ISU vergibt Eiskunstlauf-WM 2028 als Multi-Event nach Peking
(DEU, 11.06.2026) Die International Skating Union (ISU) hat am ersten Tag des 60. ISU-Kongresses auf Teneriffa bekannt gegeben, dass die Eiskunstlauf-
Weltmeisterschaften 2028 in der Olympiastadt Peking (China) stattfinden werden – und zwar erstmals als Multi-Event mit vier ISU-Weltmeisterschaften
zusammen an einem Ort, der Sportarten Eiskunstlaufen, Eisschnelllaufen, Short Track und Synchroneiskunstlaufen. Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) kam
mit ihrem WM-Bewerbungsort Dortmund für die Ausrichtung dieses Groß-Formats nicht mehr in Frage.
Unter der Headline "BEIJING28: One City. Four World Championships. A Skating Awards Ceremony. One Global Celebration" gab der Weltverband ISU am
Mittwoch bekannt, dass die Eiskunstlauf-WM 2028 als eine von vier Weltmeisterschaften in Chinas Hauptstadt stattfinden wird. Zum ersten Mal in der
Geschichte wird es gemeinsame Weltmeisterschaften der vier ISU-Eissportarten Eiskunstlaufen, Eisschnelllaufen, Short Track und Synchroneiskunstlaufen
(mit den Formaten Synchro 9 & 16) geben sowie eine gemeinsame Vergabe der ISU Skating Awards.
So ein Multi-Event lässt sich weltweit nur in wenigen Städten umsetzen. Die bereits 2024 eingereichte Bewerbung der DEU um die Ausrichtung der
Eiskunstlauf-WM 2028 in Dortmund war mit dieser Idee de facto aus dem Rennen. "Die ISU geht neue Wege, um die Eissportarten und insbesondere das
Eiskunstlaufen in der Welt noch besser zu vermarkten und neue Fans zu gewinnen. Die gemeinsame WM der vier Eissportarten 2028 soll ein maßgeblicher
Baustein dafür werden", sagt DEU-Präsident Dr. Andreas Wagner. "Um den steigenden Ansprüchen der ISU im Event-Bereich gerecht werden zu können,
werden wir uns für die kommenden Jahre strategisch neu aufstellen und uns erneut für die Austragung einer großen internationalen Meisterschaft in
Deutschland bewerben."
BEIJING28 vereint die weltbesten Athlet*innen aller vier ISU-Sportarten auf einer gemeinsamen Bühne und soll mehr als ein Sport-Event sein. "Es wird als
weltweit größtes kulturelles Eislauf-Ereignis konzipiert – ein Festival in der ganzen Stadt, das weit über die Wettkampfstätten hinausreicht und bis ins Herz der
weltweit ersten dualen Olympiastadt reichen wird", heißt es in der Pressemitteilung der ISU. Die Veranstaltung soll "eine starke Plattform schaffen, um
Athlet*innen, Fans, Medien, Partner und lokale Communities in einer einzigartigen Festivalatmosphäre zusammenzubringen."
Mehr zum 60. ISU-Kongress auf der Webseite der International Skating Union.
Deutsche Meisterin Julia Grabowski wechselt zum
Paarlaufen
(DEU, 02.06.2026, Foto: Copyright Luca Tonegutti) Die Deutsche Meisterin im
Eiskunstlaufen 2026, Julia Grabowski, wird die Disziplin wechseln und will als Paarläuferin
durchstarten. Die 18 Jahre alte Einzelläuferin aus Essen wird fortan ein perspektivreiches
Paar mit dem aus Ostwestfalen stammenden Läufer Lukas Gneiding bilden. Das
gemeinsame Debüt auf größerer Bühne ist bei den kommenden Deutschen
Meisterschaften geplant.
Ihren größten sportlichen Erfolg feierte Julia Grabowski in der abgelaufenen Saison mit
dem Gewinn des deutschen Meistertitels bei den Frauen in Oberstdorf, wo die aus Essen
kommende Dreifach-Springerin zuletzt bei der zweimaligen Olympia-Teilnehmerin Nicole
Schott trainierte. Eine bessere Perspektive, es bis in die Weltspitze zu schaffen, gibt es für
die 18-Jährige im Paarlaufen. Die Zusammenstellung des neuen Paares
Grabowski/Gneiding folgt der neuen Strategie der Deutschen Eislauf-Union (DEU): Gut
ausgebildete Einzelläufer*innen durch einen Disziplin-Transfer für das Paarlaufen zu
gewinnen und so die Königsdisziplin des deutschen Eiskunstlaufs – mit den Weltmeistern
Minerva Hase/Nikita Volodin an der Spitze – nachhaltig zu stärken und langfristig
internationale Erfolge zu ermöglichen.
„Das Paarlaufen hat mir schon immer sehr gefallen“, sagt Julia Grabowski. „Ich war offen
und habe mich gefreut, etwas Neues auszuprobieren. Nach dem Tryout mit Lukas stand
für mich fest, dass ich Paarläuferin werden möchte.“ War es zu Beginn noch ungewohnt für
die Einzelläuferin, einen Partner an der Seite zu haben, fand das Paar schnell einen
gemeinsamen Flow auf dem Eis. „Bei den Hebungen und Würfen habe ich Lukas sehr
schnell vertraut, sodass ich keine Angst bei den Elementen hatte.“
Tipps von der Olympiasiegerin
Julia Grabowskis zukünftiger Partner auf dem Eis, Lukas Gneiding, ist ein talentierter
Paarläufer, der in der vergangenen Saison mit seiner vormaligen Partnerin Anfisa
Sevastianova Deutscher Juniorenmeister wurde und in der Junior-Grand-Prix-Serie ein
Top-Ten-Resultat erzielte. „Das erste Tryout im April verlief super, wir waren alle sehr
begeistert, wie schnell Julia die Paarlauf-Elemente lernt. Viele Faktoren wie Sprünge oder Größe stimmen und ich habe auch das Gefühl, dass wir optisch als
Paar gut herausstechen könnten“, sagt der 22-Jährige, der es zu Europa-/Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen schaffen will. „Die größte
Herausforderung wird sein, als Paar komplett eins zu werden, auch beim Läuferischen und Tänzerischen.“
Das neu zusammengestellte Paar wird am Bundesstützpunkt in Berlin beim ehemaligen Olympia-Teilnehmer im Paarlaufen, Ruben Blommaert, trainieren und
mit weiteren Trainer*innen zusammenarbeiten. „Die Grundlage für erfolgreiches Paarlaufen sind die Skating Skills und Einzelsprünge, die man schon
mitbringen muss, bevor man den Disziplin-Wechsel macht, die Paarlauf-Elemente sind langfristig von allen zu lernen. Beide Sportler können gut springen und
eislaufen und sind sehr motiviert. Ich freue mich auf die Reise mit ihnen und glaube, dass wir als Team sehr gut zusammenpassen“, sagt der junge Coach, der
wie Paarlauf-Bundesnachwuchstrainer Rico Rex davon überzeugt ist, für Gneiding die richtige Partnerin gefunden zu haben.
Beim Erlernen der Basic-Paarlauf-Elemente, wie Hebungen, Todesspiralen und Würfen, bekommt das neue Paar im Juni am Bundesstützpunkt Oberstdorf
eine Woche lang Unterstützung von Paarlauf-Olympiasiegerin Aljona Savchenko. Nach dem Umzug von Julia Grabowski in die Hauptstadt startet das Duo
dann ab Juli mit dem gemeinsamen Training in Berlin. Das erste Hauptziel sind die kommenden Deutschen Meisterschaften im Dezember. Dort möchten
Grabowski/Gneiding zeigen, was sie können und sich vor allem für die Saison 2027/2028 präsentieren. Einen perfekten parallelen Dreifach-Salchow kann das
neue Paar bereits ausführen.
Eiskunstlauf-Jubiläums-Party beim 20. ISU Adult in Oberstdorf
(DEU, 24.05.2026) Das 20-jährige Jubiläum der International Adult Figure Skating Competition – kurz ISU Adult – war ein großes Fest des Eiskunstlaufens. Mit
660 Teilnehmer*innen aus 36 Nationen stand das Eissportzentrum Oberstdorf beim weltgrößten Adult-Wettbewerb der Sportart eine Woche ganz im Zeichen
des Erwachsenen-Eiskunstlaufens. Die deutschen Starter*innen sicherten sich insgesamt 37 Podiumsplätze. Einen Heimsieg mit starker Leistung feierte am
letzten Tag Eva Gerlach vom EC Oberstdorf.
Von Späteinsteiger*innen über langjährige Hobby-Läufer*innen, frühere Leistungssportler*innen bis hin zu ehemaligen Olympia-Teilnehmer*innen – beim
großen ISU Adult in Oberstdorf kamen von 17. bis 22. Mai 2026 Eiskunstläufer*innen aus der ganzen Welt zusammen, um ihre Programme beim Saison-
Highlight zu präsentieren. Die sechs Wettbewerbstage im Eissportzentrum Oberstdorf, das mit seinen drei Eisflächen unter einem Dach ideale Bedingungen
bietet, waren jeweils von 6:00 bis 23:00 Uhr mit Training, Wettkampf und Siegerehrungen gefüllt. Insgesamt 87 Wettbewerbskategorien, kombiniert aus fünf
Altersklassen (I bis V), fünf Leistungsklassen (Bronze bis Masters Elite), fünf Disziplinen (Einzellaufen bis Synchron) und zwei Programmarten im Einzel- und
Paarlaufen (Artistik und Free Skating), gingen bei bester Stimmung über die Bühne.
"Es war wie immer ein beeindruckender Wettbewerb – weltoffen angesichts des großen internationalen Teilnehmerfelds und zugleich familiär. Und doch war es
diesmal etwas anders als sonst. Allen war bewusst, dass die Veranstaltung der 20. Adult ist, das hat eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen", sagt DEU-
Präsident Dr. Andreas Wagner. Auf die Erfolgsgeschichte des weltweit angesehenen Wettbewerbs ist die Deutsche Eislauf-Union stolz. "Dabei ist uns bewusst,
dass wir als Verband vor allem Rahmenbedingungen geschaffen und Impulse geliefert haben. Zu einem beträchtlichen Teil ist der Wettbewerb ein
Gemeinschaftsprodukt der internationalen Adult-Familie."
37 Podiumsplatzierungen für deutsche Adult-Skater
Die insgesamt 61 deutschen Starter*innen, die teils in mehreren Wettbewerben an den Start gingen, durften sich zum Jubiläum über 37 Podiumsplatzierungen
freuen, darunter 14 Siege. Die wohl stärkste deutsche Adult-Skaterin kam vom ausrichtenden EC Oberstdorf: Eva Gerlach gewann am Abschlusstag in der
Kategorie Masters Women II Free Skating mit souveränen Doppelsprüngen, hochklassigen Pirouetten und einer eleganten Choreographie. "Der Auftritt war so
schön, das Publikum ist so mitgegangen und ich habe es so genossen. Die Adult-Community ist wundervoll: Die Herzlichkeit und Unterstützung, die man von
allen erfährt und auch der kulturelle Austausch", sagte die 38-Jährige, die noch weitere Jahrzehnte an den Start gehen will. "Ich bin jetzt fünfmal mitgelaufen
und hoffe, dass ich die nächsten 20, 30 Jahre dabei sein darf."
Denn der ISU Adult zeigt, dass Eiskunstlaufen bis ins hohe Alter möglich ist. Jana Přibylová aus Tschechien, eine der ältesten Teilnehmer*innen, die zu
Beatles-Klängen elegant über das Eis glitt und kurz nach dem Wettbewerb ihren 80. Geburtstag feiern wird, ist sich sicher: Mit 80 Jahren möchte sie bei der
nächsten Ausgabe 2027 wieder mitlaufen. "Ich liebe den Eissport, Bewegung ist Leben und ich freue mich, anderen zu zeigen, dass man Eiskunstlaufen lange
machen kann", sagt die 79-Jährige. Für Staunen in der Halle und großer Reichweite in den sozialen Medien sorgte Anette Konstanzer vom SC Riessersee, die
mit 70 Jahren zweimal den Axel-Sprung stand und Silber in der Kategorie Gold Women V Free Skating holte. Als älteste deutsche Teilnehmerin glänzte Doris
Vey (75 Jahre) mit Platz eins und zwei im Wettbewerb Bronze Women V (Free Skating & Artistik).
Bei fast allen 20 Ausgaben des ISU Adult auf dem Podium war der Berliner Felix Warnholtz – in Oberstdorf betreut von der früheren Europameisterin Evelyn
Klaudt (geb. Großmann). "Das Schönste ist es, mit meinen Konkurrenten aus aller Welt zu laufen und sich jedes Jahr wieder zu treffen. Wir sind schon alle
ehrgeizig, aber am Ende ist es vor allem Spaß", sagt der 55-Jährige, der in dem Jahr zwei Siege (Artistik & Free Skating) abräumte. Er erinnert sich noch
daran, bei der ersten Ausgabe 2005 mit nur acht deutschen Adult-Läufer*innen aus Berlin vor Ort gewesen zu sein. Seither ist Adult Figure Skating in
Deutschland stark gewachsen. Der Wettkampf zieht auch neue Sportler*innen bzw. Rückkehrer an. So hat der bekannte DJ (z.B. Remixer für die berühmte
Band The Black Eyed Peas) und Musik-Produzent Damon Paul aus Böblingen (Stuttgart) nach 28 Jahren Auszeit vom Eiskunstlaufen seine Leidenschaft für
den Sport wieder entdeckt und trat nach nur eineinhalb Jahren Training an. Als vermutlich stärkster deutscher Teilnehmer im Einzellaufen mit soliden
Doppelsprüngen verpasste der 44-Jährige das Podest (Masters Men II Free Skating) mit Platz vier nur knapp. "Oberstdorf war mein Ziel, ich wollte es nochmal
wissen. Es war schon aufregend, du stehst alleine auf dem Eis und hast nur eine Chance", erzählt er. In den nächsten Monaten will er sich im Training sogar
an Doppelaxel und Dreifachen probieren.
Große Glitzer-Skaters Party im Oberstdorf Haus
Der ISU Adult ist auch eine Begegnung verschiedener Eiskunstlauf-Generationen. Ein Meister seiner Zeit war Norbert Schramm. Der zweimalige Europa- und
Vize-Weltmeister war als Event Ambassador vor Ort und führte Siegerehrungen durch. "Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, was die Läufer*innen
aufs Eis zaubern und es ist wunderschön, wie sich die Sportler*innen auf dem Eis gegenseitig feiern. Jeder, der hier an den Start geht, geht an seine
Grenzen", sagt Schramm. "Die Masters- und Elite-Klassen sind von der sportlichen Seite sehr anspruchsvoll, man sieht, dass das alle sehr gute
Eiskunstläufer*innen waren und es ist beeindruckend, was sie heute noch können." Mit einem Kopfstand auf dem Eis beendete sein früherer Kontrahent Gary
Beacom (66 Jahre; Kanada) spektakulär sein Kür-Programm.
Feierlicher Abschluss war am Freitagabend die funkelnd dekorierte Skaters Party im Oberstdorf Haus mit 560 Gästen, Live-Band und DJ. Unter dem Motto
"Shine bright like a diamond" glitzerte die bunte, internationale Eiskunstlauf-Community auf der Tanzfläche noch mehr als auf der Eisfläche. "Die
Jubiläumsveranstaltung war eine sehr gelungene Mischung aus den Traditionen, die über 20 Jahre beim ISU Adult gewachsen sind, und Neuerungen, die von
allen mitgetragen wurden. Wir gehen zusammen in eine neue Ära des Adult und wollen alle weiter mitnehmen und ein schönes, unvergessliches Event bieten",
sagt DEU-Geschäftsführerin Tatjana Wagner, die das Adult-Jubiläum mit ihrem Orga-Team in Zusammenarbeit mit dem EC Oberstdorf, den Sportstätten und
der Adult Figure Skating Group stemmte.
Paarlauf-Stars Hase/Volodin setzen Karriere bis Olympia 2030 fort
(DEU, 22.05.2026) Die Paarlauf-Weltmeister Minerva Hase/Nikita Volodin werden ihre Eiskunstlauf-Karriere fortsetzen. Dies teilten die beiden 26-
Jährigen der Deutschen Eislauf-Union (DEU) mit. Nach dem Gewinn der Olympia-Bronzemedaille in Mailand und dem WM-Titel in Prag hielt sich das
Paar aus Berlin eine Fortsetzung seiner Erfolgsgeschichte zunächst offen. Jetzt steht fest: Mit bewährtem Trainerteam und motiviert für Neues
visieren die Europameister von 2025 das Ziel Olympische Winterspiele 2030 in Frankreich an.
Die Popularität der Sportart Eiskunstlaufen ist in der Olympiasaison stark angestiegen, höchste TV-Einschaltquoten, Weltstars, ausverkaufte Arenen und eine
gigantische WM-Event-Presentation tragen dazu bei, dass sich immer mehr Fans für die Künste auf dem Eis begeistern. Dass Beliebtheit und Interesse der
Sportart in Deutschland steigen, ist besonders Minerva Hase und Nikita Volodin zu verdanken. Mit ihren Erfolgen in den vergangenen drei Jahren zieht das
Weltmeister-Paar immer mehr Aufmerksamkeit auf sich. Weltmeister, Europameister, Olympia-Bronze, zwei weitere WM-Medaillen, ein EM-Vize-Titel und zwei
Siege im Grand-Prix-Finale – so die bisherige, beeindruckende Bilanz.
Diese Erfolgsgeschichte soll mindestens einen Olympiazyklus weitergehen. "Wir haben uns für die Fortsetzung unserer Karriere entschieden, weil wir beide
denken, dass wir unser Potential als Paar noch nicht ausgeschöpft haben und uns noch weiterentwickeln können. Wir planen die vier Jahre bis zu den
Olympischen Spielen 2030 zu laufen. Das Ziel ist es, weiter mit den besten Paaren mithalten zu können", sagt Minerva Hase. Viel hat das Paar schon erreicht,
aber noch nicht alles. Dass die Olympiamedaille von Mailand bronzefarben schimmert, ist für Nikita Volodin Motivation genug. "Ich glaube, wir haben unser
Bestes noch nicht gezeigt – sowohl läuferisch als auch in Bezug auf die Elemente und Präsentation. Und die Begeisterung der deutschen Fans für den
Eiskunstlauf, die in den letzten Jahren gewachsen ist, gibt uns natürlich viel Kraft", sagt der 26-Jährige.
Minerva Hase und Nikita Volodin können auch in Zukunft auf ihr bewährtes Trainerteam setzen. "Wir haben ein breites Team, das hinter uns steht", freut sich
Minerva Hase. Head Coach ist weiter Paarlauf-Experte Dmitry Savin, der das Training des Paares am DEU-Bundesstützpunkt Berlin aus der Ferne lenken und
Hase/Volodin bei den Wettbewerben betreuen wird. Das tägliche Training vor Ort in ihrer Heimat Berlin wird weiterhin der erfahrene Knut Schubert
durchführen, der in dieser Saison auch bei den Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften an der Seite des Paares war. Bestandteil des Betreuerteams
bleiben ebenso Sidnei Brandao als Tanz-, Choreo- und Balletttrainer und Marten Reich als Athletiktrainer. Im Sommer ist geplant, mit Joti Polizoakis an den
Skating Skills zu arbeiten und sich hier zu verbessern.
Neue Elemente und neuer Style für die Saison 2026/2027
Die Regeländerungen der International Skating Union (ISU) im Paarlaufen für die nächste Saison bieten neue Möglichkeiten. Neue vorgeschriebene Elemente
in der Paarlauf-Kür sind eine Choreo-Hebung und eine Choreo-Pirouette. "Wir wollen neue Ideen und Hebungen ausprobieren und offen für Neues sein",
verrät Minerva Hase. Auch ihr Coach Dmitry Savin spricht im Interview mit der DEU von neuen Impulsen: "Ich möchte, dass sich Minerva und Nikita in Zukunft
choreographisch weiterentwickeln. Ich will einen neuen und anderen Style sehen, wir werden etwas Neues ausprobieren und sehen, wie es funktioniert."
Nach der ereignisreichen Olympiasaison wollen Minerva Hase/Nikita Volodin in die kommende nacholympische Saison 2026/2027 etwas später einsteigen – in
Richtung der Grand-Prix-Serie, gegebenenfalls mit einem Challenger-Wettkampf zuvor. Ziel in der ersten Saisonhälfte ist die Qualifikation für das Grand-Prix-
Finale 2026 in Chongqing (China; 10. bis 13. Dezember) und die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften im Dezember. In der zweiten Saisonhälfte sind
die Highlights die Eiskunstlauf-Europameisterschaften 2027 in Lausanne (Schweiz; 25. bis 31. Januar 2027) und die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 2027 in
Tampere (Finnland; 15. bis 21. März 2027), wo sie als Titelverteidiger antreten. Die Fans dürfen sich also auf weitere Auftritte des deutschen Traumpaares auf
dem Eis freuen.
Team Berlin 1 bei Synchron-WM unter den besten vier Nationen der Welt
(DEU, Pamela Lechner, 12.04.2026) Der 30-fache Deutsche Meister Team Berlin 1 konnte bei den Weltmeisterschaften im Synchroneiskunstlaufen 2026 in
Salzburg (Österreich) an seine guten WM-Platzierungen der Vorjahre anschließen und mit Rang sieben erneut ein sehr starkes Ergebnis erzielen.
Bei seinem Tango-Kurzprogramm begeisterte Team Berlin 1 die vielen deutschen Fans in Salzburg mit einer fehlerfreien Vorstellung und verschaffte sich mit
Platz sechs eine optimale Ausgangsposition für die Kür-Entscheidung. Auch in der Kür lief das Team aus Berlin trotz eines Sturzes zu einer neuen
Saisonbestleistung und kam mit der Gesamtpunktzahl von 197,60 Punkten nahe an die 200-Punkte-Marke. Damit reihte sich das erfolgreichste deutsche
Synchron-Team auf dem siebten Platz ein - direkt hinter den sechs Teams der drei führenden Synchron-Nationen Kanada, USA, Finnland. Der WM-Titel ging
an das kanadische Team Les Surpremes. Mit dem Ergebnis sicherte Team Berlin 1 erneut zwei deutsche Startplätze für die nächsten Weltmeisterschaften im
Synchroneiskunstlaufen 2027.
"Wir haben in beiden Programmen eine Saisonbestleistung erreicht und wieder einen zweiten WM-Startplatz für Deutschland geholt. Damit haben wir das
eigentliche Ziel erreicht", sagt die Berliner Team-Kapitänin Aida Aleskerova. "In der Kür haben wir uns zwei kleine Fehlerchen erlaubt, das hatte aber keine
Auswirkung auf unsere Leistung, wir sind sehr zufrieden." Beide Programme lief das Team zu Musiken des Komponisten Gabriel Saban, eine Mischung aus
klassisch und modern. Im Sommer will das Team seine Schritte und Skating Skills verbessern, bevor es im August ins Trainingslager zum Aufbau der neuen
Programme geht.
Das zweite deutsche Team, Team United Angels aus Stuttgart, musste im Kurzprogramm zwei Stürze verkraften und konnte sich in der Kür mit einer
Saisonbestleistung von 146,38 Punkten von dem 17. Platz noch auf den 16. Rang verbessern. "Die Saison war schwierig, wir hatten viele Verletzte und Kranke
bei Wettkämpfen. Die Saison hat uns zusammengeschweißt und die WM war so ein schöner Abschluss", sagt Team-Kapitänin Timea Fingerle. Und Team-
Kapitänin Emilia Woyke ergänzt: "Bei einer Weltmeisterschaft Sesons Best, besser kann es nicht laufen, das fühlt sich unbeschreiblich gut an." Groß war die
Freude beim Team auch über die vielen deutschen Fans im Publikum.
Neues Format Synchro9 vorgestellt
Vor dem Kür-Wettbewerb stellte die International Skating Union (ISU) das neue Format Synchro9 vor, bei dem neun statt wie bisher 16 Läufer*innen in einem
Synchron-Team laufen, und das bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2028 erstmals im Olympischen Programm sein wird. Die ISU strebt mit Synchro9
langfristig die Aufnahme in das Programm der Olympischen Winterspiele an. Die drei besten Nationen im Synchroneiskunstlaufen, USA, Kanada und Finnland,
demonstrierten mit ihren Teams je ein Programm zu neunt auf dem Eis. Mit Tempo, Akrobatik und Kreativität begeisterte das neue Format auf Anhieb die
Zuschauer.
Ein Bild des neuen Formats machte sich vor Ort auch Team Leaderin und DEU-Geschäftsführerin Tatjana Wagner, die bei der Deutschen Eislauf-Union für die
Disziplin Synchroneiskunstlaufen verantwortlich ist. "Die rasante Entwicklung im Synchroneiskunstlaufen der letzten Jahre zeigt sich nun auch in einem neuen
Format. Synchro9 muss sicher noch seinen spezifischen Schwerpunkt finden, aber gerade am Anfang gibt es uns viele Chancen eine wichtige Rolle in der
Entwicklung der Sportart zu spielen", sagt Tatjana Wagner, die sich über das Abschneiden der deutschen Teams freute. "Team Berlin 1 hat gezeigt, dass das
Team zur internationalen Spitze gehört. Ich bin sehr stolz, dass wir wieder die viertbeste Nation der Welt im Synchroneiskunstlaufen sind. Auch das Team aus
Stuttgart hat sich in einer sehr starken Konkurrenz gut behauptet. Das Niveau war sehr hoch. Wir müssen unsere Trainer*innen und Teams mehr unterstützen,
sodass wir weiterhin mithalten und uns entwickeln können."
WM-Kür-Finale Highlight für Janse van Rensburg/Steffan
(Pamela Lechner, DEU, 29.03.2026) Die Olympia-Teilnehmer im Eistanzen Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan haben bei den
Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag im Finale in diesem Jahr erstmals ihre Flamenco-Kür präsentiert und den 17. Platz erreicht. Vor 15.000
Zuschauern in der O2-Arena ein besonderer Moment.
Es war so etwas wie der krönende Saisonabschluss für die Oberstdorfer Eistänzer Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan. Nach der krankheitsbedingt
zurückgezogenen EM-Teilnahme und dem verpassten Olympia-Finale durften die fünfmaligen Deutschen Meister in der ausverkauften O2-Arena vor 15.000
Zuschauern in der zweiten Saisonhälfte endlich ihre geliebte Flamenco-Kür zeigen. Das Eistanzpaar kam in einem Fluss und ohne Fehler durch das
Programm und erzielte bei seiner vierten WM-Teilnahme den 17. Platz (177,53 Punkte). In der zweiten Hälfte des Programms nahm das Publikum den
Rhythmus der spanischen Klänge auf und klatschte im Takt zur Schrittfolge.
"Wir haben gezeigt, was für ein tolles Programm wir mit der Kür haben und ich bin wahnsinnig stolz darauf, was wir heute hier in Prag abgeliefert haben. Die
Kulisse ist gigantisch, die Halle fantastisch", sagte Benjamin Steffan, dessen Vorfreude auf den Auftritt groß war. "Es war eine lange Saison mit vielen Höhen
und ein, zwei Tiefen leider auch, die bei so einer Menge an Wettkämpfen unvermeidlich sind. Die Weltmeisterschaft hat dem Ganzen nochmal eine Krone
aufgesetzt und es hat wirklich Spaß gemacht." Von der Bewertung hätten sich die Beiden etwas mehr erwartet. "Vom Gefühl her war es der beste Lauf der
Saison", meinte Jennifer Janse van Rensburg. Nach dem wohlverdienten Urlaub streben die Olympia-Teilnehmer die Vorbereitung auf die nächste Saison an.
Gold für Hase/Volodin – Eiskunstlauf-WM in Prag stiehlt Olympia die Show
(DEU, 29.03.2026, Foto: © ISU) Die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag waren der krönende Abschluss der Olympiasaison – und beste
Werbung für den Sport. Die International Skating Union (ISU) hat die Event Presentation der WM mit Feuerwerk und Lichter-Show auf ein neues
Level der Inszenierung gebracht, die den Sport mit seinem Show-Charakter perfekt in Szene setzt. Mehr als 111.000 Zuschauer sahen das Spektakel
in der O2-Arena über die vier WM-Wettbewerbs-Tage. Für das Team der Deutschen Eislauf-Union (DEU) war die WM, angeführt von den neuen
Paarlauf-Weltmeistern Minerva Hase/Nikita Volodin, ein voller Erfolg.
Highlight aus deutscher Sicht war bei der Eiskunstlauf-WM 2026 das Paarlaufen. Auf Olympia-Bronze ließen Minerva Hase/Nikita Volodin in Prag mit neuer
Bestleistung von 228,33 Punkten WM-Gold folgen. Damit haben sie den WM-Medaillensatz nach Bronze 2024 und Silber 2025 komplett. "Die Leistung von
Minerva und Nikita bei den Weltmeisterschaften war großartig. Ein Weltmeistertitel ist etwas Einmaliges und es ist der erste WM-Titel in ihrer Karriere. Für den
deutschen Eiskunstlauf ist der WM-Titel etwas ganz Besonderes, den gewinnt man nicht jeden Tag", sagt DEU-Sportdirektor Jens ter Laak. Für die deutschen
Paare fühlte sich die Kür-Entscheidung fast wie eine Heim-WM an. Viele deutsche Fans sind nach Prag gereist und säumten die Ränge mit schwarz-rot-
goldenen Flaggen – eine ganz neue Fan-Kultur.
Auch das zweite deutsche Paar Annika Hocke/Robert Kunkel feierte mit Platz sieben einen starken Saisonabschluss und ging mit seinem spektakulären
Headbanger durch alle Medien. "Annika und Robert haben ein tolles Programm abgeliefert und konnten wie schon bei den Olympischen Spielen zeigen, dass
sie zu den besten Top-Ten-Paaren der Welt gehören. Es ist schön zu sehen, dass wir mit zwei Paaren unter den besten Paarläufern der Welt angekommen
sind", so der Sportdirektor. "Wir möchten diese Erfolge als traditionelle Paarlauf-Nation auch zukünftig fortsetzen und noch mehr in die Nachwuchsarbeit der
Disziplin investieren."
WM-Final-Ziele im Eistanzen und Einzellaufen erreicht
In den anderen beiden Disziplinen mit deutscher Beteiligung wurde das Ziel der WM-Finalteilnahme jeweils erreicht. Im Eistanzen konnten Jennifer Janse van
Rensburg/Benjamin Steffan im Kürtanz ihren 17. Platz aus dem Rhythmustanz halten und beweisen, dass sie in die großen internationalen Finals gehören.
"Jennifer und Benjamin laufen schon zehn Jahre zusammen. Es ist schön, dass sie sich am Ende der Saison, in der es nicht durchgängig gut gelaufen ist, so
präsentieren konnten. Vor allem das verpasste Olympia-Finale war ein herber Schlag für die Beiden. Dass sie jetzt nochmal ihre Leistung abrufen und ins
Finale einziehen konnten, ist ein tolles Ergebnis und ein schönes Erlebnis zum Ende der Saison", meint ter Laak.
Im Einzellaufen war die DEU bei den Männern durch den starken Junior Genrikh Gartung vertreten. Der Deutsche Meister schaffte es bei seinem WM-Debüt
als jüngster Teilnehmer im Feld ins Finale und beendete die Kür auf Platz 24 unter insgesamt 36 Teilnehmern. "Bei Genrikh ist allein die Tatsache, dass er bei
der WM seine beiden Programme, Kurzprogramm und Kür, anbieten konnte, bei dieser Konkurrenz ein großer Erfolg. Man darf nicht vergessen, dass er erst
18 Jahre alt und eigentlich noch ein Junioren-Läufer ist, und er sich in Prag schon auf internationaler Ebene mit seinem Potenzial und seiner Palette an
Vierfachsprüngen vorstellen konnte", erklärt der DEU-Sportdirektor.
So lautet das Gesamt-Fazit für das DEU-Team: "Angeführt von den Weltmeistern, was ein grandioser Erfolg ist, konnten alle Sportler fast ihr Maximum
rausholen. Natürlich kann jeder individuell noch einen draufsetzen, selbst die Weltmeister. Potenzial nach oben ist immer vorhanden, aber grundsätzlich ist es
für uns ein sehr gutes Ergebnis, dass wir uns in allen drei Disziplinen, in denen wir am Start waren, im Finale präsentieren konnten", sagt Jens ter Laak. Bis
auch die vierte Disziplin, die Frauen-Konkurrenz, mit einer deutschen Dame besetzt ist, braucht es Geduld: "Wir haben sowohl im Junioren Damen als auch im
Junioren Herren Bereich potenzielle Kandidaten, die in der Zukunft Deutschland bei internationalen Meisterschaften vertreten können. Ich bin positiv
eingestellt, dass wir uns nach einer Durststrecke auch bei den Frauen in den nächsten Jahren wieder präsentieren können." In der kommenden Saison werden
die besten deutschen Juniorinnen noch nicht das Mindestalter für EM- und WM-Teilnahmen erfüllen.
Genrikh Gartung bei WM-Premiere auf Platz 24
(DEU, 28.03.2026 / Fotos: ISU) Sein Ziel hat Genrikh Gartung mit dem Erreichen des Finals bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag
erreicht. Als jüngster Teilnehmer im Feld beendete der 18-Jährige seine WM-Premiere mit dem 24. Platz und nimmt positive Erfahrungen für seine
Zukunft mit.
Im Kurzprogramm hatte Genrikh Gartung am Donnerstag alles gegeben, erstmals zwei Vierfache im Kurzprogramm gezeigt und bei seiner ersten WM direkt
das Finale erreicht. Das war ein Erfolg, der Kraft kostete. In der Kür, in der er drei Vierfache geplant hat, fehlte ihm die nötige Stärke, um nochmals eine gute
Leistung abzurufen. Beim Vierfach-Flip zum Auftakt musste der Deutsche Meister bei der Landung die Hand zur Hilfe nehmen. Den Vierfach-Lutz und
Dreifach-Axel machte er nur doppelt bzw. einfach. Den dritten Vierfachen zog er wieder voll durch, musste aber einen Sturz kassieren. Am meisten Punkte
brachte ihm die Sprungsequenz Dreifach - Lutz - Doppelaxel - Doppelaxel, die er im Wettbewerb souverän beherrscht. Im Endergebnis erreichte Genrikh
Gartung bei seinem WM-Debüt den 24. Platz (192,31 Punkte).
"Ich habe im Kurzprogramm alles gegeben und dachte, dass es in der Kür auch nochmal gut läuft, aber ich hatte nicht mehr genug Kraft. Ich habe bis zum
Ende gekämpft", sagte Genrikh Gartung, der um 06:30 Uhr Training hatte und eine lange Saison hinter sich hat. "Für die Zukunft möchte ich lernen, noch mehr
Selbstbewusstsein und Stabilität zu gewinnen. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Jahren gut weiterarbeiten kann und verletzungsfrei bleibe." Die grandiose
Atmosphäre in der vollen O2-Arena in Prag hat der 18-Jährige bei seiner WM-Premiere aufgesaugt. "Es war super, dass so viele Fans da waren, sogar früh
am Morgen beim Training waren schon Zuschauer, sowas habe ich noch nicht gesehen." Sein Trainer Niko Ulanovsky ist mit dem Abschneiden seines
Schützlings zufrieden: "Die WM war für Genrikh eine gute Erfahrung und wir nehmen das Positive mit." Nach einem kurzen Urlaub wird Genrikh Gartung zwei
neue Programme für die nächste Saison einstudieren.
Minerva Hase/Nikita Volodin krönen sich zum Weltmeister
(DEU, 27.03.2026 / Fotos: ISU) Zum krönenden Abschluss der Olympiasaison haben Minerva Hase / Nikita Volodin bei den Eiskunstlauf-
Weltmeisterschaften in Prag die Goldmedaille im Paarlaufen gewonnen. Ihre Team-Kollegen Annika Hocke / Robert Kunkel wurden starke WM-
Siebte und zeigten als erstes Paar in einem Wettbewerb den spektakulären Headbanger.
Was für ein emotionaler Abend! Von einem Meer an deutschen Fans und Fahnen unterstützt und gefeiert holten Minerva Hase / Nikita Volodin WM-Gold in
Prag. Damit haben die Paarläufer aus Berlin den WM-Medaillensatz komplett: Nach Bronze 2024 bei der WM in Montreal und Silber bei der WM 2025 in
Boston folgte in Prag vor einer fantastischen Kulisse in der O2-Arena die Krönung mit dem goldenen WM-Titel. Mit einer neuen Bestleistung von 228,33
Punkten waren die deutschen Paarlauf-Stars nicht zu schlagen und setzten sich mit fast zehn Punkten Vorsprung vor den georgischen Europameistern
Anastasiia Metelkina / Luka Berulava (218,41 Punkte) und den Kanadiern Lia Pereira / Trennt Michaud (216,09 Punkte) durch.
"Weltmeister zu sein, ist ein unglaubliches Gefühl", sagt Minerva Hase. "Es ist sehr schön, die Saison auf so einem hohen Level mit zwei so guten
Programmen zu beenden. Das Gefühl in der ganzen Kür war sehr besonders. Auch wenn der Fehler beim Salchow da war, haben wir das Programm nicht
verloren. Wir sind von Anfang bis Ende mutig und mit Schwung gelaufen. Diese Masse an Menschen, die in der Arena war, hat uns so viel Kraft gegeben. Es
war nach der Kür sehr emotional, die ganzen Zuschauer zu hören, den Moment wollten wir so lange wie möglich genießen."
Für Nikita Volodin ist mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. "Es war mein Traum, Weltmeister zu werden und jetzt
ist es meine Geschichte. Es geschafft zu haben, gibt mir ein sehr gutes Gefühl", sagt der 26-Jährige. Für den deutschen Eiskunstlauf ist es das erste WM-Gold
seit acht Jahren. Die Olympiasieger Aljona Savchenko / Bruno Massot hatten zuvor 2018 zuletzt den WM-Titel gewonnen. Mit Olympia-Bronze, EM-Silber und
WM-Gold können Minerva Hase / Nikita Volodin stolz auf ihre erfolgreichste Saison blicken.
Hocke/Kunkel mit Headbanger-Premiere WM-Siebte
Auch das zweite deutsche Paar, Annika Hocke / Robert Kunkel, sorgte für Furore. Die Berliner kämpften sich mit einer starken Kür vom zehnten Rang aus dem
Kurzprogram noch auf den siebten Platz nach vorne. Mit 194,11 Punkten erreichten die Olympia-Zehnten exakt die gleiche Punktzahl wie bei den Olympischen
Winterspielen in Mailand. Begeisterung und Staunen entfachten die Deutschen Vizemeister am Ende ihres Programms mit einer Überraschung: Als erstes
Paar zeigten sie im Wettbewerb den spektakulären Headbanger, den sie bisher nur in Shows präsentierten.
"Wir sind überglücklich, ich bin sprachlos, die Zuschauer waren unglaublich und wir sind froh unseren Trainern so ein schönes Saisonende bereitet zu haben",
sagt Annika Hocke unmittelbar nach dem Wettkampf. "Die Standing Ovations waren wie schon bei Olympia überragend. Es ist toll, so ein Feedback vom
Publikum zu bekommen, dafür machen wir das. Wir wollten mit dem Headbanger etwas zeigen, was noch kein Paar vor uns gemacht hat", berichtet Robert
Kunkel. An diesem denkwürdigen Abend für das deutsche Paarlaufen waren mehr als 13.000 Zuschauer in der Eishalle und feierten eine große Eiskunstlauf-
Party. Bei der Siegerehrung gab es erstmals ein Feuerwerk
.
DEU-Sportdirektor Jens ter Laak: "Wir haben Bronze gewonnen, nicht Gold verloren!"
(DEU, 23.02.2026) Am Sonntag gingen die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand/Cortina mit der Abschlussfeier in Verona zu Ende. Größter Erfolg für die
Deutsche Eislauf-Union war der Gewinn der Bronzemedaille im Paarlaufen durch Minerva Hase/Nikita Volodin. Eine Top Ten-Platzierung erreichte das zweite
Paar Annika Hocke/Robert Kunkel. Das Einstanz-Finale verpassten Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan. DEU-Sportdirektor Jens ter Laak zieht im
Interview ein Olympia-Fazit und blickt auf die anstehenden Weltmeisterschaften in Prag und den nächsten Olympiazyklus voraus.
Jens ter Laak, wie fällt Ihr Fazit zum Abschneiden des DEU-Teams in Mailand aus?
Jens ter Laak: Wir haben Bronze gewonnen, nicht Gold verloren! Nach acht Jahren die erste olympische Medaille ist bei lediglich zwei besetzten Disziplinen
von fünf Medaillenentscheidungen eine gute Quote für die Deutsche Eislauf-Union und ein besonderer Erfolg für das noch junge Team „Miniki“ (Minerva und
Nikita), die sich seit 2023 dem internationalen Wettbewerb stellen. Auch mit der Top Ten-Platzierung von Annika und Robert hat sich das Paarlaufen sehr gut
präsentiert. Wir sind sehr stolz auf diese Leistungen.
Im Eistanzen wurde das Finale nicht erreicht. Wie kam das?
Jens ter Laak: In der zweiten Disziplin, bei der wir dabei waren, dem Eistanzen, können wir nicht zufrieden sein, da wir mit einem Einzug ins Kürfinale fest
gerechnet haben. Hier ist es nicht gelaufen, wie gedacht. Auch Jennifer und Benjamin durften sich mehr ausrechnen. Ein Fehler reicht oftmals schon, um in
diesem hochkarätigen Feld auszuscheiden.
Wie haben sich die deutschen Eiskunstläufer*innen als Teil der deutschen Olympiamannschaft präsentiert?
Jens ter Laak: Unser Sport ist von Ästhetik geprägt und lebt von Präsenz, daher wissen unsere Athletinnen und Athleten ganz gut, wie man sich richtig
verkauft. Das lernen sie von klein auf. Wir haben die Sportler*innen zudem mit einem Medientraining vorbereitet. Auch im Kontakt mit Politikern oder
Journalisten ist unser Team präsent.
Welche Bedeutung hat der Medaillenerfolg von Minerva Hase/Nikita Volodin für den deutschen Eiskunstlauf?
Jens ter Laak: Wir können zeigen, dass wir zumindest in einer Disziplin mit der absoluten Weltspitze konkurrieren und uns im internationalen Feld vorne
behaupten können. Der Erfolg von Paaren ist nicht unbedingt der Herkunft geschuldet, sondern der richtigen Zusammenstellung. Ein Duo muss harmonieren,
d.h. bspw. Größe, Kraft, Hebelwirkung und die Chemie müssen stimmen. Das ist uns bei Minerva und Nikita sichtbar gelungen. Auch wenn wir im Einzellaufen
aktuell nicht vertreten sind, fallen Paarläufer und Eistänzer nicht vom Himmel. Bei der disziplinscharfen Förderbetrachtung unseres Staates muss genau dies
Berücksichtigung finden. Ohne Einzellaufen keine Paare und Eistänzer.
Die deutsche Presse hat nach dem Gewinn der Bronzemedaille von Minerva Hase/Nikita Volodin an vielen Stellen von einer Gold-Enttäuschung
gesprochen. Ist so eine Berichterstattung respektvoll gegenüber den Sportlern und wie zufrieden sind Sie als Sportdirektor mit der Leistung?
Jens ter Laak: Die Deutschen suchen gerne „das Haar in der Suppe“, das macht auch vor der Presse keinen Halt. Man will vom Drama lesen oder hören,
offensichtlich Teil der DNA. Die Japaner sind die Kür ihres Lebens gelaufen, dies muss man neidlos anerkennen. Vielleicht wäre mit dem dreifachen Salchow
von Minerva noch Silber drin gewesen, aber das ist Spekulation. Nach drei Jahren Zusammenarbeit Bronze, andere schaffen es ein ganzes Sportlerleben
nicht. Der Respekt vor der sportlichen Leistung fehlt in Deutschland leider generell, auch bei der wirtschaftlichen Wertschätzung einer Medaille im Vergleich zu
anderen Nationen.
Die Sportart Eiskunstlaufen hat während der Olympischen Winterspiele für hohe Einschaltquoten gesorgt und war auch in den sozialen Medien
omnipräsent. Welchen Platz in den Medien, insbesondere in TV und Livestreams, hätte die Sportart verdient?
Jens ter Laak: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat vor vielen Jahren beschlossen, dass wir nicht interessant sind. Wir sind bei den Winterspielen das
Premiumevent, was man an den märchenhaften Kartenpreisen besonders deutlich merkt. Die Einschaltquoten sprechen ebenfalls dafür. Es wäre angemessen,
wenn sich die Sender im Eiskunstlaufen wieder breiter aufstellen und der Sportart einen höheren Stellenwert beimessen. Die DEU bietet in der
Zusammenarbeit mit den Medien gerne ihre Expertise an.
Nach den Spielen ist vor den Spielen. Ein neuer Olympiazyklus mit den Olympischen Winterspielen 2030 in den französischen Alpen am Horizont
beginnt. Welche Weichen will die DEU stellen, um in vier Jahren wieder in allen Disziplinen und dem Team-Wettbewerb vertreten zu sein?
Jens ter Laak: Wir müssen konstatieren, dass wir in den Einzeldisziplinen den Anschluss verloren und neu aufzubauen haben. Einige hoffnungsvolle Talente
warten im Nachwuchs- und Juniorenalter, die es über die nächsten Jahre zu entwickeln gilt. Hierfür haben wir Projekte zur Entwicklung der
Höchstschwierigkeiten, Dreifach- und Vierfachsprünge, zusammen mit dem IAT ins Leben gerufen. Ein weiteres Projekt in der Talententwicklung ist in Arbeit.
Unsere verbliebenen drei Bundesstützpunkte Berlin, Dortmund und Oberstdorf sind infrastrukturell in die Jahre gekommen, das Trainerpersonal ist im oder vor
dem Ruhestandsalter und frischer Wind fehlt, da der Trainerberuf in Deutschland keine Wertschätzung erfährt. Wir werden versuchen, die Talente in starke
Trainingsgruppen zu entsenden, auch im Ausland. An den Bundesstützpunkten muss eine neue Sportlergeneration heranwachsen, dies wird dauern, denn
auch die Trainerstruktur muss neu aufgebaut werden. Hierzu bedarf es einer anderen finanziellen Ausstattung. Ziel muss es sein, in vier Jahren in allen
Disziplinen wieder dabei zu sein.
Welcher Stellschrauben bedarf es im Einzellaufen?
Jens ter Laak: Als frühspezialisierende Sportart konkurrieren wir mit Ländern, die auf eine Präsenzpflicht in der Schule verzichten und Distanzbeschulung
anbieten. Auch die europäischen Länder um uns herum. Deutschland verliert in verschiedenen Lebensbereichen den Anschluss, weil wir nicht bereit sind, uns
auf veränderte Bedingungen einzulassen. Schule und Sport ist Ländersache, der Föderalismus in der Sportförderung ein absolutes Problem. Im Einzellaufen
sind die Kinder deutlich jünger als in den Paarkonkurrenzen. Früh übt sich. Wenn man die Lernzeitfenster im Eiskunstlaufen nicht passend ausfüllt, verliert
man früh den Anschluss. Die Umfänge und Inhalte sind bei uns zu gering und müssten adaptiert werden. Das geht nur mit anderen Konzepten. Die können wir
schreiben, aber nur mithilfe der Schulträger umsetzen. Wir werden nicht müde, unsere Forderungen zu platzieren. Einstweilen werden wir nur im Rahmen
unserer Möglichkeiten tätig werden können. Diese liegen in der Verbesserung der Trainingsqualität.
Gibt es schon Informationen zu den weiteren Zukunftsplänen von Minerva Hase/Nikita Volodin?
Jens ter Laak: Beide haben sich klar positioniert, die Planung des neuen Zyklus folgt nach der Saison. Aber das Alter und der Ehrgeiz lässt uns als Verband
positiv in die Zukunft schauen. Die Zielstellung folgt.
Die Saison ist für die Eiskunstläufer noch nicht vorbei. Mit welchen Aussichten und Zielstellungen tritt das nominierte DEU-Team bei den
Weltmeisterschaften Ende März in Prag an?
Jens ter Laak: Wer zwei WM-Medaillen hat, wird auch eine weitere bei der WM erringen wollen. Minerva und Nikita gehen mit diesem Anspruch an den Start,
aber auch hier gilt – wie bei den Spielen – die Konkurrenz der besten fünf bis sechs Paare lässt keinen Automatismus zu. Annika und Robert können ihre gute
Form erneut unter Beweis stellen und die Saison vielleicht mit einer noch besseren Platzierung beenden. Im Eistanzen haben Jennifer und Benjamin die
Möglichkeit, sich mit einem fehlerfreien Rhythmustanz für das Finale zu empfehlen. Mit Genrikh Gartung tritt ein Neuling auf das WM-Meisterschaftsparkett im
Seniorenbereich. Hier lassen wir uns überraschen, ob er mit der neuen Herausforderung gut umgehen kann. Das Talent ist jedenfalls mehr als ausreichend.
Wir bleiben zuversichtlich und gespannt.
Die deutschen Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen 2026 - v.l.n.r.: Minerva Hase / Nikita Volodin (Berliner SV 1892 / BER), Annika Hocke / Robert
Kunkel (SC Charlottenburg / BER), Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan (EC Oberstdorf / BAY) - Fotos: © Picture Alliance
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ISU vergibt Eiskunstlauf-WM 2028 als Multi-
Event nach Peking
(DEU, 11.06.2026) Die International Skating Union (ISU) hat am ersten
Tag des 60. ISU-Kongresses auf Teneriffa bekannt gegeben, dass die
Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 2028 in der Olympiastadt Peking
(China) stattfinden werden – und zwar erstmals als Multi-Event mit vier
ISU-Weltmeisterschaften zusammen an einem Ort, der Sportarten
Eiskunstlaufen, Eisschnelllaufen, Short Track und
Synchroneiskunstlaufen. Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) kam mit
ihrem WM-Bewerbungsort Dortmund für die Ausrichtung dieses Groß-
Formats nicht mehr in Frage.
Unter der Headline "BEIJING28: One City. Four World Championships. A
Skating Awards Ceremony. One Global Celebration" gab der Weltverband
ISU am Mittwoch bekannt, dass die Eiskunstlauf-WM 2028 als eine von
vier Weltmeisterschaften in Chinas Hauptstadt stattfinden wird. Zum
ersten Mal in der Geschichte wird es gemeinsame Weltmeisterschaften
der vier ISU-Eissportarten Eiskunstlaufen, Eisschnelllaufen, Short Track
und Synchroneiskunstlaufen (mit den Formaten Synchro 9 & 16) geben
sowie eine gemeinsame Vergabe der ISU Skating Awards.
So ein Multi-Event lässt sich weltweit nur in wenigen Städten umsetzen.
Die bereits 2024 eingereichte Bewerbung der DEU um die Ausrichtung
der Eiskunstlauf-WM 2028 in Dortmund war mit dieser Idee de facto aus
dem Rennen. "Die ISU geht neue Wege, um die Eissportarten und
insbesondere das Eiskunstlaufen in der Welt noch besser zu vermarkten
und neue Fans zu gewinnen. Die gemeinsame WM der vier Eissportarten
2028 soll ein maßgeblicher Baustein dafür werden", sagt DEU-Präsident
Dr. Andreas Wagner. "Um den steigenden Ansprüchen der ISU im Event-
Bereich gerecht werden zu können, werden wir uns für die kommenden
Jahre strategisch neu aufstellen und uns erneut für die Austragung einer
großen internationalen Meisterschaft in Deutschland bewerben."
BEIJING28 vereint die weltbesten Athlet*innen aller vier ISU-Sportarten
auf einer gemeinsamen Bühne und soll mehr als ein Sport-Event sein.
"Es wird als weltweit größtes kulturelles Eislauf-Ereignis konzipiert – ein
Festival in der ganzen Stadt, das weit über die Wettkampfstätten
hinausreicht und bis ins Herz der weltweit ersten dualen Olympiastadt
reichen wird", heißt es in der Pressemitteilung der ISU. Die Veranstaltung
soll "eine starke Plattform schaffen, um Athlet*innen, Fans, Medien,
Partner und lokale Communities in einer einzigartigen Festivalatmosphäre
zusammenzubringen."
Mehr zum 60. ISU-Kongress auf der Webseite der International Skating
Union.
Deutsche Meisterin Julia Grabowski wechselt
zum Paarlaufen
(DEU, 02.06.2026, Foto: Copyright Luca Tonegutti) Die Deutsche
Meisterin im Eiskunstlaufen 2026, Julia Grabowski, wird die Disziplin
wechseln und will als Paarläuferin durchstarten. Die 18 Jahre alte
Einzelläuferin aus Essen wird fortan ein perspektivreiches Paar mit dem
aus Ostwestfalen stammenden Läufer Lukas Gneiding bilden. Das
gemeinsame Debüt auf größerer Bühne ist bei den kommenden
Deutschen Meisterschaften geplant.
Ihren größten sportlichen Erfolg feierte Julia Grabowski in der
abgelaufenen Saison mit dem Gewinn des deutschen Meistertitels bei
den Frauen in Oberstdorf, wo die aus Essen kommende Dreifach-
Springerin zuletzt bei der zweimaligen Olympia-Teilnehmerin Nicole
Schott trainierte. Eine bessere Perspektive, es bis in die Weltspitze zu
schaffen, gibt es für die 18-Jährige im Paarlaufen. Die Zusammenstellung
des neuen Paares Grabowski/Gneiding folgt der neuen Strategie der
Deutschen Eislauf-Union (DEU): Gut ausgebildete Einzelläufer*innen
durch einen Disziplin-Transfer für das Paarlaufen zu gewinnen und so die
Königsdisziplin des deutschen Eiskunstlaufs – mit den Weltmeistern
Minerva Hase/Nikita Volodin an der Spitze – nachhaltig zu stärken und
langfristig internationale Erfolge zu ermöglichen.
„Das Paarlaufen hat mir schon immer sehr gefallen“, sagt Julia
Grabowski. „Ich war offen und habe mich gefreut, etwas Neues
auszuprobieren. Nach dem Tryout mit Lukas stand für mich fest, dass ich
Paarläuferin werden möchte.“ War es zu Beginn noch ungewohnt für die
Einzelläuferin, einen Partner an der Seite zu haben, fand das Paar schnell
einen gemeinsamen Flow auf dem Eis. „Bei den Hebungen und Würfen
habe ich Lukas sehr schnell vertraut, sodass ich keine Angst bei den
Elementen hatte.“
Tipps von der Olympiasiegerin
Julia Grabowskis zukünftiger Partner auf dem Eis, Lukas Gneiding, ist ein
talentierter Paarläufer, der in der vergangenen Saison mit seiner
vormaligen Partnerin Anfisa Sevastianova Deutscher Juniorenmeister
wurde und in der Junior-Grand-Prix-Serie ein Top-Ten-Resultat erzielte.
„Das erste Tryout im April verlief super, wir waren alle sehr begeistert, wie
schnell Julia die Paarlauf-Elemente lernt. Viele Faktoren wie Sprünge
oder Größe stimmen und ich habe auch das Gefühl, dass wir optisch als
Paar gut herausstechen könnten“, sagt der 22-Jährige, der es zu Europa-
/Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen schaffen will. „Die größte
Herausforderung wird sein, als Paar komplett eins zu werden, auch beim
Läuferischen und Tänzerischen.“
Das neu zusammengestellte Paar wird am Bundesstützpunkt in Berlin
beim ehemaligen Olympia-Teilnehmer im Paarlaufen, Ruben Blommaert,
trainieren und mit weiteren Trainer*innen zusammenarbeiten. „Die
Grundlage für erfolgreiches Paarlaufen sind die Skating Skills und
Einzelsprünge, die man schon mitbringen muss, bevor man den Disziplin-
Wechsel macht, die Paarlauf-Elemente sind langfristig von allen zu
lernen. Beide Sportler können gut springen und eislaufen und sind sehr
motiviert. Ich freue mich auf die Reise mit ihnen und glaube, dass wir als
Team sehr gut zusammenpassen“, sagt der junge Coach, der wie
Paarlauf-Bundesnachwuchstrainer Rico Rex davon überzeugt ist, für
Gneiding die richtige Partnerin gefunden zu haben.
Beim Erlernen der Basic-Paarlauf-Elemente, wie Hebungen,
Todesspiralen und Würfen, bekommt das neue Paar im Juni am
Bundesstützpunkt Oberstdorf eine Woche lang Unterstützung von
Paarlauf-Olympiasiegerin Aljona Savchenko. Nach dem Umzug von Julia
Grabowski in die Hauptstadt startet das Duo dann ab Juli mit dem
gemeinsamen Training in Berlin. Das erste Hauptziel sind die kommenden
Deutschen Meisterschaften im Dezember. Dort möchten
Grabowski/Gneiding zeigen, was sie können und sich vor allem für die
Saison 2027/2028 präsentieren. Einen perfekten parallelen Dreifach-
Salchow kann das neue Paar bereits ausführen.
Eiskunstlauf-Jubiläums-Party beim 20. ISU
Adult in Oberstdorf
(DEU, 24.05.2026) Das 20-jährige Jubiläum der International Adult Figure
Skating Competition – kurz ISU Adult – war ein großes Fest des
Eiskunstlaufens. Mit 660 Teilnehmer*innen aus 36 Nationen stand das
Eissportzentrum Oberstdorf beim weltgrößten Adult-Wettbewerb der
Sportart eine Woche ganz im Zeichen des Erwachsenen-Eiskunstlaufens.
Die deutschen Starter*innen sicherten sich insgesamt 37 Podiumsplätze.
Einen Heimsieg mit starker Leistung feierte am letzten Tag Eva Gerlach
vom EC Oberstdorf.
Von Späteinsteiger*innen über langjährige Hobby-Läufer*innen, frühere
Leistungssportler*innen bis hin zu ehemaligen Olympia-Teilnehmer*innen
– beim großen ISU Adult in Oberstdorf kamen von 17. bis 22. Mai 2026
Eiskunstläufer*innen aus der ganzen Welt zusammen, um ihre
Programme beim Saison-Highlight zu präsentieren. Die sechs
Wettbewerbstage im Eissportzentrum Oberstdorf, das mit seinen drei
Eisflächen unter einem Dach ideale Bedingungen bietet, waren jeweils
von 6:00 bis 23:00 Uhr mit Training, Wettkampf und Siegerehrungen
gefüllt. Insgesamt 87 Wettbewerbskategorien, kombiniert aus fünf
Altersklassen (I bis V), fünf Leistungsklassen (Bronze bis Masters Elite),
fünf Disziplinen (Einzellaufen bis Synchron) und zwei Programmarten im
Einzel- und Paarlaufen (Artistik und Free Skating), gingen bei bester
Stimmung über die Bühne.
"Es war wie immer ein beeindruckender Wettbewerb – weltoffen
angesichts des großen internationalen Teilnehmerfelds und zugleich
familiär. Und doch war es diesmal etwas anders als sonst. Allen war
bewusst, dass die Veranstaltung der 20. Adult ist, das hat eine ganz
besondere Atmosphäre geschaffen", sagt DEU-Präsident Dr. Andreas
Wagner. Auf die Erfolgsgeschichte des weltweit angesehenen
Wettbewerbs ist die Deutsche Eislauf-Union stolz. "Dabei ist uns bewusst,
dass wir als Verband vor allem Rahmenbedingungen geschaffen und
Impulse geliefert haben. Zu einem beträchtlichen Teil ist der Wettbewerb
ein Gemeinschaftsprodukt der internationalen Adult-Familie."
37 Podiumsplatzierungen für deutsche Adult-Skater
Die insgesamt 61 deutschen Starter*innen, die teils in mehreren
Wettbewerben an den Start gingen, durften sich zum Jubiläum über 37
Podiumsplatzierungen freuen, darunter 14 Siege. Die wohl stärkste
deutsche Adult-Skaterin kam vom ausrichtenden EC Oberstdorf: Eva
Gerlach gewann am Abschlusstag in der Kategorie Masters Women II
Free Skating mit souveränen Doppelsprüngen, hochklassigen Pirouetten
und einer eleganten Choreographie. "Der Auftritt war so schön, das
Publikum ist so mitgegangen und ich habe es so genossen. Die Adult-
Community ist wundervoll: Die Herzlichkeit und Unterstützung, die man
von allen erfährt und auch der kulturelle Austausch", sagte die 38-Jährige,
die noch weitere Jahrzehnte an den Start gehen will. "Ich bin jetzt fünfmal
mitgelaufen und hoffe, dass ich die nächsten 20, 30 Jahre dabei sein
darf."
Denn der ISU Adult zeigt, dass Eiskunstlaufen bis ins hohe Alter möglich
ist. Jana Přibylová aus Tschechien, eine der ältesten Teilnehmer*innen,
die zu Beatles-Klängen elegant über das Eis glitt und kurz nach dem
Wettbewerb ihren 80. Geburtstag feiern wird, ist sich sicher: Mit 80 Jahren
möchte sie bei der nächsten Ausgabe 2027 wieder mitlaufen. "Ich liebe
den Eissport, Bewegung ist Leben und ich freue mich, anderen zu zeigen,
dass man Eiskunstlaufen lange machen kann", sagt die 79-Jährige. Für
Staunen in der Halle und großer Reichweite in den sozialen Medien
sorgte Anette Konstanzer vom SC Riessersee, die mit 70 Jahren zweimal
den Axel-Sprung stand und Silber in der Kategorie Gold Women V Free
Skating holte. Als älteste deutsche Teilnehmerin glänzte Doris Vey (75
Jahre) mit Platz eins und zwei im Wettbewerb Bronze Women V (Free
Skating & Artistik).
Bei fast allen 20 Ausgaben des ISU Adult auf dem Podium war der
Berliner Felix Warnholtz – in Oberstdorf betreut von der früheren
Europameisterin Evelyn Klaudt (geb. Großmann). "Das Schönste ist es,
mit meinen Konkurrenten aus aller Welt zu laufen und sich jedes Jahr
wieder zu treffen. Wir sind schon alle ehrgeizig, aber am Ende ist es vor
allem Spaß", sagt der 55-Jährige, der in dem Jahr zwei Siege (Artistik &
Free Skating) abräumte. Er erinnert sich noch daran, bei der ersten
Ausgabe 2005 mit nur acht deutschen Adult-Läufer*innen aus Berlin vor
Ort gewesen zu sein. Seither ist Adult Figure Skating in Deutschland stark
gewachsen. Der Wettkampf zieht auch neue Sportler*innen bzw.
Rückkehrer an. So hat der bekannte DJ (z.B. Remixer für die berühmte
Band The Black Eyed Peas) und Musik-Produzent Damon Paul aus
Böblingen (Stuttgart) nach 28 Jahren Auszeit vom Eiskunstlaufen seine
Leidenschaft für den Sport wieder entdeckt und trat nach nur eineinhalb
Jahren Training an. Als vermutlich stärkster deutscher Teilnehmer im
Einzellaufen mit soliden Doppelsprüngen verpasste der 44-Jährige das
Podest (Masters Men II Free Skating) mit Platz vier nur knapp.
"Oberstdorf war mein Ziel, ich wollte es nochmal wissen. Es war schon
aufregend, du stehst alleine auf dem Eis und hast nur eine Chance",
erzählt er. In den nächsten Monaten will er sich im Training sogar an
Doppelaxel und Dreifachen probieren.
Große Glitzer-Skaters Party im Oberstdorf Haus
Der ISU Adult ist auch eine Begegnung verschiedener Eiskunstlauf-
Generationen. Ein Meister seiner Zeit war Norbert Schramm. Der
zweimalige Europa- und Vize-Weltmeister war als Event Ambassador vor
Ort und führte Siegerehrungen durch. "Es ist immer wieder
beeindruckend zu sehen, was die Läufer*innen aufs Eis zaubern und es
ist wunderschön, wie sich die Sportler*innen auf dem Eis gegenseitig
feiern. Jeder, der hier an den Start geht, geht an seine Grenzen", sagt
Schramm. "Die Masters- und Elite-Klassen sind von der sportlichen Seite
sehr anspruchsvoll, man sieht, dass das alle sehr gute
Eiskunstläufer*innen waren und es ist beeindruckend, was sie heute noch
können." Mit einem Kopfstand auf dem Eis beendete sein früherer
Kontrahent Gary Beacom (66 Jahre; Kanada) spektakulär sein Kür-
Programm.
Feierlicher Abschluss war am Freitagabend die funkelnd dekorierte
Skaters Party im Oberstdorf Haus mit 560 Gästen, Live-Band und DJ.
Unter dem Motto "Shine bright like a diamond" glitzerte die bunte,
internationale Eiskunstlauf-Community auf der Tanzfläche noch mehr als
auf der Eisfläche. "Die Jubiläumsveranstaltung war eine sehr gelungene
Mischung aus den Traditionen, die über 20 Jahre beim ISU Adult
gewachsen sind, und Neuerungen, die von allen mitgetragen wurden. Wir
gehen zusammen in eine neue Ära des Adult und wollen alle weiter
mitnehmen und ein schönes, unvergessliches Event bieten", sagt DEU-
Geschäftsführerin Tatjana Wagner, die das Adult-Jubiläum mit ihrem
Orga-Team in Zusammenarbeit mit dem EC Oberstdorf, den Sportstätten
und der Adult Figure Skating Group stemmte.
Paarlauf-Stars Hase/Volodin setzen Karriere
bis Olympia 2030 fort
(DEU, 22.05.2026) Die Paarlauf-Weltmeister Minerva Hase/Nikita
Volodin werden ihre Eiskunstlauf-Karriere fortsetzen. Dies teilten die
beiden 26-Jährigen der Deutschen Eislauf-Union (DEU) mit. Nach
dem Gewinn der Olympia-Bronzemedaille in Mailand und dem WM-
Titel in Prag hielt sich das Paar aus Berlin eine Fortsetzung seiner
Erfolgsgeschichte zunächst offen. Jetzt steht fest: Mit bewährtem
Trainerteam und motiviert für Neues visieren die Europameister von
2025 das Ziel Olympische Winterspiele 2030 in Frankreich an.
Die Popularität der Sportart Eiskunstlaufen ist in der Olympiasaison stark
angestiegen, höchste TV-Einschaltquoten, Weltstars, ausverkaufte
Arenen und eine gigantische WM-Event-Presentation tragen dazu bei,
dass sich immer mehr Fans für die Künste auf dem Eis begeistern. Dass
Beliebtheit und Interesse der Sportart in Deutschland steigen, ist
besonders Minerva Hase und Nikita Volodin zu verdanken. Mit ihren
Erfolgen in den vergangenen drei Jahren zieht das Weltmeister-Paar
immer mehr Aufmerksamkeit auf sich. Weltmeister, Europameister,
Olympia-Bronze, zwei weitere WM-Medaillen, ein EM-Vize-Titel und zwei
Siege im Grand-Prix-Finale – so die bisherige, beeindruckende Bilanz.
Diese Erfolgsgeschichte soll mindestens einen Olympiazyklus
weitergehen. "Wir haben uns für die Fortsetzung unserer Karriere
entschieden, weil wir beide denken, dass wir unser Potential als Paar
noch nicht ausgeschöpft haben und uns noch weiterentwickeln können.
Wir planen die vier Jahre bis zu den Olympischen Spielen 2030 zu laufen.
Das Ziel ist es, weiter mit den besten Paaren mithalten zu können", sagt
Minerva Hase. Viel hat das Paar schon erreicht, aber noch nicht alles.
Dass die Olympiamedaille von Mailand bronzefarben schimmert, ist für
Nikita Volodin Motivation genug. "Ich glaube, wir haben unser Bestes
noch nicht gezeigt – sowohl läuferisch als auch in Bezug auf die Elemente
und Präsentation. Und die Begeisterung der deutschen Fans für den
Eiskunstlauf, die in den letzten Jahren gewachsen ist, gibt uns natürlich
viel Kraft", sagt der 26-Jährige.
Minerva Hase und Nikita Volodin können auch in Zukunft auf ihr
bewährtes Trainerteam setzen. "Wir haben ein breites Team, das hinter
uns steht", freut sich Minerva Hase. Head Coach ist weiter Paarlauf-
Experte Dmitry Savin, der das Training des Paares am DEU-
Bundesstützpunkt Berlin aus der Ferne lenken und Hase/Volodin bei den
Wettbewerben betreuen wird. Das tägliche Training vor Ort in ihrer Heimat
Berlin wird weiterhin der erfahrene Knut Schubert durchführen, der in
dieser Saison auch bei den Olympischen Spielen und
Weltmeisterschaften an der Seite des Paares war. Bestandteil des
Betreuerteams bleiben ebenso Sidnei Brandao als Tanz-, Choreo- und
Balletttrainer und Marten Reich als Athletiktrainer. Im Sommer ist geplant,
mit Joti Polizoakis an den Skating Skills zu arbeiten und sich hier zu
verbessern.
Neue Elemente und neuer Style für die Saison 2026/2027
Die Regeländerungen der International Skating Union (ISU) im Paarlaufen
für die nächste Saison bieten neue Möglichkeiten. Neue vorgeschriebene
Elemente in der Paarlauf-Kür sind eine Choreo-Hebung und eine Choreo-
Pirouette. "Wir wollen neue Ideen und Hebungen ausprobieren und offen
für Neues sein", verrät Minerva Hase. Auch ihr Coach Dmitry Savin
spricht im Interview mit der DEU von neuen Impulsen: "Ich möchte, dass
sich Minerva und Nikita in Zukunft choreographisch weiterentwickeln. Ich
will einen neuen und anderen Style sehen, wir werden etwas Neues
ausprobieren und sehen, wie es funktioniert."
Nach der ereignisreichen Olympiasaison wollen Minerva Hase/Nikita
Volodin in die kommende nacholympische Saison 2026/2027 etwas
später einsteigen – in Richtung der Grand-Prix-Serie, gegebenenfalls mit
einem Challenger-Wettkampf zuvor. Ziel in der ersten Saisonhälfte ist die
Qualifikation für das Grand-Prix-Finale 2026 in Chongqing (China; 10. bis
13. Dezember) und die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften im
Dezember. In der zweiten Saisonhälfte sind die Highlights die
Eiskunstlauf-Europameisterschaften 2027 in Lausanne (Schweiz; 25. bis
31. Januar 2027) und die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 2027 in
Tampere (Finnland; 15. bis 21. März 2027), wo sie als Titelverteidiger
antreten. Die Fans dürfen sich also auf weitere Auftritte des deutschen
Traumpaares auf dem Eis freuen.
Team Berlin 1 bei Synchron-WM unter den besten
vier Nationen der Welt
(DEU, Pamela Lechner, 12.04.2026) Der 30-fache Deutsche Meister
Team Berlin 1 konnte bei den Weltmeisterschaften im
Synchroneiskunstlaufen 2026 in Salzburg (Österreich) an seine guten
WM-Platzierungen der Vorjahre anschließen und mit Rang sieben erneut
ein sehr starkes Ergebnis erzielen.
Bei seinem Tango-Kurzprogramm begeisterte Team Berlin 1 die vielen
deutschen Fans in Salzburg mit einer fehlerfreien Vorstellung und
verschaffte sich mit Platz sechs eine optimale Ausgangsposition für die
Kür-Entscheidung. Auch in der Kür lief das Team aus Berlin trotz eines
Sturzes zu einer neuen Saisonbestleistung und kam mit der
Gesamtpunktzahl von 197,60 Punkten nahe an die 200-Punkte-Marke.
Damit reihte sich das erfolgreichste deutsche Synchron-Team auf dem
siebten Platz ein - direkt hinter den sechs Teams der drei führenden
Synchron-Nationen Kanada, USA, Finnland. Der WM-Titel ging an das
kanadische Team Les Surpremes. Mit dem Ergebnis sicherte Team Berlin
1 erneut zwei deutsche Startplätze für die nächsten Weltmeisterschaften
im Synchroneiskunstlaufen 2027.
"Wir haben in beiden Programmen eine Saisonbestleistung erreicht und
wieder einen zweiten WM-Startplatz für Deutschland geholt. Damit haben
wir das eigentliche Ziel erreicht", sagt die Berliner Team-Kapitänin Aida
Aleskerova. "In der Kür haben wir uns zwei kleine Fehlerchen erlaubt, das
hatte aber keine Auswirkung auf unsere Leistung, wir sind sehr
zufrieden." Beide Programme lief das Team zu Musiken des Komponisten
Gabriel Saban, eine Mischung aus klassisch und modern. Im Sommer will
das Team seine Schritte und Skating Skills verbessern, bevor es im
August ins Trainingslager zum Aufbau der neuen Programme geht.
Das zweite deutsche Team, Team United Angels aus Stuttgart, musste im
Kurzprogramm zwei Stürze verkraften und konnte sich in der Kür mit einer
Saisonbestleistung von 146,38 Punkten von dem 17. Platz noch auf den
16. Rang verbessern. "Die Saison war schwierig, wir hatten viele Verletzte
und Kranke bei Wettkämpfen. Die Saison hat uns zusammengeschweißt
und die WM war so ein schöner Abschluss", sagt Team-Kapitänin Timea
Fingerle. Und Team-Kapitänin Emilia Woyke ergänzt: "Bei einer
Weltmeisterschaft Sesons Best, besser kann es nicht laufen, das fühlt
sich unbeschreiblich gut an." Groß war die Freude beim Team auch über
die vielen deutschen Fans im Publikum.
Neues Format Synchro9 vorgestellt
Vor dem Kür-Wettbewerb stellte die International Skating Union (ISU) das
neue Format Synchro9 vor, bei dem neun statt wie bisher 16 Läufer*innen
in einem Synchron-Team laufen, und das bei den Olympischen Jugend-
Winterspielen 2028 erstmals im Olympischen Programm sein wird. Die
ISU strebt mit Synchro9 langfristig die Aufnahme in das Programm der
Olympischen Winterspiele an. Die drei besten Nationen im
Synchroneiskunstlaufen, USA, Kanada und Finnland, demonstrierten mit
ihren Teams je ein Programm zu neunt auf dem Eis. Mit Tempo, Akrobatik
und Kreativität begeisterte das neue Format auf Anhieb die Zuschauer.
Ein Bild des neuen Formats machte sich vor Ort auch Team Leaderin und
DEU-Geschäftsführerin Tatjana Wagner, die bei der Deutschen Eislauf-
Union für die Disziplin Synchroneiskunstlaufen verantwortlich ist. "Die
rasante Entwicklung im Synchroneiskunstlaufen der letzten Jahre zeigt
sich nun auch in einem neuen Format. Synchro9 muss sicher noch seinen
spezifischen Schwerpunkt finden, aber gerade am Anfang gibt es uns
viele Chancen eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Sportart zu
spielen", sagt Tatjana Wagner, die sich über das Abschneiden der
deutschen Teams freute. "Team Berlin 1 hat gezeigt, dass das Team zur
internationalen Spitze gehört. Ich bin sehr stolz, dass wir wieder die
viertbeste Nation der Welt im Synchroneiskunstlaufen sind. Auch das
Team aus Stuttgart hat sich in einer sehr starken Konkurrenz gut
behauptet. Das Niveau war sehr hoch. Wir müssen unsere Trainer*innen
und Teams mehr unterstützen, sodass wir weiterhin mithalten und uns
entwickeln können."
WM-Kür-Finale Highlight für Janse van
Rensburg/Steffan
(Pamela Lechner, DEU, 29.03.2026) Die Olympia-Teilnehmer im
Eistanzen Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan haben bei
den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag im Finale in diesem
Jahr erstmals ihre Flamenco-Kür präsentiert und den 17. Platz
erreicht. Vor 15.000 Zuschauern in der O2-Arena ein besonderer
Moment.
Es war so etwas wie der krönende Saisonabschluss für die Oberstdorfer
Eistänzer Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan. Nach der
krankheitsbedingt zurückgezogenen EM-Teilnahme und dem verpassten
Olympia-Finale durften die fünfmaligen Deutschen Meister in der
ausverkauften O2-Arena vor 15.000 Zuschauern in der zweiten
Saisonhälfte endlich ihre geliebte Flamenco-Kür zeigen. Das Eistanzpaar
kam in einem Fluss und ohne Fehler durch das Programm und erzielte
bei seiner vierten WM-Teilnahme den 17. Platz (177,53 Punkte). In der
zweiten Hälfte des Programms nahm das Publikum den Rhythmus der
spanischen Klänge auf und klatschte im Takt zur Schrittfolge.
"Wir haben gezeigt, was für ein tolles Programm wir mit der Kür haben
und ich bin wahnsinnig stolz darauf, was wir heute hier in Prag abgeliefert
haben. Die Kulisse ist gigantisch, die Halle fantastisch", sagte Benjamin
Steffan, dessen Vorfreude auf den Auftritt groß war. "Es war eine lange
Saison mit vielen Höhen und ein, zwei Tiefen leider auch, die bei so einer
Menge an Wettkämpfen unvermeidlich sind. Die Weltmeisterschaft hat
dem Ganzen nochmal eine Krone aufgesetzt und es hat wirklich Spaß
gemacht." Von der Bewertung hätten sich die Beiden etwas mehr
erwartet. "Vom Gefühl her war es der beste Lauf der Saison", meinte
Jennifer Janse van Rensburg. Nach dem wohlverdienten Urlaub streben
die Olympia-Teilnehmer die Vorbereitung auf die nächste Saison an.
Gold für Hase/Volodin – Eiskunstlauf-WM in Prag
stiehlt Olympia die Show
(DEU, 29.03.2026, Foto: © ISU) Die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften
in Prag waren der krönende Abschluss der Olympiasaison – und
beste Werbung für den Sport. Die International Skating Union (ISU)
hat die Event Presentation der WM mit Feuerwerk und Lichter-Show
auf ein neues Level der Inszenierung gebracht, die den Sport mit
seinem Show-Charakter perfekt in Szene setzt. Mehr als 111.000
Zuschauer sahen das Spektakel in der O2-Arena über die vier WM-
Wettbewerbs-Tage. Für das Team der Deutschen Eislauf-Union (DEU)
war die WM, angeführt von den neuen Paarlauf-Weltmeistern
Minerva Hase/Nikita Volodin, ein voller Erfolg.
Highlight aus deutscher Sicht war bei der Eiskunstlauf-WM 2026 das
Paarlaufen. Auf Olympia-Bronze ließen Minerva Hase/Nikita Volodin in
Prag mit neuer Bestleistung von 228,33 Punkten WM-Gold folgen. Damit
haben sie den WM-Medaillensatz nach Bronze 2024 und Silber 2025
komplett. "Die Leistung von Minerva und Nikita bei den
Weltmeisterschaften war großartig. Ein Weltmeistertitel ist etwas
Einmaliges und es ist der erste WM-Titel in ihrer Karriere. Für den
deutschen Eiskunstlauf ist der WM-Titel etwas ganz Besonderes, den
gewinnt man nicht jeden Tag", sagt DEU-Sportdirektor Jens ter Laak. Für
die deutschen Paare fühlte sich die Kür-Entscheidung fast wie eine Heim-
WM an. Viele deutsche Fans sind nach Prag gereist und säumten die
Ränge mit schwarz-rot-goldenen Flaggen – eine ganz neue Fan-Kultur.
Auch das zweite deutsche Paar Annika Hocke/Robert Kunkel feierte mit
Platz sieben einen starken Saisonabschluss und ging mit seinem
spektakulären Headbanger durch alle Medien. "Annika und Robert haben
ein tolles Programm abgeliefert und konnten wie schon bei den
Olympischen Spielen zeigen, dass sie zu den besten Top-Ten-Paaren der
Welt gehören. Es ist schön zu sehen, dass wir mit zwei Paaren unter den
besten Paarläufern der Welt angekommen sind", so der Sportdirektor.
"Wir möchten diese Erfolge als traditionelle Paarlauf-Nation auch
zukünftig fortsetzen und noch mehr in die Nachwuchsarbeit der Disziplin
investieren."
WM-Final-Ziele im Eistanzen und Einzellaufen erreicht
In den anderen beiden Disziplinen mit deutscher Beteiligung wurde das
Ziel der WM-Finalteilnahme jeweils erreicht. Im Eistanzen konnten
Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan im Kürtanz ihren 17. Platz
aus dem Rhythmustanz halten und beweisen, dass sie in die großen
internationalen Finals gehören. "Jennifer und Benjamin laufen schon zehn
Jahre zusammen. Es ist schön, dass sie sich am Ende der Saison, in der
es nicht durchgängig gut gelaufen ist, so präsentieren konnten. Vor allem
das verpasste Olympia-Finale war ein herber Schlag für die Beiden. Dass
sie jetzt nochmal ihre Leistung abrufen und ins Finale einziehen konnten,
ist ein tolles Ergebnis und ein schönes Erlebnis zum Ende der Saison",
meint ter Laak.
Im Einzellaufen war die DEU bei den Männern durch den starken Junior
Genrikh Gartung vertreten. Der Deutsche Meister schaffte es bei seinem
WM-Debüt als jüngster Teilnehmer im Feld ins Finale und beendete die
Kür auf Platz 24 unter insgesamt 36 Teilnehmern. "Bei Genrikh ist allein
die Tatsache, dass er bei der WM seine beiden Programme,
Kurzprogramm und Kür, anbieten konnte, bei dieser Konkurrenz ein
großer Erfolg. Man darf nicht vergessen, dass er erst 18 Jahre alt und
eigentlich noch ein Junioren-Läufer ist, und er sich in Prag schon auf
internationaler Ebene mit seinem Potenzial und seiner Palette an
Vierfachsprüngen vorstellen konnte", erklärt der DEU-Sportdirektor.
So lautet das Gesamt-Fazit für das DEU-Team: "Angeführt von den
Weltmeistern, was ein grandioser Erfolg ist, konnten alle Sportler fast ihr
Maximum rausholen. Natürlich kann jeder individuell noch einen
draufsetzen, selbst die Weltmeister. Potenzial nach oben ist immer
vorhanden, aber grundsätzlich ist es für uns ein sehr gutes Ergebnis,
dass wir uns in allen drei Disziplinen, in denen wir am Start waren, im
Finale präsentieren konnten", sagt Jens ter Laak. Bis auch die vierte
Disziplin, die Frauen-Konkurrenz, mit einer deutschen Dame besetzt ist,
braucht es Geduld: "Wir haben sowohl im Junioren Damen als auch im
Junioren Herren Bereich potenzielle Kandidaten, die in der Zukunft
Deutschland bei internationalen Meisterschaften vertreten können. Ich bin
positiv eingestellt, dass wir uns nach einer Durststrecke auch bei den
Frauen in den nächsten Jahren wieder präsentieren können." In der
kommenden Saison werden die besten deutschen Juniorinnen noch nicht
das Mindestalter für EM- und WM-Teilnahmen erfüllen.
Genrikh Gartung bei WM-Premiere auf Platz 24
(DEU, 28.03.2026 / Fotos: ISU) Sein Ziel hat Genrikh Gartung mit dem
Erreichen des Finals bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in
Prag erreicht. Als jüngster Teilnehmer im Feld beendete der 18-
Jährige seine WM-Premiere mit dem 24. Platz und nimmt positive
Erfahrungen für seine Zukunft mit.
Im Kurzprogramm hatte Genrikh Gartung am Donnerstag alles gegeben,
erstmals zwei Vierfache im Kurzprogramm gezeigt und bei seiner ersten
WM direkt das Finale erreicht. Das war ein Erfolg, der Kraft kostete. In der
Kür, in der er drei Vierfache geplant hat, fehlte ihm die nötige Stärke, um
nochmals eine gute Leistung abzurufen. Beim Vierfach-Flip zum Auftakt
musste der Deutsche Meister bei der Landung die Hand zur Hilfe
nehmen. Den Vierfach-Lutz und Dreifach-Axel machte er nur doppelt bzw.
einfach. Den dritten Vierfachen zog er wieder voll durch, musste aber
einen Sturz kassieren. Am meisten Punkte brachte ihm die
Sprungsequenz Dreifach - Lutz - Doppelaxel - Doppelaxel, die er im
Wettbewerb souverän beherrscht. Im Endergebnis erreichte Genrikh
Gartung bei seinem WM-Debüt den 24. Platz (192,31 Punkte).
"Ich habe im Kurzprogramm alles gegeben und dachte, dass es in der Kür
auch nochmal gut läuft, aber ich hatte nicht mehr genug Kraft. Ich habe
bis zum Ende gekämpft", sagte Genrikh Gartung, der um 06:30 Uhr
Training hatte und eine lange Saison hinter sich hat. "Für die Zukunft
möchte ich lernen, noch mehr Selbstbewusstsein und Stabilität zu
gewinnen. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Jahren gut weiterarbeiten
kann und verletzungsfrei bleibe." Die grandiose Atmosphäre in der vollen
O2-Arena in Prag hat der 18-Jährige bei seiner WM-Premiere aufgesaugt.
"Es war super, dass so viele Fans da waren, sogar früh am Morgen beim
Training waren schon Zuschauer, sowas habe ich noch nicht gesehen."
Sein Trainer Niko Ulanovsky ist mit dem Abschneiden seines Schützlings
zufrieden: "Die WM war für Genrikh eine gute Erfahrung und wir nehmen
das Positive mit." Nach einem kurzen Urlaub wird Genrikh Gartung zwei
neue Programme für die nächste Saison einstudieren.
Minerva Hase/Nikita Volodin krönen sich zum
Weltmeister
(DEU, 27.03.2026 / Fotos: ISU) Zum krönenden Abschluss der
Olympiasaison haben Minerva Hase / Nikita Volodin bei den
Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag die Goldmedaille im
Paarlaufen gewonnen. Ihre Team-Kollegen Annika Hocke / Robert
Kunkel wurden starke WM-Siebte und zeigten als erstes Paar in
einem Wettbewerb den spektakulären Headbanger.
Was für ein emotionaler Abend! Von einem Meer an deutschen Fans und
Fahnen unterstützt und gefeiert holten Minerva Hase / Nikita Volodin WM-
Gold in Prag. Damit haben die Paarläufer aus Berlin den WM-
Medaillensatz komplett: Nach Bronze 2024 bei der WM in Montreal und
Silber bei der WM 2025 in Boston folgte in Prag vor einer fantastischen
Kulisse in der O2-Arena die Krönung mit dem goldenen WM-Titel. Mit
einer neuen Bestleistung von 228,33 Punkten waren die deutschen
Paarlauf-Stars nicht zu schlagen und setzten sich mit fast zehn Punkten
Vorsprung vor den georgischen Europameistern Anastasiia Metelkina /
Luka Berulava (218,41 Punkte) und den Kanadiern Lia Pereira / Trennt
Michaud (216,09 Punkte) durch.
"Weltmeister zu sein, ist ein unglaubliches Gefühl", sagt Minerva Hase.
"Es ist sehr schön, die Saison auf so einem hohen Level mit zwei so
guten Programmen zu beenden. Das Gefühl in der ganzen Kür war sehr
besonders. Auch wenn der Fehler beim Salchow da war, haben wir das
Programm nicht verloren. Wir sind von Anfang bis Ende mutig und mit
Schwung gelaufen. Diese Masse an Menschen, die in der Arena war, hat
uns so viel Kraft gegeben. Es war nach der Kür sehr emotional, die
ganzen Zuschauer zu hören, den Moment wollten wir so lange wie
möglich genießen."
Für Nikita Volodin ist mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft ein
Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. "Es war mein Traum, Weltmeister
zu werden und jetzt ist es meine Geschichte. Es geschafft zu haben, gibt
mir ein sehr gutes Gefühl", sagt der 26-Jährige. Für den deutschen
Eiskunstlauf ist es das erste WM-Gold seit acht Jahren. Die
Olympiasieger Aljona Savchenko / Bruno Massot hatten zuvor 2018
zuletzt den WM-Titel gewonnen. Mit Olympia-Bronze, EM-Silber und WM-
Gold können Minerva Hase / Nikita Volodin stolz auf ihre erfolgreichste
Saison blicken.
Hocke/Kunkel mit Headbanger-Premiere WM-
Siebte
Auch das zweite deutsche Paar, Annika Hocke / Robert Kunkel, sorgte für
Furore. Die Berliner kämpften sich mit einer starken Kür vom zehnten
Rang aus dem Kurzprogram noch auf den siebten Platz nach vorne. Mit
194,11 Punkten erreichten die Olympia-Zehnten exakt die gleiche
Punktzahl wie bei den Olympischen Winterspielen in Mailand.
Begeisterung und Staunen entfachten die Deutschen Vizemeister am
Ende ihres Programms mit einer Überraschung: Als erstes Paar zeigten
sie im Wettbewerb den spektakulären Headbanger, den sie bisher nur in
Shows präsentierten.
"Wir sind überglücklich, ich bin sprachlos, die Zuschauer waren
unglaublich und wir sind froh unseren Trainern so ein schönes
Saisonende bereitet zu haben", sagt Annika Hocke unmittelbar nach dem
Wettkampf. "Die Standing Ovations waren wie schon bei Olympia
überragend. Es ist toll, so ein Feedback vom Publikum zu bekommen,
dafür machen wir das. Wir wollten mit dem Headbanger etwas zeigen,
was noch kein Paar vor uns gemacht hat", berichtet Robert Kunkel. An
diesem denkwürdigen Abend für das deutsche Paarlaufen waren mehr als
13.000 Zuschauer in der Eishalle und feierten eine große Eiskunstlauf-
Party. Bei der Siegerehrung gab es erstmals ein Feuerwerk
.
DEU-Sportdirektor Jens ter Laak: "Wir haben
Bronze gewonnen, nicht Gold verloren!"
(DEU, 23.02.2026) Am Sonntag gingen die Olympischen Winterspiele
2026 in Mailand/Cortina mit der Abschlussfeier in Verona zu Ende.
Größter Erfolg für die Deutsche Eislauf-Union war der Gewinn der
Bronzemedaille im Paarlaufen durch Minerva Hase/Nikita Volodin. Eine
Top Ten-Platzierung erreichte das zweite Paar Annika Hocke/Robert
Kunkel. Das Einstanz-Finale verpassten Jennifer Janse van
Rensburg/Benjamin Steffan. DEU-Sportdirektor Jens ter Laak zieht im
Interview ein Olympia-Fazit und blickt auf die anstehenden
Weltmeisterschaften in Prag und den nächsten Olympiazyklus voraus.
Jens ter Laak, wie fällt Ihr Fazit zum Abschneiden des DEU-Teams in
Mailand aus?
Jens ter Laak: Wir haben Bronze gewonnen, nicht Gold verloren! Nach
acht Jahren die erste olympische Medaille ist bei lediglich zwei besetzten
Disziplinen von fünf Medaillenentscheidungen eine gute Quote für die
Deutsche Eislauf-Union und ein besonderer Erfolg für das noch junge
Team „Miniki“ (Minerva und Nikita), die sich seit 2023 dem internationalen
Wettbewerb stellen. Auch mit der Top Ten-Platzierung von Annika und
Robert hat sich das Paarlaufen sehr gut präsentiert. Wir sind sehr stolz
auf diese Leistungen.
Im Eistanzen wurde das Finale nicht erreicht. Wie kam das?
Jens ter Laak: In der zweiten Disziplin, bei der wir dabei waren, dem
Eistanzen, können wir nicht zufrieden sein, da wir mit einem Einzug ins
Kürfinale fest gerechnet haben. Hier ist es nicht gelaufen, wie gedacht.
Auch Jennifer und Benjamin durften sich mehr ausrechnen. Ein Fehler
reicht oftmals schon, um in diesem hochkarätigen Feld auszuscheiden.
Wie haben sich die deutschen Eiskunstläufer*innen als Teil der
deutschen Olympiamannschaft präsentiert?
Jens ter Laak: Unser Sport ist von Ästhetik geprägt und lebt von
Präsenz, daher wissen unsere Athletinnen und Athleten ganz gut, wie
man sich richtig verkauft. Das lernen sie von klein auf. Wir haben die
Sportler*innen zudem mit einem Medientraining vorbereitet. Auch im
Kontakt mit Politikern oder Journalisten ist unser Team präsent.
Welche Bedeutung hat der Medaillenerfolg von Minerva Hase/Nikita
Volodin für den deutschen Eiskunstlauf?
Jens ter Laak: Wir können zeigen, dass wir zumindest in einer Disziplin
mit der absoluten Weltspitze konkurrieren und uns im internationalen Feld
vorne behaupten können. Der Erfolg von Paaren ist nicht unbedingt der
Herkunft geschuldet, sondern der richtigen Zusammenstellung. Ein Duo
muss harmonieren, d.h. bspw. Größe, Kraft, Hebelwirkung und die
Chemie müssen stimmen. Das ist uns bei Minerva und Nikita sichtbar
gelungen. Auch wenn wir im Einzellaufen aktuell nicht vertreten sind,
fallen Paarläufer und Eistänzer nicht vom Himmel. Bei der
disziplinscharfen Förderbetrachtung unseres Staates muss genau dies
Berücksichtigung finden. Ohne Einzellaufen keine Paare und Eistänzer.
Die deutsche Presse hat nach dem Gewinn der Bronzemedaille von
Minerva Hase/Nikita Volodin an vielen Stellen von einer Gold-
Enttäuschung gesprochen. Ist so eine Berichterstattung respektvoll
gegenüber den Sportlern und wie zufrieden sind Sie als
Sportdirektor mit der Leistung?
Jens ter Laak: Die Deutschen suchen gerne „das Haar in der Suppe“,
das macht auch vor der Presse keinen Halt. Man will vom Drama lesen
oder hören, offensichtlich Teil der DNA. Die Japaner sind die Kür ihres
Lebens gelaufen, dies muss man neidlos anerkennen. Vielleicht wäre mit
dem dreifachen Salchow von Minerva noch Silber drin gewesen, aber das
ist Spekulation. Nach drei Jahren Zusammenarbeit Bronze, andere
schaffen es ein ganzes Sportlerleben nicht. Der Respekt vor der
sportlichen Leistung fehlt in Deutschland leider generell, auch bei der
wirtschaftlichen Wertschätzung einer Medaille im Vergleich zu anderen
Nationen.
Die Sportart Eiskunstlaufen hat während der Olympischen
Winterspiele für hohe Einschaltquoten gesorgt und war auch in den
sozialen Medien omnipräsent. Welchen Platz in den Medien,
insbesondere in TV und Livestreams, hätte die Sportart verdient?
Jens ter Laak: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat vor vielen Jahren
beschlossen, dass wir nicht interessant sind. Wir sind bei den
Winterspielen das Premiumevent, was man an den märchenhaften
Kartenpreisen besonders deutlich merkt. Die Einschaltquoten sprechen
ebenfalls dafür. Es wäre angemessen, wenn sich die Sender im
Eiskunstlaufen wieder breiter aufstellen und der Sportart einen höheren
Stellenwert beimessen. Die DEU bietet in der Zusammenarbeit mit den
Medien gerne ihre Expertise an.
Nach den Spielen ist vor den Spielen. Ein neuer Olympiazyklus mit
den Olympischen Winterspielen 2030 in den französischen Alpen am
Horizont beginnt. Welche Weichen will die DEU stellen, um in vier
Jahren wieder in allen Disziplinen und dem Team-Wettbewerb
vertreten zu sein?
Jens ter Laak: Wir müssen konstatieren, dass wir in den
Einzeldisziplinen den Anschluss verloren und neu aufzubauen haben.
Einige hoffnungsvolle Talente warten im Nachwuchs- und Juniorenalter,
die es über die nächsten Jahre zu entwickeln gilt. Hierfür haben wir
Projekte zur Entwicklung der Höchstschwierigkeiten, Dreifach- und
Vierfachsprünge, zusammen mit dem IAT ins Leben gerufen. Ein weiteres
Projekt in der Talententwicklung ist in Arbeit.
Unsere verbliebenen drei Bundesstützpunkte Berlin, Dortmund und
Oberstdorf sind infrastrukturell in die Jahre gekommen, das
Trainerpersonal ist im oder vor dem Ruhestandsalter und frischer Wind
fehlt, da der Trainerberuf in Deutschland keine Wertschätzung erfährt. Wir
werden versuchen, die Talente in starke Trainingsgruppen zu entsenden,
auch im Ausland. An den Bundesstützpunkten muss eine neue
Sportlergeneration heranwachsen, dies wird dauern, denn auch die
Trainerstruktur muss neu aufgebaut werden. Hierzu bedarf es einer
anderen finanziellen Ausstattung. Ziel muss es sein, in vier Jahren in allen
Disziplinen wieder dabei zu sein.
Welcher Stellschrauben bedarf es im Einzellaufen?
Jens ter Laak: Als frühspezialisierende Sportart konkurrieren wir mit
Ländern, die auf eine Präsenzpflicht in der Schule verzichten und
Distanzbeschulung anbieten. Auch die europäischen Länder um uns
herum. Deutschland verliert in verschiedenen Lebensbereichen den
Anschluss, weil wir nicht bereit sind, uns auf veränderte Bedingungen
einzulassen. Schule und Sport ist Ländersache, der Föderalismus in der
Sportförderung ein absolutes Problem. Im Einzellaufen sind die Kinder
deutlich jünger als in den Paarkonkurrenzen. Früh übt sich. Wenn man
die Lernzeitfenster im Eiskunstlaufen nicht passend ausfüllt, verliert man
früh den Anschluss. Die Umfänge und Inhalte sind bei uns zu gering und
müssten adaptiert werden. Das geht nur mit anderen Konzepten. Die
können wir schreiben, aber nur mithilfe der Schulträger umsetzen. Wir
werden nicht müde, unsere Forderungen zu platzieren. Einstweilen
werden wir nur im Rahmen unserer Möglichkeiten tätig werden können.
Diese liegen in der Verbesserung der Trainingsqualität.
Gibt es schon Informationen zu den weiteren Zukunftsplänen von
Minerva Hase/Nikita Volodin?
Jens ter Laak: Beide haben sich klar positioniert, die Planung des neuen
Zyklus folgt nach der Saison. Aber das Alter und der Ehrgeiz lässt uns als
Verband positiv in die Zukunft schauen. Die Zielstellung folgt.
Die Saison ist für die Eiskunstläufer noch nicht vorbei. Mit welchen
Aussichten und Zielstellungen tritt das nominierte DEU-Team bei
den Weltmeisterschaften Ende März in Prag an?
Jens ter Laak: Wer zwei WM-Medaillen hat, wird auch eine weitere bei
der WM erringen wollen. Minerva und Nikita gehen mit diesem Anspruch
an den Start, aber auch hier gilt – wie bei den Spielen – die Konkurrenz
der besten fünf bis sechs Paare lässt keinen Automatismus zu. Annika
und Robert können ihre gute Form erneut unter Beweis stellen und die
Saison vielleicht mit einer noch besseren Platzierung beenden. Im
Eistanzen haben Jennifer und Benjamin die Möglichkeit, sich mit einem
fehlerfreien Rhythmustanz für das Finale zu empfehlen. Mit Genrikh
Gartung tritt ein Neuling auf das WM-Meisterschaftsparkett im
Seniorenbereich. Hier lassen wir uns überraschen, ob er mit der neuen
Herausforderung gut umgehen kann. Das Talent ist jedenfalls mehr als
ausreichend. Wir bleiben zuversichtlich und gespannt.
Die deutschen Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen 2026 -
v.l.n.r.: Minerva Hase / Nikita Volodin (Berliner SV 1892 / BER), Annika
Hocke / Robert Kunkel (SC Charlottenburg / BER), Jennifer Janse van
Rensburg / Benjamin Steffan (EC Oberstdorf / BAY) - Fotos: © Picture
Alliance
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