die besondere Erinnerung an das Fest der fünf Ringe bleibt: "Die Zuschauer waren der Wahnsinn", berichtet Janse van Rensburg, die betont, dass sie es ohne ihren Partner nicht bis zu diesen Spielen geschafft hätte. "Die Erfahrung, hier zusammen als Paar auf das Eis zu gehen, das Publikum zu sehen und die Atmosphäre aufzusaugen, war einmalig. Ich denke, das ist etwas, was in den Herzen bleibt", sagt Steffan. "Die Enttäuschung sitzt ganz schön tief, aber ich bin unfassbar stolz darauf, was wir als Team, als Eistanzpaar, erreicht haben, auf den Weg, der uns hierher gebracht hat, auch wenn das nicht der Lauf war, den wir uns vorgestellt haben und das weit von dem entfernt war, was wir zeigen können." Der Blick ist jetzt nach vorne gerichtet, auf die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag (Tschechien; 24. bis 29. März 2026). "Wir wollen die WM auf jeden Fall laufen, so können wir die Saison nicht beenden", sagt Janse van Rensburg. "Wir haben noch etwas gut zu machen. Die WM ist die Gelegenheit, das wieder auszubügeln, was heute passiert ist." Dort wollen die Eistänzer dann auch ihre Tango-Kür präsentieren. DEU-Team für Junioren-Weltmeisterschaften 2026 in Tallinn nominiert Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) hat die Athletinnen und Athleten für die Junioren-Weltmeisterschaften im Eiskunstlaufen 2026 in Tallinn (Estland; 3. bis 8. März) nominiert. Das deutsche Team hat mit Genrikh Gartung einen EM-Teilnehmer in seinen Reihen. (DEU, 04.02.2026) Unter den Nominierten für die Junioren-WM in Tallinn ist der dreimalige Junior-Grand-Prix-Medaillengewinner Genrikh Gartung, der kürzlich bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Sheffield sein EM-Debüt in der Seniorenklasse gegeben hat. Den zweiten JWM-Startplatz bei den Junioren erhielt Dreifach-Axel-Springer Leon Rojkov. Bei ihrer zweiten JWM-Teilnahme will Anna Gerke bei den Juniorinnen das Finale erreichen. Im Eistanzen vertreten Alexia Kruk / Jan Eisenhaber und Enikö Kobor / Zoard Kobor die deutschen Farben. Der Startplatz im Paarlaufen kann aufgrund eines gesundheitlich bedingten Trainingsrückstandes nicht besetzt werden. Bei den Welttitelkämpfen der Junioren haben die Talente die Gelegenheit, sich mit den Besten der Welt ihrer Altersklasse zu messen und wertvolle Erfahrungen für ihre weitere sportliche Laufbahn zu sammeln. Das DEU-Team für die Junioren-WM 2026 Junioren Frauen Anna Gerke (ERC Westfalen Kunstlauf Dortmund) Junioren Männer Genrikh Gartung (EC Oberstdorf) Leon Rojkov (Berliner SV 1892) Junioren Eistanzen Alexia Kruk / Jan Eisenhaber (SC Berlin) Enikö Kobor / Zoard Kobor (Düsseldorfer EG Eiskunstlauf) Ersatz: Diana Ziesecke (Junioren Frauen, SC Charlottenburg) Home / Seitenanfang
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Nachrichten vom deutschen Eiskunstlauf-Fachverband (Quelle: DEU, Stand: 06.03.2026) Das DEU-Team bei den Junioren- Weltmeisterschaften 2026 in Tallinn im Livestream Das Team der Deutschen Eislauf-Union (DEU) ist startklar für die Junioren-Weltmeisterschaften im Eiskunstlaufen 2026 in Tallinn (Estland; 4. bis 7. Februar 2026). Alle Wettbewerbe werden im kostenfreien Youtube-Livestream der International Skating Union (ISU) übertragen. (DEU, 06.03.2026, Pamela Lechner) Bei den am Mittwoch startenden Junioren-Weltmeisterschaften in Tallinn sind insgesamt 190 Läuferinnen und Läufer aus 43 Nationen am Start. Auf dieser großen Bühne haben die Junior*innen die Gelegenheit, sich mit den Besten der Welt ihrer Altersklasse zu messen und wertvolle Erfahrungen für ihre sportliche Zukunft zu sammeln. Für das deutsche Team am Start sind im Einzellaufen der dreimalige Junior-Grand-Prix-Medaillengewinner und Senioren-EM-Finalist Genrikh Gartung, Dreifach-Axel-Springer Leon Rojkov und die Deutsche Juniorenmeisterin Anna Gerke. Im Eistanzen vertreten Alexia Kruk / Jan Eisenhaber und Enikö Kobor / Zoard Kobor die deutschen Farben. Eiskunstlauf-Fans können die Wettbewerbe der Junioren-WM in Tallinn mit den Stars von morgen im Livestream auf dem ISU Youtube-Kanal verfolgen. Mehr zur Junioren-WM 2026 in Tallinn! DEU-Sportdirektor Jens ter Laak: "Wir haben Bronze gewonnen, nicht Gold verloren!" (DEU, 23.02.2026) Am Sonntag gingen die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand/Cortina mit der Abschlussfeier in Verona zu Ende. Größter Erfolg für die Deutsche Eislauf-Union war der Gewinn der Bronzemedaille im Paarlaufen durch Minerva Hase/Nikita Volodin. Eine Top Ten-Platzierung erreichte das zweite Paar Annika Hocke/Robert Kunkel. Das Einstanz-Finale verpassten Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan. DEU-Sportdirektor Jens ter Laak zieht im Interview ein Olympia-Fazit und blickt auf die anstehenden Weltmeisterschaften in Prag und den nächsten Olympiazyklus voraus. Jens ter Laak, wie fällt Ihr Fazit zum Abschneiden des DEU-Teams in Mailand aus? Jens ter Laak: Wir haben Bronze gewonnen, nicht Gold verloren! Nach acht Jahren die erste olympische Medaille ist bei lediglich zwei besetzten Disziplinen von fünf Medaillenentscheidungen eine gute Quote für die Deutsche Eislauf-Union und ein besonderer Erfolg für das noch junge Team „Miniki“ (Minerva und Nikita), die sich seit 2023 dem internationalen Wettbewerb stellen. Auch mit der Top Ten-Platzierung von Annika und Robert hat sich das Paarlaufen sehr gut präsentiert. Wir sind sehr stolz auf diese Leistungen. Im Eistanzen wurde das Finale nicht erreicht. Wie kam das? Jens ter Laak: In der zweiten Disziplin, bei der wir dabei waren, dem Eistanzen, können wir nicht zufrieden sein, da wir mit einem Einzug ins Kürfinale fest gerechnet haben. Hier ist es nicht gelaufen, wie gedacht. Auch Jennifer und Benjamin durften sich mehr ausrechnen. Ein Fehler reicht oftmals schon, um in diesem hochkarätigen Feld auszuscheiden. Wie haben sich die deutschen Eiskunstläufer*innen als Teil der deutschen Olympiamannschaft präsentiert? Jens ter Laak: Unser Sport ist von Ästhetik geprägt und lebt von Präsenz, daher wissen unsere Athletinnen und Athleten ganz gut, wie man sich richtig verkauft. Das lernen sie von klein auf. Wir haben die Sportler*innen zudem mit einem Medientraining vorbereitet. Auch im Kontakt mit Politikern oder Journalisten ist unser Team präsent. Welche Bedeutung hat der Medaillenerfolg von Minerva Hase/Nikita Volodin für den deutschen Eiskunstlauf? Jens ter Laak: Wir können zeigen, dass wir zumindest in einer Disziplin mit der absoluten Weltspitze konkurrieren und uns im internationalen Feld vorne behaupten können. Der Erfolg von Paaren ist nicht unbedingt der Herkunft geschuldet, sondern der richtigen Zusammenstellung. Ein Duo muss harmonieren, d.h. bspw. Größe, Kraft, Hebelwirkung und die Chemie müssen stimmen. Das ist uns bei Minerva und Nikita sichtbar gelungen. Auch wenn wir im Einzellaufen aktuell nicht vertreten sind, fallen Paarläufer und Eistänzer nicht vom Himmel. Bei der disziplinscharfen Förderbetrachtung unseres Staates muss genau dies Berücksichtigung finden. Ohne Einzellaufen keine Paare und Eistänzer. Die deutsche Presse hat nach dem Gewinn der Bronzemedaille von Minerva Hase/Nikita Volodin an vielen Stellen von einer Gold- Enttäuschung gesprochen. Ist so eine Berichterstattung respektvoll gegenüber den Sportlern und wie zufrieden sind Sie als Sportdirektor mit der Leistung? Jens ter Laak: Die Deutschen suchen gerne „das Haar in der Suppe“, das macht auch vor der Presse keinen Halt. Man will vom Drama lesen oder hören, offensichtlich Teil der DNA. Die Japaner sind die Kür ihres Lebens gelaufen, dies muss man neidlos anerkennen. Vielleicht wäre mit dem dreifachen Salchow von Minerva noch Silber drin gewesen, aber das ist Spekulation. Nach drei Jahren Zusammenarbeit Bronze, andere schaffen es ein ganzes Sportlerleben nicht. Der Respekt vor der sportlichen Leistung fehlt in Deutschland leider generell, auch bei der wirtschaftlichen Wertschätzung einer Medaille im Vergleich zu anderen Nationen. Die Sportart Eiskunstlaufen hat während der Olympischen Winterspiele für hohe Einschaltquoten gesorgt und war auch in den sozialen Medien omnipräsent. Welchen Platz in den Medien, insbesondere in TV und Livestreams, hätte die Sportart verdient? Jens ter Laak: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat vor vielen Jahren beschlossen, dass wir nicht interessant sind. Wir sind bei den Winterspielen das Premiumevent, was man an den märchenhaften Kartenpreisen besonders deutlich merkt. Die Einschaltquoten sprechen ebenfalls dafür. Es wäre angemessen, wenn sich die Sender im Eiskunstlaufen wieder breiter aufstellen und der Sportart einen höheren Stellenwert beimessen. Die DEU bietet in der Zusammenarbeit mit den Medien gerne ihre Expertise an. Nach den Spielen ist vor den Spielen. Ein neuer Olympiazyklus mit den Olympischen Winterspielen 2030 in den französischen Alpen am Horizont beginnt. Welche Weichen will die DEU stellen, um in vier Jahren wieder in allen Disziplinen und dem Team-Wettbewerb vertreten zu sein? Jens ter Laak: Wir müssen konstatieren, dass wir in den Einzeldisziplinen den Anschluss verloren und neu aufzubauen haben. Einige hoffnungsvolle Talente warten im Nachwuchs- und Juniorenalter, die es über die nächsten Jahre zu entwickeln gilt. Hierfür haben wir Projekte zur Entwicklung der Höchstschwierigkeiten, Dreifach- und Vierfachsprünge, zusammen mit dem IAT ins Leben gerufen. Ein weiteres Projekt in der Talententwicklung ist in Arbeit. Unsere verbliebenen drei Bundesstützpunkte Berlin, Dortmund und Oberstdorf sind infrastrukturell in die Jahre gekommen, das Trainerpersonal ist im oder vor dem Ruhestandsalter und frischer Wind fehlt, da der Trainerberuf in Deutschland keine Wertschätzung erfährt. Wir werden versuchen, die Talente in starke Trainingsgruppen zu entsenden, auch im Ausland. An den Bundesstützpunkten muss eine neue Sportlergeneration heranwachsen, dies wird dauern, denn auch die Trainerstruktur muss neu aufgebaut werden. Hierzu bedarf es einer anderen finanziellen Ausstattung. Ziel muss es sein, in vier Jahren in allen Disziplinen wieder dabei zu sein. Welcher Stellschrauben bedarf es im Einzellaufen? Jens ter Laak: Als frühspezialisierende Sportart konkurrieren wir mit Ländern, die auf eine Präsenzpflicht in der Schule verzichten und Distanzbeschulung anbieten. Auch die europäischen Länder um uns herum. Deutschland verliert in verschiedenen Lebensbereichen den Anschluss, weil wir nicht bereit sind, uns auf veränderte Bedingungen einzulassen. Schule und Sport ist Ländersache, der Föderalismus in der Sportförderung ein absolutes Problem. Im Einzellaufen sind die Kinder deutlich jünger als in den Paarkonkurrenzen. Früh übt sich. Wenn man die Lernzeitfenster im Eiskunstlaufen nicht passend ausfüllt, verliert man früh den Anschluss. Die Umfänge und Inhalte sind bei uns zu gering und müssten adaptiert werden. Das geht nur mit anderen Konzepten. Die können wir schreiben, aber nur mithilfe der Schulträger umsetzen. Wir werden nicht müde, unsere Forderungen zu platzieren. Einstweilen werden wir nur im Rahmen unserer Möglichkeiten tätig werden können. Diese liegen in der Verbesserung der Trainingsqualität. Gibt es schon Informationen zu den weiteren Zukunftsplänen von Minerva Hase/Nikita Volodin? Jens ter Laak: Beide haben sich klar positioniert, die Planung des neuen Zyklus folgt nach der Saison. Aber das Alter und der Ehrgeiz lässt uns als Verband positiv in die Zukunft schauen. Die Zielstellung folgt. Die Saison ist für die Eiskunstläufer noch nicht vorbei. Mit welchen Aussichten und Zielstellungen tritt das nominierte DEU-Team bei den Weltmeisterschaften Ende März in Prag an? Jens ter Laak: Wer zwei WM-Medaillen hat, wird auch eine weitere bei der WM erringen wollen. Minerva und Nikita gehen mit diesem Anspruch an den Start, aber auch hier gilt – wie bei den Spielen – die Konkurrenz der besten fünf bis sechs Paare lässt keinen Automatismus zu. Annika und Robert können ihre gute Form erneut unter Beweis stellen und die Saison vielleicht mit einer noch besseren Platzierung beenden. Im Eistanzen haben Jennifer und Benjamin die Möglichkeit, sich mit einem fehlerfreien Rhythmustanz für das Finale zu empfehlen. Mit Genrikh Gartung tritt ein Neuling auf das WM-Meisterschaftsparkett im Seniorenbereich. Hier lassen wir uns überraschen, ob er mit der neuen Herausforderung gut umgehen kann. Das Talent ist jedenfalls mehr als ausreichend. Wir bleiben zuversichtlich und gespannt. DEU-Team für Eiskunstlauf-WM 2026 in Prag nominiert (DEU, 23.02.2026) Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) hat sieben Athlet*innen für die nach-olympischen Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 2026 in Prag (Tschechien; 25. bis 29. März) nominiert. Angeführt wird das DEU-Team von den frisch gekürten Olympia-Bronzemedaillengewinnern Minerva Hase / Nikita Volodin. Nach dem Saisonhöhepunkt der Olympischen Winterspiele in Mailand/Cortina folgt mit der WM in Prag in vier Wochen das nächste Eiskunstlauf-Highlight, bei dem erneut die Besten der Welt aufeinandertreffen. Mit Medaillenchancen gehen die Berliner Paarläufer Minerva Hase / Nikita Volodin ins Rennen. Die Olympia-Dritten gewannen bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften jeweils eine Medaille. Auch für die Olympia-Zehnten im Paarlaufen Annika Hocke / Robert Kunkel bieten sich die Weltmeisterschaften an, die gute Form erneut unter Beweis zu stellen. Die Oberstdorfer Eistänzer Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan haben nach dem verpassten Olympia-Kür-Finale etwas gut zu machen und wollen in Prag endlich ihre Tango-Kür präsentieren. Für den Youngster im Team, Genrikh Gartung, steht in der Männer-Konkurrenz nach der EM-Premiere nun auch die WM-Premiere bevor. Eine deutsche Frau konnte die WM-Startvoraussetzungen nicht erfüllen. Somit umfasst das deutsche Eiskunstlauf-Team sieben Athlet*innen. Das DEU-Team für die Eiskunstlauf-WM in Prag Männer: Genrikh Gartung (EC Oberstdorf) Paare: Minerva Hase / Nikita Volodin (Berliner SV 1892) Annika Hocke / Robert Kunkel (SC Charlottenburg) Eistanz: Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan (EC Oberstdorf) Die erste Entscheidung bei den Weltmeisterschaften fällt in der Paradedisziplin der DEU, dem Paarlaufen. Das Kurzprogramm der Paare und die Kür der Paare finden am ersten und zweiten Wettkampftag (25./26. März 2026) jeweils ab 18:15 Uhr statt. Die deutschen Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen 2026 - v.l.n.r.: Minerva Hase / Nikita Volodin (Berliner SV 1892 / BER), Annika Hocke / Robert Kunkel (SC Charlottenburg / BER), Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan (EC Oberstdorf / BAY) - Fotos: © Picture Alliance Olympia-Bronze für Paarläufer Hase/Volodin Die DEU-Paarläufer Minerva Hase / Nikita Volodin haben in der Kür- Entscheidung der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand die Bronzemedaille gewonnen. Annika Hocke / Robert Kunkel komplettierten das starke Abschneiden der deutschen Paare mit einer Top Ten-Platzierung. (DEU, 17.02.2026) Nach einem Weltklasse-Kurzprogramm waren Minerva Hase / Nikita Volodin vor der Olympia-Kür in Führung gelegen. In ihrem wunderbaren Kürprogramm lief von Beginn an nicht alles wie geplant. Eine unsaubere Landung von Minerva Hase bei der anspruchsvollen Dreifach-Toeloop-Doppelaxel-Doppelaxel- Sprungsequenz und ein nur einfach gesprungener Salchow machten gleich zu Beginn eine ganz vordere Platzierung unmöglich. Danach zeigten die Vizeweltmeister starke Nerven und brachten alle weiteren Elemente aufs Eis. Mit 219,09 Punkten durften sich die Vizeeuropameister bei ihrer gemeinsamen Olympiapremiere über Bronze freuen. Gold ging an die Japaner Riku Miura/Ryuichi Kihara (231,24 Punkte), Silber an die Georgier Anastasiia Metelkina/Luka Berulava (221,75 Punkte). "Wir sind sehr glücklich und erleichtert, dass es für die Bronzemedaille gereicht hat. Es ist egal, welche Farbe die Medaille hat. Wir sind sehr stolz, dass wir nach drei Jahren Zusammenlaufen bei unseren ersten Olympischen Spielen eine Medaille mit nach Hause nehmen dürfen", sagte Minerva Hase. "Natürlich sind wir mit unserer Leistung nicht 100 Prozent zufrieden, vorallem ich, weil ich die Fehler gemacht habe. Aber ich bin trotzdem sehr stolz auf uns, wie wir nach dem Salchow zurück ins Programm gefunden haben. Wir haben das Programm nicht verloren und bis zum Ende um jeden Punkt gekämpft. Das hat uns dabei geholfen, dass wir noch aufs Treppchen gekommen sind." Nach dem Paarlauf- Olympiasieg von Aljona Savchenko/Bruno Massot 2018 holten Hase/Volodin somit wieder eine wertvolle Olympia-Medaille für den deutschen Eiskunstlauf. Hocke/Kunkel mit fantastischer Kür in den Top Ten Das zweite Paar aus Berlin, Annika Hocke / Robert Kunkel, hat zuvor eine fantastische Kür abgeliefert und ist wie schon im Kurzprogramm fast fehlerfrei durchgekommen. Sehr stark war ihr Parade-Element, der Dreifach-Wurfrittberger, der den letzten Teil ihrer Kür zum stimmungsvollen Hit "I’d Do Anything for Love" einleitete. Zum Abschluss begeisterten die EM-Vierten das Publikum einmal mehr mit ihren Show- Elementen, bei denen Kunkel seine Partnerin durch die Luft schleudert. Mit der Saisonbestleistung von 194,11 Punkten konnten sich die Berliner noch um einen Platz verbessern und auf den zehnten Rang nach vorne schieben. Mit ihrem Programm zeigten sich Hocke/Kunkel bei ihren ersten gemeinsamen Olympischen Spielen sehr zufrieden, mit der Punktzahl wie bereits im Kurzprogramm nicht. Nach der Handverletzung von Robert Kunkel und einer Erkältung von Annika Hocke kurz vor den Winterspielen freute sich das Paar um so mehr über den großen Auftritt. "Ich bin einfach froh, dass wir hier sein können", sagte Annika Hocke. "Irgendwo im Herzen wussten wir, dass wir es draufhaben. So schlimm die Verletzung auch war, umso mehr hat sie uns zusammengeschweißt und uns noch mehr Stärke gegeben." Ihr persönliches Ziel haben sich die Deutschen Vizemeister erfüllt: "Wir wollen das unterhaltsamste Programm zeigen – bei dem die Leute mitgehen und das auf Social Media abgehen kann", sagte Robert Kunkel. Darauf sind ihre Show-Elemente im Choreo-Schritt ausgelegt. "Die Deutsche Eislauf-Union hat im Paarlauf-Wettbewerb die Ziele des Erringens einer Medaille und einer Top Ten-Platzierung bei den Olympischen Winterspielen erreicht. Damit gehen wir mit positiven Aussichten in die abschließenden Weltmeisterschaften im tschechischen Prag", sagt DEU-Sportdirektor Jens ter Laak. Den bisher fünf gewonnenen internationalen Medaillen in dieser Saison (Grand Prix- Serie, EM & Olympia) könnten Minerva Hase / Nikita Volodin bei der WM 2026 in Prag (Tschechien; 24. bis 29. März) eine sechste hinzufügen. Paarläufer Hase/Volodin nach grandiosem Kurzprogramm in Führung (DEU, 16.02.2026) Die Vizeweltmeister im Paarlaufen Minerva Hase / Nikita Volodin haben bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand am Sonntag ein grandioses Kurzprogramm abgeliefert und liegen vor der Kür-Entscheidung am Montagabend in Führung. Annika Hocke / Robert Kunkel sind als Elfte ins Olympia-Kür-Finale eingezogen. Besser hätte der Auftakt für Minerva Hase / Nikita Volodin in Mailand nicht laufen können. Mit einem fehlerfreien Weltklasse-Tango-Kurzprogramm setzten sich die beiden 26-Jährigen mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 80,01 Punkten an die Spitze des Feldes vor den georgischen Europameistern Anastasiia Metelkina / Luka Berulava (75,46 Punkte) und den Kanadiern Lia Pereira/Trennt Michaud (74,60 Punkte). Der Dreifach-Twist Level vier, der Einzelsprung Dreifach-Salchow einwandfrei und der Dreifach-Wurf-Rittberger top gelandet, dazu die leidenschaftliche Tango-Choreographie. Mit ihrem Programm rissen die deutschen Vize-Europameister, die Zuschauer zum krönenden Abschluss des Wettbewerbes mit und gehen mit einer sehr guten Ausgangsposition in die Kür-Entscheidung am Montagabend. "Nach dem Programm waren wir sehr glücklich, dass alles so gut funktioniert hat. Das Publikum war fantastisch, das hat uns sehr unterstützt, aber es war erst der erste Teil", sagte Minerva Hase, die für die Olympischen Spiele ein neues rotes Kostüm trug. "Wir haben uns heute darauf konzentriert, unseren Job zu machen, und das Programm als weiteren Durchlauf wie im Training zu sehen und so wollen wir es auch morgen angehen. Wir fokussieren uns nicht auf Punkte oder Plätze." Hocke/Kunkel erreichen Olympia-Kür-Finale Das zweite deutsche Paar, Annika Hocke / Robert Kunkel, qualifizierte sich mit einem starken Auftritt, 67,52 Punkten und Rang 11 für das Kür- Finale. Die Schlüsselsprünge Dreifach-Salchow und Dreifach-Wurfflip konnten die EM-Vierten stehen. "Es war schon unser Wunsch, die 70 Punkte mal zu knacken. Es hat nicht ganz geklappt, aber mit der Leistung sind wir auf jeden Fall sehr zufrieden", sagte Annika Hocke. "Wir hatten eine super Zeit zusammen auf dem Eis und das war das Wichtigste. Wir haben alles gezeigt, was wir zeigen konnten und es sicher in die Kür geschafft. Morgen haben wir nochmal eine Chance und vielleicht sind uns die Preisrichter dann etwas wohl gesonnener." Und ihr Partner Robert Kunkel ergänzte: "Dass wir nach der Hand-Verletzung im Sommer jetzt hier stehen und ein fehlerfreies Kurzprogramm abliefern, ist viel mehr wert, als ob es 67, 69 oder 71 Punkte wären." Das Publikum in der Milano Ice Skating Arena und auch ARD- Kommentator und Eiskunstlauf-Experte Daniel Weiss waren von dem Programm der Berliner begeistert. Ein besonders lautes Raunen ging durch die Eishalle, als Robert Kunkel seine Partnerin beim abschließenden Choreo-Schritt durch die Luft schleuderte. "Das bedeutet uns eigentlich alles", meint Kunkel zur Reaktion des Publikums. "Wir laufen für die Zuschauer und haben extra Show-Elemente einstudiert, um uns von anderen abzuheben." In ihrer Kür gibt es noch weitere spektakuläre Einlagen zu sehen. Die Olympia-Kür der Paare findet am Montag (16. Februar) von 20:00 bis 23:00 Uhr statt. Annika Hocke / Robert Kunkel laufen mit der Startnummer 6 um 20:54 Uhr, Minerva Hase/Nikita Volodin betreten als letztes Paar um 22:44 Uhr das Eis. Janse van Rensburg / Benjamin Steffan verpassen Olympia-Eistanz-Finale (DEU, 10.02.2026) Die Eistänzer Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan haben am Montag das angestrebte Kür-Finale bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand verpasst. Ein Fehler beim Twizzle kostete zu viele Punkte. Für die Oberstdorfer Eistänzer Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan erfüllte sich der Traum vom Olympia-Kür-Finale nicht. Im Rhythmustanz verloren die fünfmaligen Deutschen Meister gleich zu Beginn wertvolle Punkte bei ihrem zweiten Element, der Twizzle- Sequenz, als Benjamin Steffan im zweiten Teil aus der Drehung aussteigen musste. "Es war einfach nicht im Fuß. Die Kufen sind eng, das passiert schnell", versucht Steffan eine Erklärung zu finden. "Mal gewinnt man, mal verliert man, heute war leider nicht der Tag, an dem man gewinnt." So beenden die zweimaligen WM-Finalisten ihren Olympia- Auftritt mit 63,67 Punkten auf dem 23. Platz. Die besondere Erinnerung an das Fest der fünf Ringe bleibt: "Die Zuschauer waren der Wahnsinn", berichtet Janse van Rensburg, die betont, dass sie es ohne ihren Partner nicht bis zu diesen Spielen geschafft hätte. "Die Erfahrung, hier zusammen als Paar auf das Eis zu gehen, das Publikum zu sehen und die Atmosphäre aufzusaugen, war einmalig. Ich denke, das ist etwas, was in den Herzen bleibt", sagt Steffan. "Die Enttäuschung sitzt ganz schön tief, aber ich bin unfassbar stolz darauf, was wir als Team, als Eistanzpaar, erreicht haben, auf den Weg, der uns hierher gebracht hat, auch wenn das nicht der Lauf war, den wir uns vorgestellt haben und das weit von dem entfernt war, was wir zeigen können." Der Blick ist jetzt nach vorne gerichtet, auf die Eiskunstlauf- Weltmeisterschaften in Prag (Tschechien; 24. bis 29. März 2026). "Wir wollen die WM auf jeden Fall laufen, so können wir die Saison nicht beenden", sagt Janse van Rensburg. "Wir haben noch etwas gut zu machen. Die WM ist die Gelegenheit, das wieder auszubügeln, was heute passiert ist." Dort wollen die Eistänzer dann auch ihre Tango-Kür präsentieren. DEU-Team für Junioren-Weltmeisterschaften 2026 in Tallinn nominiert Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) hat die Athletinnen und Athleten für die Junioren-Weltmeisterschaften im Eiskunstlaufen 2026 in Tallinn (Estland; 3. bis 8. März) nominiert. Das deutsche Team hat mit Genrikh Gartung einen EM-Teilnehmer in seinen Reihen. (DEU, 04.02.2026) Unter den Nominierten für die Junioren-WM in Tallinn ist der dreimalige Junior-Grand-Prix-Medaillengewinner Genrikh Gartung, der kürzlich bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Sheffield sein EM-Debüt in der Seniorenklasse gegeben hat. Den zweiten JWM- Startplatz bei den Junioren erhielt Dreifach-Axel-Springer Leon Rojkov. Bei ihrer zweiten JWM-Teilnahme will Anna Gerke bei den Juniorinnen das Finale erreichen. Im Eistanzen vertreten Alexia Kruk / Jan Eisenhaber und Enikö Kobor / Zoard Kobor die deutschen Farben. Der Startplatz im Paarlaufen kann aufgrund eines gesundheitlich bedingten Trainingsrückstandes nicht besetzt werden. Bei den Welttitelkämpfen der Junioren haben die Talente die Gelegenheit, sich mit den Besten der Welt ihrer Altersklasse zu messen und wertvolle Erfahrungen für ihre weitere sportliche Laufbahn zu sammeln. Das DEU-Team für die Junioren-WM 2026 Junioren Frauen Anna Gerke (ERC Westfalen Kunstlauf Dortmund) Junioren Männer Genrikh Gartung (EC Oberstdorf) Leon Rojkov (Berliner SV 1892) Junioren Eistanzen Alexia Kruk / Jan Eisenhaber (SC Berlin) Enikö Kobor / Zoard Kobor (Düsseldorfer EG Eiskunstlauf) Ersatz: Diana Ziesecke (Junioren Frauen, SC Charlottenburg) Home / Seitenanfang