Nachrichten vom deutschen Eiskunstlauf-Fachverband
(Quelle: DEU, Pamela Lechner, Stand: 26.04.2026)
Eissportzentrum Oberstdorf - Weltgrößter Erwachsenen-Wettbewerb im Eiskunstlaufen feiert 20-jähriges
Jubiläum
(DEU, Pamela Lechner, 26.04.2026) Mehr als 600 Teilnehmer*innen aus der ganzen Welt werden von 17. bis 22. Mai 2026 beim 20. ISU Adult in Oberstdorf an
den Start gehen und zum 20-jährigen Jubiläum des weltgrößten Wettbewerbs im Erwachsenen-Eiskunstlaufen eine Woche lang die Freude am Eiskunstlaufen
feiern. Eiskunstläufer*innen im Alter von 28 bis 78 Jahren werden in unterschiedlichen Kategorien und Disziplinen ihre Programme präsentieren.
Erwachsenen-Eiskunstlauf in Deutschland ist beliebt wie nie, dies zeigen die steigenden Mitgliederzahlen der Adult-Läufer*innen in den Vereinen. Absolutes
Highlight für die Community ist der jährliche ISU-Adult in Oberstdorf – neben dem ISU Adult-Wettbewerb in Nordamerika einer von nur zwei internationalen
Erwachsenen-Wettbewerben der International Skating Union (ISU), die das ISU-Label tragen. Auch die 20. Jubiläums-Auflage der ISU Adult Figure Skating
Competition war nach Öffnung der Anmeldung innerhalb weniger Stunden so gut wie ausgebucht.
"Der Adult-Wettbewerb in Oberstdorf ist der größte seiner Art weltweit; das spricht schon für sich. Zugleich aber ist er viel mehr als eine Sportveranstaltung: Er ist
ein großes Familientreffen für Eiskunstlauf-Begeisterte aus aller Welt und steht dabei symbolhaft für einen Sportsgeist, der unabhängig ist von Herkunft oder
Alter. Die Deutsche Eislauf-Union ist stolz darauf, nun schon zum 20. Mal Ausrichter eines solchen Events zu sein", sagt DEU-Präsident Dr. Andreas Wagner
über die Erfolgsgeschichte des in der Eiskunstlaufszene fest etablierten Events. "Dadurch, dass der Adult-Wettbewerb mehr ist als ein reines Sportereignis,
entfaltet er eine ganz besondere integrative Kraft. Hinzu kommt, dass Eiskunstlaufen mehr ist als Sport, weil sich da – transportiert durch Musik – Athletik und
Ästhetik symbiotisch treffen."
Eine faszinierende Mischung, die Eiskunstlaufen zu einem besonderen Sport macht. Insgesamt 660 Eiskunstläufer*innen aus 36 Nationen sind in fünf
verschiedenen Altersklassen und diversen Leistungsklassen am Start. In den Kategorien Bronze, Silber, Gold bis Masters Elite mit den Schwerpunkten Kür oder
Artistik sowie in den Disziplinen Einzellaufen, Paarlaufen, Eistanzen und Synchron bringen Hobby-Läufer*innen und ehemalige Leistungssportler*innen ihre
Kreativität und ihren Spaß an der Sportart in ihren Programmen zum Ausdruck.
Infos & Livestream
Weitere Infos zur Adult Figure Skating Competition 2026 gibt es auf der Event-Seite. Die Wettbewerbe werden im Livestream auf Sporteurope.TV übertragen.
Team Berlin 1 bei Synchron-WM unter den besten vier Nationen der Welt
(DEU, Pamela Lechner, 12.04.2026) Der 30-fache Deutsche Meister Team Berlin 1 konnte bei den Weltmeisterschaften im Synchroneiskunstlaufen 2026 in
Salzburg (Österreich) an seine guten WM-Platzierungen der Vorjahre anschließen und mit Rang sieben erneut ein sehr starkes Ergebnis erzielen.
Bei seinem Tango-Kurzprogramm begeisterte Team Berlin 1 die vielen deutschen Fans in Salzburg mit einer fehlerfreien Vorstellung und verschaffte sich mit
Platz sechs eine optimale Ausgangsposition für die Kür-Entscheidung. Auch in der Kür lief das Team aus Berlin trotz eines Sturzes zu einer neuen
Saisonbestleistung und kam mit der Gesamtpunktzahl von 197,60 Punkten nahe an die 200-Punkte-Marke. Damit reihte sich das erfolgreichste deutsche
Synchron-Team auf dem siebten Platz ein - direkt hinter den sechs Teams der drei führenden Synchron-Nationen Kanada, USA, Finnland. Der WM-Titel ging an
das kanadische Team Les Surpremes. Mit dem Ergebnis sicherte Team Berlin 1 erneut zwei deutsche Startplätze für die nächsten Weltmeisterschaften im
Synchroneiskunstlaufen 2027.
"Wir haben in beiden Programmen eine Saisonbestleistung erreicht und wieder einen zweiten WM-Startplatz für Deutschland geholt. Damit haben wir das
eigentliche Ziel erreicht", sagt die Berliner Team-Kapitänin Aida Aleskerova. "In der Kür haben wir uns zwei kleine Fehlerchen erlaubt, das hatte aber keine
Auswirkung auf unsere Leistung, wir sind sehr zufrieden." Beide Programme lief das Team zu Musiken des Komponisten Gabriel Saban, eine Mischung aus
klassisch und modern. Im Sommer will das Team seine Schritte und Skating Skills verbessern, bevor es im August ins Trainingslager zum Aufbau der neuen
Programme geht.
Das zweite deutsche Team, Team United Angels aus Stuttgart, musste im Kurzprogramm zwei Stürze verkraften und konnte sich in der Kür mit einer
Saisonbestleistung von 146,38 Punkten von dem 17. Platz noch auf den 16. Rang verbessern. "Die Saison war schwierig, wir hatten viele Verletzte und Kranke
bei Wettkämpfen. Die Saison hat uns zusammengeschweißt und die WM war so ein schöner Abschluss", sagt Team-Kapitänin Timea Fingerle. Und Team-
Kapitänin Emilia Woyke ergänzt: "Bei einer Weltmeisterschaft Sesons Best, besser kann es nicht laufen, das fühlt sich unbeschreiblich gut an." Groß war die
Freude beim Team auch über die vielen deutschen Fans im Publikum.
Neues Format Synchro9 vorgestellt
Vor dem Kür-Wettbewerb stellte die International Skating Union (ISU) das neue Format Synchro9 vor, bei dem neun statt wie bisher 16 Läufer*innen in einem
Synchron-Team laufen, und das bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2028 erstmals im Olympischen Programm sein wird. Die ISU strebt mit Synchro9
langfristig die Aufnahme in das Programm der Olympischen Winterspiele an. Die drei besten Nationen im Synchroneiskunstlaufen, USA, Kanada und Finnland,
demonstrierten mit ihren Teams je ein Programm zu neunt auf dem Eis. Mit Tempo, Akrobatik und Kreativität begeisterte das neue Format auf Anhieb die
Zuschauer.
Ein Bild des neuen Formats machte sich vor Ort auch Team Leaderin und DEU-Geschäftsführerin Tatjana Wagner, die bei der Deutschen Eislauf-Union für die
Disziplin Synchroneiskunstlaufen verantwortlich ist. "Die rasante Entwicklung im Synchroneiskunstlaufen der letzten Jahre zeigt sich nun auch in einem neuen
Format. Synchro9 muss sicher noch seinen spezifischen Schwerpunkt finden, aber gerade am Anfang gibt es uns viele Chancen eine wichtige Rolle in der
Entwicklung der Sportart zu spielen", sagt Tatjana Wagner, die sich über das Abschneiden der deutschen Teams freute. "Team Berlin 1 hat gezeigt, dass das
Team zur internationalen Spitze gehört. Ich bin sehr stolz, dass wir wieder die viertbeste Nation der Welt im Synchroneiskunstlaufen sind. Auch das Team aus
Stuttgart hat sich in einer sehr starken Konkurrenz gut behauptet. Das Niveau war sehr hoch. Wir müssen unsere Trainer*innen und Teams mehr unterstützen,
sodass wir weiterhin mithalten und uns entwickeln können."
Showtime in Salzburg: Die Weltmeisterschaften im Synchroneiskunstlaufen 2026 im Livestream
(DEU, Pamela Lechner, 10.04.2026) Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) ist bei den Weltmeisterschaften im Synchroneiskunstlaufen 2026 in Salzburg
(Österreich; 10./11. April) mit zwei Teams am Start. Das Team Berlin 1 und das Team United Angels aus Stuttgart werden die deutschen Farben vertreten. Die
SYS-WM wird im Livestream auf dem ISU-Youtube-Kanal übertragen.
Am Freitag starten die Weltmeisterschaften im Synchroneiskunstlaufen 2026 in Salzburg mit den besten Synchron-Teams der Welt. Wie in den WM-Vorjahren
sind die beiden DEU-Teams Team Berlin 1 und United Angels für Deutschland am Start. Der 30-fache Deutsche Meister Team Berlin 1 will sich auch dieses Jahr
wieder unter den Top Fünf Nationen der Welt platzieren. Das Kurzprogramm findet am Freitag (10. April) von 17:00 bis 20:00 Uhr statt. Die Kür-Entscheidung
fällt am Samstag (11. April) von 15:30 bis 19:20 Uhr.
Die International Skating Union (ISU) überträgt die Wettbewerbe der SYS-WM 2026 im Livestream auf ISU-Youtube. Mehr Infos zur SYS-WM (Zeitpläne,
Ergebnisse...) gibt es auf der ISU-Event-Seite.
WM-Kür-Finale Highlight für Janse van Rensburg/Steffan
(Pamela Lechner, DEU, 29.03.2026) Die Olympia-Teilnehmer im Eistanzen Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan haben bei den Eiskunstlauf-
Weltmeisterschaften in Prag im Finale in diesem Jahr erstmals ihre Flamenco-Kür präsentiert und den 17. Platz erreicht. Vor 15.000 Zuschauern in der
O2-Arena ein besonderer Moment.
Es war so etwas wie der krönende Saisonabschluss für die Oberstdorfer Eistänzer Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan. Nach der krankheitsbedingt
zurückgezogenen EM-Teilnahme und dem verpassten Olympia-Finale durften die fünfmaligen Deutschen Meister in der ausverkauften O2-Arena vor 15.000
Zuschauern in der zweiten Saisonhälfte endlich ihre geliebte Flamenco-Kür zeigen. Das Eistanzpaar kam in einem Fluss und ohne Fehler durch das Programm
und erzielte bei seiner vierten WM-Teilnahme den 17. Platz (177,53 Punkte). In der zweiten Hälfte des Programms nahm das Publikum den Rhythmus der
spanischen Klänge auf und klatschte im Takt zur Schrittfolge.
"Wir haben gezeigt, was für ein tolles Programm wir mit der Kür haben und ich bin wahnsinnig stolz darauf, was wir heute hier in Prag abgeliefert haben. Die
Kulisse ist gigantisch, die Halle fantastisch", sagte Benjamin Steffan, dessen Vorfreude auf den Auftritt groß war. "Es war eine lange Saison mit vielen Höhen
und ein, zwei Tiefen leider auch, die bei so einer Menge an Wettkämpfen unvermeidlich sind. Die Weltmeisterschaft hat dem Ganzen nochmal eine Krone
aufgesetzt und es hat wirklich Spaß gemacht." Von der Bewertung hätten sich die Beiden etwas mehr erwartet. "Vom Gefühl her war es der beste Lauf der
Saison", meinte Jennifer Janse van Rensburg. Nach dem wohlverdienten Urlaub streben die Olympia-Teilnehmer die Vorbereitung auf die nächste Saison an.
Gold für Hase/Volodin – Eiskunstlauf-WM in Prag stiehlt Olympia die Show
(DEU, 29.03.2026, Foto: © ISU) Die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag waren der krönende Abschluss der Olympiasaison – und beste Werbung
für den Sport. Die International Skating Union (ISU) hat die Event Presentation der WM mit Feuerwerk und Lichter-Show auf ein neues Level der
Inszenierung gebracht, die den Sport mit seinem Show-Charakter perfekt in Szene setzt. Mehr als 111.000 Zuschauer sahen das Spektakel in der O2-
Arena über die vier WM-Wettbewerbs-Tage. Für das Team der Deutschen Eislauf-Union (DEU) war die WM, angeführt von den neuen Paarlauf-
Weltmeistern Minerva Hase/Nikita Volodin, ein voller Erfolg.
Highlight aus deutscher Sicht war bei der Eiskunstlauf-WM 2026 das Paarlaufen. Auf Olympia-Bronze ließen Minerva Hase/Nikita Volodin in Prag mit neuer
Bestleistung von 228,33 Punkten WM-Gold folgen. Damit haben sie den WM-Medaillensatz nach Bronze 2024 und Silber 2025 komplett. "Die Leistung von
Minerva und Nikita bei den Weltmeisterschaften war großartig. Ein Weltmeistertitel ist etwas Einmaliges und es ist der erste WM-Titel in ihrer Karriere. Für den
deutschen Eiskunstlauf ist der WM-Titel etwas ganz Besonderes, den gewinnt man nicht jeden Tag", sagt DEU-Sportdirektor Jens ter Laak. Für die deutschen
Paare fühlte sich die Kür-Entscheidung fast wie eine Heim-WM an. Viele deutsche Fans sind nach Prag gereist und säumten die Ränge mit schwarz-rot-
goldenen Flaggen – eine ganz neue Fan-Kultur.
Auch das zweite deutsche Paar Annika Hocke/Robert Kunkel feierte mit Platz sieben einen starken Saisonabschluss und ging mit seinem spektakulären
Headbanger durch alle Medien. "Annika und Robert haben ein tolles Programm abgeliefert und konnten wie schon bei den Olympischen Spielen zeigen, dass
sie zu den besten Top-Ten-Paaren der Welt gehören. Es ist schön zu sehen, dass wir mit zwei Paaren unter den besten Paarläufern der Welt angekommen
sind", so der Sportdirektor. "Wir möchten diese Erfolge als traditionelle Paarlauf-Nation auch zukünftig fortsetzen und noch mehr in die Nachwuchsarbeit der
Disziplin investieren."
WM-Final-Ziele im Eistanzen und Einzellaufen erreicht
In den anderen beiden Disziplinen mit deutscher Beteiligung wurde das Ziel der WM-Finalteilnahme jeweils erreicht. Im Eistanzen konnten Jennifer Janse van
Rensburg/Benjamin Steffan im Kürtanz ihren 17. Platz aus dem Rhythmustanz halten und beweisen, dass sie in die großen internationalen Finals gehören.
"Jennifer und Benjamin laufen schon zehn Jahre zusammen. Es ist schön, dass sie sich am Ende der Saison, in der es nicht durchgängig gut gelaufen ist, so
präsentieren konnten. Vor allem das verpasste Olympia-Finale war ein herber Schlag für die Beiden. Dass sie jetzt nochmal ihre Leistung abrufen und ins Finale
einziehen konnten, ist ein tolles Ergebnis und ein schönes Erlebnis zum Ende der Saison", meint ter Laak.
Im Einzellaufen war die DEU bei den Männern durch den starken Junior Genrikh Gartung vertreten. Der Deutsche Meister schaffte es bei seinem WM-Debüt als
jüngster Teilnehmer im Feld ins Finale und beendete die Kür auf Platz 24 unter insgesamt 36 Teilnehmern. "Bei Genrikh ist allein die Tatsache, dass er bei der
WM seine beiden Programme, Kurzprogramm und Kür, anbieten konnte, bei dieser Konkurrenz ein großer Erfolg. Man darf nicht vergessen, dass er erst 18
Jahre alt und eigentlich noch ein Junioren-Läufer ist, und er sich in Prag schon auf internationaler Ebene mit seinem Potenzial und seiner Palette an
Vierfachsprüngen vorstellen konnte", erklärt der DEU-Sportdirektor.
So lautet das Gesamt-Fazit für das DEU-Team: "Angeführt von den Weltmeistern, was ein grandioser Erfolg ist, konnten alle Sportler fast ihr Maximum
rausholen. Natürlich kann jeder individuell noch einen draufsetzen, selbst die Weltmeister. Potenzial nach oben ist immer vorhanden, aber grundsätzlich ist es
für uns ein sehr gutes Ergebnis, dass wir uns in allen drei Disziplinen, in denen wir am Start waren, im Finale präsentieren konnten", sagt Jens ter Laak. Bis
auch die vierte Disziplin, die Frauen-Konkurrenz, mit einer deutschen Dame besetzt ist, braucht es Geduld: "Wir haben sowohl im Junioren Damen als auch im
Junioren Herren Bereich potenzielle Kandidaten, die in der Zukunft Deutschland bei internationalen Meisterschaften vertreten können. Ich bin positiv eingestellt,
dass wir uns nach einer Durststrecke auch bei den Frauen in den nächsten Jahren wieder präsentieren können." In der kommenden Saison werden die besten
deutschen Juniorinnen noch nicht das Mindestalter für EM- und WM-Teilnahmen erfüllen.
Mehr als 111.000 Zuschauer verfolgen WM-Spektakel
Ausreichend Motivation dürfte der Nachwuchs beim Mitverfolgen der Weltmeisterschaften getankt haben. Die Organisation und Präsentation der WM-
Wettbewerbe waren nochmal größer aufgezogen als bei der Eiskunstlauf-WM 2025 in Boston – und auch bei den stimmungsvollen Olympischen Winterspielen
in Mailand. Der Einsatz von Lichtshows, LED-Banden, lauter DJ-Musik, Rauch-Fontänen und Feuerwerken für die Weltmeister machten das Event zu einer
großen Eiskunstlauf-Party mit insgesamt mehr als 111.000 Besuchern über die vier WM-Wettbewerbstage. Zur Kür der Männer mit US-Superstar Ilia Malinin war
die Halle mit rund 15.000 Zuschauern komplett gefüllt. Publikum und Sportler waren von der Stimmung begeistert. "Das war eine herausragende WM. Das
sportliche Niveau bei dieser nacholympischen Weltmeisterschaft war insgesamt sehr hoch und die Atmosphäre in Prag gigantisch. Wenn an einem
Donnerstagnachmittag um zwei die Halle voll ist, ist das schon bemerkenswert", sagt DEU-Präsident Dr. Andreas Wagner.
Im Rahmen der WM würdigte der DEU-Präsident gemeinsam mit dem Sportdirektor die herausragenden Leistungen der Weltmeister und
Olympiamedaillengewinner Minerva Hase/Nikita Volodin und ihres mitgereisten Trainerteams Dmitri Savin und Knut Schubert und überreichte ihnen Geschenke
zur Erinnerung an den besonderen Olympia-Moment in Mailand. "Außergewöhnlich am Erfolg von Minerva und Nikita ist, dass sie so rasch ein so hohes Niveau
erreicht haben – mit Olympia-Medaille und WM-Gold schon im dritten gemeinsamen Jahr. Aber auch durch ihre positive Ausstrahlung und ihr sympathisches
Auftreten repräsentieren sie auf perfekte Art und Weise die Sportart Eiskunstlaufen", so Dr. Andreas Wagner, der fest davon ausgeht, dass das deutsche Traum-
Paar seine Karriere fortsetzt.
Genrikh Gartung bei WM-Premiere auf Platz 24
(DEU, 28.03.2026 / Fotos: ISU) Sein Ziel hat Genrikh Gartung mit dem Erreichen des Finals bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag erreicht.
Als jüngster Teilnehmer im Feld beendete der 18-Jährige seine WM-Premiere mit dem 24. Platz und nimmt positive Erfahrungen für seine Zukunft mit.
Im Kurzprogramm hatte Genrikh Gartung am Donnerstag alles gegeben, erstmals zwei Vierfache im Kurzprogramm gezeigt und bei seiner ersten WM direkt das
Finale erreicht. Das war ein Erfolg, der Kraft kostete. In der Kür, in der er drei Vierfache geplant hat, fehlte ihm die nötige Stärke, um nochmals eine gute
Leistung abzurufen. Beim Vierfach-Flip zum Auftakt musste der Deutsche Meister bei der Landung die Hand zur Hilfe nehmen. Den Vierfach-Lutz und Dreifach-
Axel machte er nur doppelt bzw. einfach. Den dritten Vierfachen zog er wieder voll durch, musste aber einen Sturz kassieren. Am meisten Punkte brachte ihm
die Sprungsequenz Dreifach - Lutz - Doppelaxel - Doppelaxel, die er im Wettbewerb souverän beherrscht. Im Endergebnis erreichte Genrikh Gartung bei seinem
WM-Debüt den 24. Platz (192,31 Punkte).
"Ich habe im Kurzprogramm alles gegeben und dachte, dass es in der Kür auch nochmal gut läuft, aber ich hatte nicht mehr genug Kraft. Ich habe bis zum Ende
gekämpft", sagte Genrikh Gartung, der um 06:30 Uhr Training hatte und eine lange Saison hinter sich hat. "Für die Zukunft möchte ich lernen, noch mehr
Selbstbewusstsein und Stabilität zu gewinnen. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Jahren gut weiterarbeiten kann und verletzungsfrei bleibe." Die grandiose
Atmosphäre in der vollen O2-Arena in Prag hat der 18-Jährige bei seiner WM-Premiere aufgesaugt. "Es war super, dass so viele Fans da waren, sogar früh am
Morgen beim Training waren schon Zuschauer, sowas habe ich noch nicht gesehen." Sein Trainer Niko Ulanovsky ist mit dem Abschneiden seines Schützlings
zufrieden: "Die WM war für Genrikh eine gute Erfahrung und wir nehmen das Positive mit." Nach einem kurzen Urlaub wird Genrikh Gartung zwei neue
Programme für die nächste Saison einstudieren.
Minerva Hase/Nikita Volodin krönen sich zum Weltmeister
(DEU, 27.03.2026 / Fotos: ISU) Zum krönenden Abschluss der Olympiasaison haben Minerva Hase / Nikita Volodin bei den Eiskunstlauf-
Weltmeisterschaften in Prag die Goldmedaille im Paarlaufen gewonnen. Ihre Team-Kollegen Annika Hocke / Robert Kunkel wurden starke WM-Siebte
und zeigten als erstes Paar in einem Wettbewerb den spektakulären Headbanger.
Was für ein emotionaler Abend! Von einem Meer an deutschen Fans und Fahnen unterstützt und gefeiert holten Minerva Hase / Nikita Volodin WM-Gold in Prag.
Damit haben die Paarläufer aus Berlin den WM-Medaillensatz komplett: Nach Bronze 2024 bei der WM in Montreal und Silber bei der WM 2025 in Boston folgte
in Prag vor einer fantastischen Kulisse in der O2-Arena die Krönung mit dem goldenen WM-Titel. Mit einer neuen Bestleistung von 228,33 Punkten waren die
deutschen Paarlauf-Stars nicht zu schlagen und setzten sich mit fast zehn Punkten Vorsprung vor den georgischen Europameistern Anastasiia Metelkina / Luka
Berulava (218,41 Punkte) und den Kanadiern Lia Pereira / Trennt Michaud (216,09 Punkte) durch.
"Weltmeister zu sein, ist ein unglaubliches Gefühl", sagt Minerva Hase. "Es ist sehr schön, die Saison auf so einem hohen Level mit zwei so guten Programmen
zu beenden. Das Gefühl in der ganzen Kür war sehr besonders. Auch wenn der Fehler beim Salchow da war, haben wir das Programm nicht verloren. Wir sind
von Anfang bis Ende mutig und mit Schwung gelaufen. Diese Masse an Menschen, die in der Arena war, hat uns so viel Kraft gegeben. Es war nach der Kür
sehr emotional, die ganzen Zuschauer zu hören, den Moment wollten wir so lange wie möglich genießen."
Für Nikita Volodin ist mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. "Es war mein Traum, Weltmeister zu werden und jetzt ist
es meine Geschichte. Es geschafft zu haben, gibt mir ein sehr gutes Gefühl", sagt der 26-Jährige. Für den deutschen Eiskunstlauf ist es das erste WM-Gold seit
acht Jahren. Die Olympiasieger Aljona Savchenko / Bruno Massot hatten zuvor 2018 zuletzt den WM-Titel gewonnen. Mit Olympia-Bronze, EM-Silber und WM-
Gold können Minerva Hase / Nikita Volodin stolz auf ihre erfolgreichste Saison blicken.
Hocke/Kunkel mit Headbanger-Premiere WM-Siebte
Auch das zweite deutsche Paar, Annika Hocke / Robert Kunkel, sorgte für Furore. Die Berliner kämpften sich mit einer starken Kür vom zehnten Rang aus dem
Kurzprogram noch auf den siebten Platz nach vorne. Mit 194,11 Punkten erreichten die Olympia-Zehnten exakt die gleiche Punktzahl wie bei den Olympischen
Winterspielen in Mailand. Begeisterung und Staunen entfachten die Deutschen Vizemeister am Ende ihres Programms mit einer Überraschung: Als erstes Paar
zeigten sie im Wettbewerb den spektakulären Headbanger, den sie bisher nur in Shows präsentierten.
"Wir sind überglücklich, ich bin sprachlos, die Zuschauer waren unglaublich und wir sind froh unseren Trainern so ein schönes Saisonende bereitet zu haben",
sagt Annika Hocke unmittelbar nach dem Wettkampf. "Die Standing Ovations waren wie schon bei Olympia überragend. Es ist toll, so ein Feedback vom
Publikum zu bekommen, dafür machen wir das. Wir wollten mit dem Headbanger etwas zeigen, was noch kein Paar vor uns gemacht hat", berichtet Robert
Kunkel. An diesem denkwürdigen Abend für das deutsche Paarlaufen waren mehr als 13.000 Zuschauer in der Eishalle und feierten eine große Eiskunstlauf-
Party. Bei der Siegerehrung gab es erstmals ein Feuerwerk
.
Genrikh Gartung qualifiziert sich beim WM-Debüt fürs Finale
(DEU, 27.03.2026, Foto: © ISU) Der Deutsche Meister Genrikh Gartung hat sich bei seinen ersten Weltmeisterschaften für das Finale qualifiziert. Als
jüngster Teilnehmer im Feld schaffte der 18-Jährige vom EC Oberstdorf den Sprung in die Kür-Entscheidung der weltbesten Läufer.
Bei seinem WM-Debüt bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag (Tschechien; 25. bis 29. März) wagte Genrikh Gartung zum ersten Mal in seinem
Kurzprogramm zwei Vierfache und wurde für sein Risiko mit dem Final-Einzug belohnt. Zum Auftakt stand der Junioren-WM-Elfte die Kombination Vierfach-Flip-
Dreifach-Toeloop. Die beiden weiteren Sprung-Elemente, Vierfach-Lutz und Dreifach-Axel landete der EM-Finalist, musste aber umsteigen und verlor dadurch
Punkte. Was die Qualifikation spannend machte. Mit 73,20 Punkten zog er mit Platz 23 schließlich noch ins Kür-Finale ein und darf sich am Samstag (28. März)
erneut auf der großen WM-Bühne präsentieren.
"Ich habe mich heute gut gefühlt, die Landung beim Axel und Lutz hat nicht ganz geklappt, aber es war okay", sagte Genrikh Gartung unmittelbar nach dem Lauf
zu seiner Leistung, als der Finaleinzug noch nicht feststand. "Es waren viele Menschen und Fans in der Halle und viele Deutschland-Fahnen, das war super. Ich
hatte mehr Selbstbewusstsein und war ruhiger als bei den Europameisterschaften. Für die nächste Saison werde ich zwei neue Programme einstudieren und
möchte noch mehr Sicherheit gewinnen."
Seine beiden Trainer sind über das Auftreten ihres Schützlings bei der WM-Premiere erfreut. "Genrikh hat heute zum ersten Mal zwei Vierfache in einem
Kurzprogramm gemacht und diese Hürde im Kopf mit Blick auf die nächste Saison schonmal genommen", sagte Niko Ulanovsky. "Ich bin megastolz auf Genrikh,
er hat das bei seiner ersten WM so gut gemacht. Er ist selbstbewusst geblieben und hat versucht alles zu geben. Es waren ein paar kleine Fehler dabei, aber es
hat fürs Finale gereicht und das ist das, was zählt", meinte Ria Schiffner. In der Kür kann Genrikh Gartung sein Potenzial zeigen und zum Abschluss seiner
langen Saison die fantastische Sport-Entertainment-Bühne der Eiskunstlauf-WM in Prag genießen.
Janse van Rensburg/Steffan stehen im Eistanz-WM-Finale
Die Olympia-Teilnehmer im Eistanzen Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan haben bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag das Eistanz-
Finale erreicht. Damit dürfen die Oberstdorfer in dieser Saison endlich bei einem internationalen Highlight ihre Tango-Kür präsentieren.
Die EM-Teilnahme in Sheffield im Januar mussten Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan krankheitsbedingt absagen, bei den Olympischen
Winterspielen verpassten sie das angestrebte Kürtanz-Finale. Bei den Weltmeisterschaften in Prag konnten die fünfmaligen Deutschen Meister endlich zeigen,
was sie können. Mit 71,02 Punkten und Platz 17 qualifizierten sich die Olympia-Teilnehmer für das WM-Finale der besten 20 Paare. Den Twizzle, die
verhängnisvolle Stelle mit dem Fehler, der das Olympia-Finale kostete, konnte Benjamin Steffan diesmal souverän meistern. Auch sonst erhielten alle Elemente
Pluspunkte. Die Freude am Ende des Programms war bei den Eistänzern, die schon zehn Jahre zusammenlaufen, dementsprechend groß.
"Es ist sehr toll, dass wir im Finale stehen. Wir freuen uns, dass wir morgen nochmal die Chance bekommen, unsere Kür vor so einem Publikum zu zeigen. Das
ist ein Programm, das uns sehr am Herzen liegt und uns wahnsinnig Spaß macht", sagt Benjamin Steffan, der den Twizzle von Mailand noch im Kopf hatte, das
Element aber durch das Zurückholen von Automatismen und die Konzentration auf technische Eckpunkte in Prag sauber aufs Eis bringen konnte. "Heute war es
das Ziel, den Rhythm Dance nochmal zu genießen. Es war das letzte Mal in dieser Saison, dass wir dieses Programm auf internationaler Bühne gelaufen sind.
Das ist uns sehr gut gelungen." Jennifer Janse van Rensburg schwärmte von der Atmosphäre: "Das Publikum ist der Wahnsinn. Man sieht sehr viele deutsche
Flaggen." Das Eistanz-Kürfinale bildet am Samstagabend (28. März) den stimmungsvollen Abschluss der WM-Wettbewerbe.
DEU-Sportdirektor Jens ter Laak: "Wir haben Bronze gewonnen, nicht Gold verloren!"
(DEU, 23.02.2026) Am Sonntag gingen die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand/Cortina mit der Abschlussfeier in Verona zu Ende. Größter Erfolg für die
Deutsche Eislauf-Union war der Gewinn der Bronzemedaille im Paarlaufen durch Minerva Hase/Nikita Volodin. Eine Top Ten-Platzierung erreichte das zweite
Paar Annika Hocke/Robert Kunkel. Das Einstanz-Finale verpassten Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan. DEU-Sportdirektor Jens ter Laak zieht im
Interview ein Olympia-Fazit und blickt auf die anstehenden Weltmeisterschaften in Prag und den nächsten Olympiazyklus voraus.
Jens ter Laak, wie fällt Ihr Fazit zum Abschneiden des DEU-Teams in Mailand aus?
Jens ter Laak: Wir haben Bronze gewonnen, nicht Gold verloren! Nach acht Jahren die erste olympische Medaille ist bei lediglich zwei besetzten Disziplinen
von fünf Medaillenentscheidungen eine gute Quote für die Deutsche Eislauf-Union und ein besonderer Erfolg für das noch junge Team „Miniki“ (Minerva und
Nikita), die sich seit 2023 dem internationalen Wettbewerb stellen. Auch mit der Top Ten-Platzierung von Annika und Robert hat sich das Paarlaufen sehr gut
präsentiert. Wir sind sehr stolz auf diese Leistungen.
Im Eistanzen wurde das Finale nicht erreicht. Wie kam das?
Jens ter Laak: In der zweiten Disziplin, bei der wir dabei waren, dem Eistanzen, können wir nicht zufrieden sein, da wir mit einem Einzug ins Kürfinale fest
gerechnet haben. Hier ist es nicht gelaufen, wie gedacht. Auch Jennifer und Benjamin durften sich mehr ausrechnen. Ein Fehler reicht oftmals schon, um in
diesem hochkarätigen Feld auszuscheiden.
Wie haben sich die deutschen Eiskunstläufer*innen als Teil der deutschen Olympiamannschaft präsentiert?
Jens ter Laak: Unser Sport ist von Ästhetik geprägt und lebt von Präsenz, daher wissen unsere Athletinnen und Athleten ganz gut, wie man sich richtig verkauft.
Das lernen sie von klein auf. Wir haben die Sportler*innen zudem mit einem Medientraining vorbereitet. Auch im Kontakt mit Politikern oder Journalisten ist unser
Team präsent.
Welche Bedeutung hat der Medaillenerfolg von Minerva Hase/Nikita Volodin für den deutschen Eiskunstlauf?
Jens ter Laak: Wir können zeigen, dass wir zumindest in einer Disziplin mit der absoluten Weltspitze konkurrieren und uns im internationalen Feld vorne
behaupten können. Der Erfolg von Paaren ist nicht unbedingt der Herkunft geschuldet, sondern der richtigen Zusammenstellung. Ein Duo muss harmonieren,
d.h. bspw. Größe, Kraft, Hebelwirkung und die Chemie müssen stimmen. Das ist uns bei Minerva und Nikita sichtbar gelungen. Auch wenn wir im Einzellaufen
aktuell nicht vertreten sind, fallen Paarläufer und Eistänzer nicht vom Himmel. Bei der disziplinscharfen Förderbetrachtung unseres Staates muss genau dies
Berücksichtigung finden. Ohne Einzellaufen keine Paare und Eistänzer.
Die deutsche Presse hat nach dem Gewinn der Bronzemedaille von Minerva Hase/Nikita Volodin an vielen Stellen von einer Gold-Enttäuschung
gesprochen. Ist so eine Berichterstattung respektvoll gegenüber den Sportlern und wie zufrieden sind Sie als Sportdirektor mit der Leistung?
Jens ter Laak: Die Deutschen suchen gerne „das Haar in der Suppe“, das macht auch vor der Presse keinen Halt. Man will vom Drama lesen oder hören,
offensichtlich Teil der DNA. Die Japaner sind die Kür ihres Lebens gelaufen, dies muss man neidlos anerkennen. Vielleicht wäre mit dem dreifachen Salchow
von Minerva noch Silber drin gewesen, aber das ist Spekulation. Nach drei Jahren Zusammenarbeit Bronze, andere schaffen es ein ganzes Sportlerleben nicht.
Der Respekt vor der sportlichen Leistung fehlt in Deutschland leider generell, auch bei der wirtschaftlichen Wertschätzung einer Medaille im Vergleich zu
anderen Nationen.
Die Sportart Eiskunstlaufen hat während der Olympischen Winterspiele für hohe Einschaltquoten gesorgt und war auch in den sozialen Medien
omnipräsent. Welchen Platz in den Medien, insbesondere in TV und Livestreams, hätte die Sportart verdient?
Jens ter Laak: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat vor vielen Jahren beschlossen, dass wir nicht interessant sind. Wir sind bei den Winterspielen das
Premiumevent, was man an den märchenhaften Kartenpreisen besonders deutlich merkt. Die Einschaltquoten sprechen ebenfalls dafür. Es wäre angemessen,
wenn sich die Sender im Eiskunstlaufen wieder breiter aufstellen und der Sportart einen höheren Stellenwert beimessen. Die DEU bietet in der Zusammenarbeit
mit den Medien gerne ihre Expertise an.
Nach den Spielen ist vor den Spielen. Ein neuer Olympiazyklus mit den Olympischen Winterspielen 2030 in den französischen Alpen am Horizont
beginnt. Welche Weichen will die DEU stellen, um in vier Jahren wieder in allen Disziplinen und dem Team-Wettbewerb vertreten zu sein?
Jens ter Laak: Wir müssen konstatieren, dass wir in den Einzeldisziplinen den Anschluss verloren und neu aufzubauen haben. Einige hoffnungsvolle Talente
warten im Nachwuchs- und Juniorenalter, die es über die nächsten Jahre zu entwickeln gilt. Hierfür haben wir Projekte zur Entwicklung der
Höchstschwierigkeiten, Dreifach- und Vierfachsprünge, zusammen mit dem IAT ins Leben gerufen. Ein weiteres Projekt in der Talententwicklung ist in Arbeit.
Unsere verbliebenen drei Bundesstützpunkte Berlin, Dortmund und Oberstdorf sind infrastrukturell in die Jahre gekommen, das Trainerpersonal ist im oder vor
dem Ruhestandsalter und frischer Wind fehlt, da der Trainerberuf in Deutschland keine Wertschätzung erfährt. Wir werden versuchen, die Talente in starke
Trainingsgruppen zu entsenden, auch im Ausland. An den Bundesstützpunkten muss eine neue Sportlergeneration heranwachsen, dies wird dauern, denn auch
die Trainerstruktur muss neu aufgebaut werden. Hierzu bedarf es einer anderen finanziellen Ausstattung. Ziel muss es sein, in vier Jahren in allen Disziplinen
wieder dabei zu sein.
Welcher Stellschrauben bedarf es im Einzellaufen?
Jens ter Laak: Als frühspezialisierende Sportart konkurrieren wir mit Ländern, die auf eine Präsenzpflicht in der Schule verzichten und Distanzbeschulung
anbieten. Auch die europäischen Länder um uns herum. Deutschland verliert in verschiedenen Lebensbereichen den Anschluss, weil wir nicht bereit sind, uns
auf veränderte Bedingungen einzulassen. Schule und Sport ist Ländersache, der Föderalismus in der Sportförderung ein absolutes Problem. Im Einzellaufen
sind die Kinder deutlich jünger als in den Paarkonkurrenzen. Früh übt sich. Wenn man die Lernzeitfenster im Eiskunstlaufen nicht passend ausfüllt, verliert man
früh den Anschluss. Die Umfänge und Inhalte sind bei uns zu gering und müssten adaptiert werden. Das geht nur mit anderen Konzepten. Die können wir
schreiben, aber nur mithilfe der Schulträger umsetzen. Wir werden nicht müde, unsere Forderungen zu platzieren. Einstweilen werden wir nur im Rahmen
unserer Möglichkeiten tätig werden können. Diese liegen in der Verbesserung der Trainingsqualität.
Gibt es schon Informationen zu den weiteren Zukunftsplänen von Minerva Hase/Nikita Volodin?
Jens ter Laak: Beide haben sich klar positioniert, die Planung des neuen Zyklus folgt nach der Saison. Aber das Alter und der Ehrgeiz lässt uns als Verband
positiv in die Zukunft schauen. Die Zielstellung folgt.
Die Saison ist für die Eiskunstläufer noch nicht vorbei. Mit welchen Aussichten und Zielstellungen tritt das nominierte DEU-Team bei den
Weltmeisterschaften Ende März in Prag an?
Jens ter Laak: Wer zwei WM-Medaillen hat, wird auch eine weitere bei der WM erringen wollen. Minerva und Nikita gehen mit diesem Anspruch an den Start,
aber auch hier gilt – wie bei den Spielen – die Konkurrenz der besten fünf bis sechs Paare lässt keinen Automatismus zu. Annika und Robert können ihre gute
Form erneut unter Beweis stellen und die Saison vielleicht mit einer noch besseren Platzierung beenden. Im Eistanzen haben Jennifer und Benjamin die
Möglichkeit, sich mit einem fehlerfreien Rhythmustanz für das Finale zu empfehlen. Mit Genrikh Gartung tritt ein Neuling auf das WM-Meisterschaftsparkett im
Seniorenbereich. Hier lassen wir uns überraschen, ob er mit der neuen Herausforderung gut umgehen kann. Das Talent ist jedenfalls mehr als ausreichend. Wir
bleiben zuversichtlich und gespannt.
Die deutschen Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen 2026 - v.l.n.r.: Minerva Hase / Nikita Volodin (Berliner SV 1892 / BER), Annika Hocke / Robert
Kunkel (SC Charlottenburg / BER), Jennifer Janse van Rensburg / Benjamin Steffan (EC Oberstdorf / BAY) - Fotos: © Picture Alliance
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Nachrichten vom deutschen
Eiskunstlauf-Fachverband
(Quelle: DEU, Pamela Lechner, Stand: 26.04.2026)
Eissportzentrum Oberstdorf - Weltgrößter
Erwachsenen-Wettbewerb im Eiskunstlaufen feiert
20-jähriges Jubiläum
(DEU, Pamela Lechner, 26.04.2026) Mehr als 600 Teilnehmer*innen aus
der ganzen Welt werden von 17. bis 22. Mai 2026 beim 20. ISU Adult in
Oberstdorf an den Start gehen und zum 20-jährigen Jubiläum des
weltgrößten Wettbewerbs im Erwachsenen-Eiskunstlaufen eine Woche
lang die Freude am Eiskunstlaufen feiern. Eiskunstläufer*innen im Alter
von 28 bis 78 Jahren werden in unterschiedlichen Kategorien und
Disziplinen ihre Programme präsentieren.
Erwachsenen-Eiskunstlauf in Deutschland ist beliebt wie nie, dies zeigen
die steigenden Mitgliederzahlen der Adult-Läufer*innen in den Vereinen.
Absolutes Highlight für die Community ist der jährliche ISU-Adult in
Oberstdorf – neben dem ISU Adult-Wettbewerb in Nordamerika einer von
nur zwei internationalen Erwachsenen-Wettbewerben der International
Skating Union (ISU), die das ISU-Label tragen. Auch die 20. Jubiläums-
Auflage der ISU Adult Figure Skating Competition war nach Öffnung der
Anmeldung innerhalb weniger Stunden so gut wie ausgebucht.
"Der Adult-Wettbewerb in Oberstdorf ist der größte seiner Art weltweit;
das spricht schon für sich. Zugleich aber ist er viel mehr als eine
Sportveranstaltung: Er ist ein großes Familientreffen für Eiskunstlauf-
Begeisterte aus aller Welt und steht dabei symbolhaft für einen
Sportsgeist, der unabhängig ist von Herkunft oder Alter. Die Deutsche
Eislauf-Union ist stolz darauf, nun schon zum 20. Mal Ausrichter eines
solchen Events zu sein", sagt DEU-Präsident Dr. Andreas Wagner über
die Erfolgsgeschichte des in der Eiskunstlaufszene fest etablierten
Events. "Dadurch, dass der Adult-Wettbewerb mehr ist als ein reines
Sportereignis, entfaltet er eine ganz besondere integrative Kraft. Hinzu
kommt, dass Eiskunstlaufen mehr ist als Sport, weil sich da – transportiert
durch Musik – Athletik und Ästhetik symbiotisch treffen."
Eine faszinierende Mischung, die Eiskunstlaufen zu einem besonderen
Sport macht. Insgesamt 660 Eiskunstläufer*innen aus 36 Nationen sind in
fünf verschiedenen Altersklassen und diversen Leistungsklassen am
Start. In den Kategorien Bronze, Silber, Gold bis Masters Elite mit den
Schwerpunkten Kür oder Artistik sowie in den Disziplinen Einzellaufen,
Paarlaufen, Eistanzen und Synchron bringen Hobby-Läufer*innen und
ehemalige Leistungssportler*innen ihre Kreativität und ihren Spaß an der
Sportart in ihren Programmen zum Ausdruck.
Infos & Livestream
Weitere Infos zur Adult Figure Skating Competition 2026 gibt es auf der
Event-Seite. Die Wettbewerbe werden im Livestream auf Sporteurope.TV
übertragen.
Team Berlin 1 bei Synchron-WM unter den besten
vier Nationen der Welt
(DEU, Pamela Lechner, 12.04.2026) Der 30-fache Deutsche Meister
Team Berlin 1 konnte bei den Weltmeisterschaften im
Synchroneiskunstlaufen 2026 in Salzburg (Österreich) an seine guten
WM-Platzierungen der Vorjahre anschließen und mit Rang sieben erneut
ein sehr starkes Ergebnis erzielen.
Bei seinem Tango-Kurzprogramm begeisterte Team Berlin 1 die vielen
deutschen Fans in Salzburg mit einer fehlerfreien Vorstellung und
verschaffte sich mit Platz sechs eine optimale Ausgangsposition für die
Kür-Entscheidung. Auch in der Kür lief das Team aus Berlin trotz eines
Sturzes zu einer neuen Saisonbestleistung und kam mit der
Gesamtpunktzahl von 197,60 Punkten nahe an die 200-Punkte-Marke.
Damit reihte sich das erfolgreichste deutsche Synchron-Team auf dem
siebten Platz ein - direkt hinter den sechs Teams der drei führenden
Synchron-Nationen Kanada, USA, Finnland. Der WM-Titel ging an das
kanadische Team Les Surpremes. Mit dem Ergebnis sicherte Team Berlin
1 erneut zwei deutsche Startplätze für die nächsten Weltmeisterschaften
im Synchroneiskunstlaufen 2027.
"Wir haben in beiden Programmen eine Saisonbestleistung erreicht und
wieder einen zweiten WM-Startplatz für Deutschland geholt. Damit haben
wir das eigentliche Ziel erreicht", sagt die Berliner Team-Kapitänin Aida
Aleskerova. "In der Kür haben wir uns zwei kleine Fehlerchen erlaubt, das
hatte aber keine Auswirkung auf unsere Leistung, wir sind sehr
zufrieden." Beide Programme lief das Team zu Musiken des Komponisten
Gabriel Saban, eine Mischung aus klassisch und modern. Im Sommer will
das Team seine Schritte und Skating Skills verbessern, bevor es im
August ins Trainingslager zum Aufbau der neuen Programme geht.
Das zweite deutsche Team, Team United Angels aus Stuttgart, musste im
Kurzprogramm zwei Stürze verkraften und konnte sich in der Kür mit einer
Saisonbestleistung von 146,38 Punkten von dem 17. Platz noch auf den
16. Rang verbessern. "Die Saison war schwierig, wir hatten viele Verletzte
und Kranke bei Wettkämpfen. Die Saison hat uns zusammengeschweißt
und die WM war so ein schöner Abschluss", sagt Team-Kapitänin Timea
Fingerle. Und Team-Kapitänin Emilia Woyke ergänzt: "Bei einer
Weltmeisterschaft Sesons Best, besser kann es nicht laufen, das fühlt
sich unbeschreiblich gut an." Groß war die Freude beim Team auch über
die vielen deutschen Fans im Publikum.
Neues Format Synchro9 vorgestellt
Vor dem Kür-Wettbewerb stellte die International Skating Union (ISU) das
neue Format Synchro9 vor, bei dem neun statt wie bisher 16 Läufer*innen
in einem Synchron-Team laufen, und das bei den Olympischen Jugend-
Winterspielen 2028 erstmals im Olympischen Programm sein wird. Die
ISU strebt mit Synchro9 langfristig die Aufnahme in das Programm der
Olympischen Winterspiele an. Die drei besten Nationen im
Synchroneiskunstlaufen, USA, Kanada und Finnland, demonstrierten mit
ihren Teams je ein Programm zu neunt auf dem Eis. Mit Tempo, Akrobatik
und Kreativität begeisterte das neue Format auf Anhieb die Zuschauer.
Ein Bild des neuen Formats machte sich vor Ort auch Team Leaderin und
DEU-Geschäftsführerin Tatjana Wagner, die bei der Deutschen Eislauf-
Union für die Disziplin Synchroneiskunstlaufen verantwortlich ist. "Die
rasante Entwicklung im Synchroneiskunstlaufen der letzten Jahre zeigt
sich nun auch in einem neuen Format. Synchro9 muss sicher noch seinen
spezifischen Schwerpunkt finden, aber gerade am Anfang gibt es uns
viele Chancen eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Sportart zu
spielen", sagt Tatjana Wagner, die sich über das Abschneiden der
deutschen Teams freute. "Team Berlin 1 hat gezeigt, dass das Team zur
internationalen Spitze gehört. Ich bin sehr stolz, dass wir wieder die
viertbeste Nation der Welt im Synchroneiskunstlaufen sind. Auch das
Team aus Stuttgart hat sich in einer sehr starken Konkurrenz gut
behauptet. Das Niveau war sehr hoch. Wir müssen unsere Trainer*innen
und Teams mehr unterstützen, sodass wir weiterhin mithalten und uns
entwickeln können."
Showtime in Salzburg: Die Weltmeisterschaften im
Synchroneiskunstlaufen 2026 im Livestream
(DEU, Pamela Lechner, 10.04.2026) Die Deutsche Eislauf-Union (DEU)
ist bei den Weltmeisterschaften im Synchroneiskunstlaufen 2026 in
Salzburg (Österreich; 10./11. April) mit zwei Teams am Start. Das Team
Berlin 1 und das Team United Angels aus Stuttgart werden die deutschen
Farben vertreten. Die SYS-WM wird im Livestream auf dem ISU-Youtube-
Kanal übertragen.
Am Freitag starten die Weltmeisterschaften im Synchroneiskunstlaufen
2026 in Salzburg mit den besten Synchron-Teams der Welt. Wie in den
WM-Vorjahren sind die beiden DEU-Teams Team Berlin 1 und United
Angels für Deutschland am Start. Der 30-fache Deutsche Meister Team
Berlin 1 will sich auch dieses Jahr wieder unter den Top Fünf Nationen
der Welt platzieren. Das Kurzprogramm findet am Freitag (10. April) von
17:00 bis 20:00 Uhr statt. Die Kür-Entscheidung fällt am Samstag (11.
April) von 15:30 bis 19:20 Uhr.
Die International Skating Union (ISU) überträgt die Wettbewerbe der SYS-
WM 2026 im Livestream auf ISU-Youtube. Mehr Infos zur SYS-WM
(Zeitpläne, Ergebnisse...) gibt es auf der ISU-Event-Seite.
WM-Kür-Finale Highlight für Janse van
Rensburg/Steffan
(Pamela Lechner, DEU, 29.03.2026) Die Olympia-Teilnehmer im
Eistanzen Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan haben bei
den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag im Finale in diesem
Jahr erstmals ihre Flamenco-Kür präsentiert und den 17. Platz
erreicht. Vor 15.000 Zuschauern in der O2-Arena ein besonderer
Moment.
Es war so etwas wie der krönende Saisonabschluss für die Oberstdorfer
Eistänzer Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan. Nach der
krankheitsbedingt zurückgezogenen EM-Teilnahme und dem verpassten
Olympia-Finale durften die fünfmaligen Deutschen Meister in der
ausverkauften O2-Arena vor 15.000 Zuschauern in der zweiten
Saisonhälfte endlich ihre geliebte Flamenco-Kür zeigen. Das Eistanzpaar
kam in einem Fluss und ohne Fehler durch das Programm und erzielte
bei seiner vierten WM-Teilnahme den 17. Platz (177,53 Punkte). In der
zweiten Hälfte des Programms nahm das Publikum den Rhythmus der
spanischen Klänge auf und klatschte im Takt zur Schrittfolge.
"Wir haben gezeigt, was für ein tolles Programm wir mit der Kür haben
und ich bin wahnsinnig stolz darauf, was wir heute hier in Prag abgeliefert
haben. Die Kulisse ist gigantisch, die Halle fantastisch", sagte Benjamin
Steffan, dessen Vorfreude auf den Auftritt groß war. "Es war eine lange
Saison mit vielen Höhen und ein, zwei Tiefen leider auch, die bei so einer
Menge an Wettkämpfen unvermeidlich sind. Die Weltmeisterschaft hat
dem Ganzen nochmal eine Krone aufgesetzt und es hat wirklich Spaß
gemacht." Von der Bewertung hätten sich die Beiden etwas mehr
erwartet. "Vom Gefühl her war es der beste Lauf der Saison", meinte
Jennifer Janse van Rensburg. Nach dem wohlverdienten Urlaub streben
die Olympia-Teilnehmer die Vorbereitung auf die nächste Saison an.
Gold für Hase/Volodin – Eiskunstlauf-WM in Prag
stiehlt Olympia die Show
(DEU, 29.03.2026, Foto: © ISU) Die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften
in Prag waren der krönende Abschluss der Olympiasaison – und
beste Werbung für den Sport. Die International Skating Union (ISU)
hat die Event Presentation der WM mit Feuerwerk und Lichter-Show
auf ein neues Level der Inszenierung gebracht, die den Sport mit
seinem Show-Charakter perfekt in Szene setzt. Mehr als 111.000
Zuschauer sahen das Spektakel in der O2-Arena über die vier WM-
Wettbewerbs-Tage. Für das Team der Deutschen Eislauf-Union (DEU)
war die WM, angeführt von den neuen Paarlauf-Weltmeistern
Minerva Hase/Nikita Volodin, ein voller Erfolg.
Highlight aus deutscher Sicht war bei der Eiskunstlauf-WM 2026 das
Paarlaufen. Auf Olympia-Bronze ließen Minerva Hase/Nikita Volodin in
Prag mit neuer Bestleistung von 228,33 Punkten WM-Gold folgen. Damit
haben sie den WM-Medaillensatz nach Bronze 2024 und Silber 2025
komplett. "Die Leistung von Minerva und Nikita bei den
Weltmeisterschaften war großartig. Ein Weltmeistertitel ist etwas
Einmaliges und es ist der erste WM-Titel in ihrer Karriere. Für den
deutschen Eiskunstlauf ist der WM-Titel etwas ganz Besonderes, den
gewinnt man nicht jeden Tag", sagt DEU-Sportdirektor Jens ter Laak. Für
die deutschen Paare fühlte sich die Kür-Entscheidung fast wie eine Heim-
WM an. Viele deutsche Fans sind nach Prag gereist und säumten die
Ränge mit schwarz-rot-goldenen Flaggen – eine ganz neue Fan-Kultur.
Auch das zweite deutsche Paar Annika Hocke/Robert Kunkel feierte mit
Platz sieben einen starken Saisonabschluss und ging mit seinem
spektakulären Headbanger durch alle Medien. "Annika und Robert haben
ein tolles Programm abgeliefert und konnten wie schon bei den
Olympischen Spielen zeigen, dass sie zu den besten Top-Ten-Paaren der
Welt gehören. Es ist schön zu sehen, dass wir mit zwei Paaren unter den
besten Paarläufern der Welt angekommen sind", so der Sportdirektor.
"Wir möchten diese Erfolge als traditionelle Paarlauf-Nation auch
zukünftig fortsetzen und noch mehr in die Nachwuchsarbeit der Disziplin
investieren."
WM-Final-Ziele im Eistanzen und Einzellaufen erreicht
In den anderen beiden Disziplinen mit deutscher Beteiligung wurde das
Ziel der WM-Finalteilnahme jeweils erreicht. Im Eistanzen konnten
Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan im Kürtanz ihren 17. Platz
aus dem Rhythmustanz halten und beweisen, dass sie in die großen
internationalen Finals gehören. "Jennifer und Benjamin laufen schon zehn
Jahre zusammen. Es ist schön, dass sie sich am Ende der Saison, in der
es nicht durchgängig gut gelaufen ist, so präsentieren konnten. Vor allem
das verpasste Olympia-Finale war ein herber Schlag für die Beiden. Dass
sie jetzt nochmal ihre Leistung abrufen und ins Finale einziehen konnten,
ist ein tolles Ergebnis und ein schönes Erlebnis zum Ende der Saison",
meint ter Laak.
Im Einzellaufen war die DEU bei den Männern durch den starken Junior
Genrikh Gartung vertreten. Der Deutsche Meister schaffte es bei seinem
WM-Debüt als jüngster Teilnehmer im Feld ins Finale und beendete die
Kür auf Platz 24 unter insgesamt 36 Teilnehmern. "Bei Genrikh ist allein
die Tatsache, dass er bei der WM seine beiden Programme,
Kurzprogramm und Kür, anbieten konnte, bei dieser Konkurrenz ein
großer Erfolg. Man darf nicht vergessen, dass er erst 18 Jahre alt und
eigentlich noch ein Junioren-Läufer ist, und er sich in Prag schon auf
internationaler Ebene mit seinem Potenzial und seiner Palette an
Vierfachsprüngen vorstellen konnte", erklärt der DEU-Sportdirektor.
So lautet das Gesamt-Fazit für das DEU-Team: "Angeführt von den
Weltmeistern, was ein grandioser Erfolg ist, konnten alle Sportler fast ihr
Maximum rausholen. Natürlich kann jeder individuell noch einen
draufsetzen, selbst die Weltmeister. Potenzial nach oben ist immer
vorhanden, aber grundsätzlich ist es für uns ein sehr gutes Ergebnis,
dass wir uns in allen drei Disziplinen, in denen wir am Start waren, im
Finale präsentieren konnten", sagt Jens ter Laak. Bis auch die vierte
Disziplin, die Frauen-Konkurrenz, mit einer deutschen Dame besetzt ist,
braucht es Geduld: "Wir haben sowohl im Junioren Damen als auch im
Junioren Herren Bereich potenzielle Kandidaten, die in der Zukunft
Deutschland bei internationalen Meisterschaften vertreten können. Ich bin
positiv eingestellt, dass wir uns nach einer Durststrecke auch bei den
Frauen in den nächsten Jahren wieder präsentieren können." In der
kommenden Saison werden die besten deutschen Juniorinnen noch nicht
das Mindestalter für EM- und WM-Teilnahmen erfüllen.
Mehr als 111.000 Zuschauer verfolgen WM-Spektakel
Ausreichend Motivation dürfte der Nachwuchs beim Mitverfolgen der
Weltmeisterschaften getankt haben. Die Organisation und Präsentation
der WM-Wettbewerbe waren nochmal größer aufgezogen als bei der
Eiskunstlauf-WM 2025 in Boston – und auch bei den stimmungsvollen
Olympischen Winterspielen in Mailand. Der Einsatz von Lichtshows, LED-
Banden, lauter DJ-Musik, Rauch-Fontänen und Feuerwerken für die
Weltmeister machten das Event zu einer großen Eiskunstlauf-Party mit
insgesamt mehr als 111.000 Besuchern über die vier WM-
Wettbewerbstage. Zur Kür der Männer mit US-Superstar Ilia Malinin war
die Halle mit rund 15.000 Zuschauern komplett gefüllt. Publikum und
Sportler waren von der Stimmung begeistert. "Das war eine
herausragende WM. Das sportliche Niveau bei dieser nacholympischen
Weltmeisterschaft war insgesamt sehr hoch und die Atmosphäre in Prag
gigantisch. Wenn an einem Donnerstagnachmittag um zwei die Halle voll
ist, ist das schon bemerkenswert", sagt DEU-Präsident Dr. Andreas
Wagner.
Im Rahmen der WM würdigte der DEU-Präsident gemeinsam mit dem
Sportdirektor die herausragenden Leistungen der Weltmeister und
Olympiamedaillengewinner Minerva Hase/Nikita Volodin und ihres
mitgereisten Trainerteams Dmitri Savin und Knut Schubert und
überreichte ihnen Geschenke zur Erinnerung an den besonderen
Olympia-Moment in Mailand. "Außergewöhnlich am Erfolg von Minerva
und Nikita ist, dass sie so rasch ein so hohes Niveau erreicht haben – mit
Olympia-Medaille und WM-Gold schon im dritten gemeinsamen Jahr.
Aber auch durch ihre positive Ausstrahlung und ihr sympathisches
Auftreten repräsentieren sie auf perfekte Art und Weise die Sportart
Eiskunstlaufen", so Dr. Andreas Wagner, der fest davon ausgeht, dass
das deutsche Traum-Paar seine Karriere fortsetzt.
Genrikh Gartung bei WM-Premiere auf Platz 24
(DEU, 28.03.2026 / Fotos: ISU) Sein Ziel hat Genrikh Gartung mit dem
Erreichen des Finals bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in
Prag erreicht. Als jüngster Teilnehmer im Feld beendete der 18-
Jährige seine WM-Premiere mit dem 24. Platz und nimmt positive
Erfahrungen für seine Zukunft mit.
Im Kurzprogramm hatte Genrikh Gartung am Donnerstag alles gegeben,
erstmals zwei Vierfache im Kurzprogramm gezeigt und bei seiner ersten
WM direkt das Finale erreicht. Das war ein Erfolg, der Kraft kostete. In der
Kür, in der er drei Vierfache geplant hat, fehlte ihm die nötige Stärke, um
nochmals eine gute Leistung abzurufen. Beim Vierfach-Flip zum Auftakt
musste der Deutsche Meister bei der Landung die Hand zur Hilfe
nehmen. Den Vierfach-Lutz und Dreifach-Axel machte er nur doppelt bzw.
einfach. Den dritten Vierfachen zog er wieder voll durch, musste aber
einen Sturz kassieren. Am meisten Punkte brachte ihm die
Sprungsequenz Dreifach - Lutz - Doppelaxel - Doppelaxel, die er im
Wettbewerb souverän beherrscht. Im Endergebnis erreichte Genrikh
Gartung bei seinem WM-Debüt den 24. Platz (192,31 Punkte).
"Ich habe im Kurzprogramm alles gegeben und dachte, dass es in der Kür
auch nochmal gut läuft, aber ich hatte nicht mehr genug Kraft. Ich habe
bis zum Ende gekämpft", sagte Genrikh Gartung, der um 06:30 Uhr
Training hatte und eine lange Saison hinter sich hat. "Für die Zukunft
möchte ich lernen, noch mehr Selbstbewusstsein und Stabilität zu
gewinnen. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Jahren gut weiterarbeiten
kann und verletzungsfrei bleibe." Die grandiose Atmosphäre in der vollen
O2-Arena in Prag hat der 18-Jährige bei seiner WM-Premiere aufgesaugt.
"Es war super, dass so viele Fans da waren, sogar früh am Morgen beim
Training waren schon Zuschauer, sowas habe ich noch nicht gesehen."
Sein Trainer Niko Ulanovsky ist mit dem Abschneiden seines Schützlings
zufrieden: "Die WM war für Genrikh eine gute Erfahrung und wir nehmen
das Positive mit." Nach einem kurzen Urlaub wird Genrikh Gartung zwei
neue Programme für die nächste Saison einstudieren.
Minerva Hase/Nikita Volodin krönen sich zum
Weltmeister
(DEU, 27.03.2026 / Fotos: ISU) Zum krönenden Abschluss der
Olympiasaison haben Minerva Hase / Nikita Volodin bei den
Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag die Goldmedaille im
Paarlaufen gewonnen. Ihre Team-Kollegen Annika Hocke / Robert
Kunkel wurden starke WM-Siebte und zeigten als erstes Paar in
einem Wettbewerb den spektakulären Headbanger.
Was für ein emotionaler Abend! Von einem Meer an deutschen Fans und
Fahnen unterstützt und gefeiert holten Minerva Hase / Nikita Volodin WM-
Gold in Prag. Damit haben die Paarläufer aus Berlin den WM-
Medaillensatz komplett: Nach Bronze 2024 bei der WM in Montreal und
Silber bei der WM 2025 in Boston folgte in Prag vor einer fantastischen
Kulisse in der O2-Arena die Krönung mit dem goldenen WM-Titel. Mit
einer neuen Bestleistung von 228,33 Punkten waren die deutschen
Paarlauf-Stars nicht zu schlagen und setzten sich mit fast zehn Punkten
Vorsprung vor den georgischen Europameistern Anastasiia Metelkina /
Luka Berulava (218,41 Punkte) und den Kanadiern Lia Pereira / Trennt
Michaud (216,09 Punkte) durch.
"Weltmeister zu sein, ist ein unglaubliches Gefühl", sagt Minerva Hase.
"Es ist sehr schön, die Saison auf so einem hohen Level mit zwei so
guten Programmen zu beenden. Das Gefühl in der ganzen Kür war sehr
besonders. Auch wenn der Fehler beim Salchow da war, haben wir das
Programm nicht verloren. Wir sind von Anfang bis Ende mutig und mit
Schwung gelaufen. Diese Masse an Menschen, die in der Arena war, hat
uns so viel Kraft gegeben. Es war nach der Kür sehr emotional, die
ganzen Zuschauer zu hören, den Moment wollten wir so lange wie
möglich genießen."
Für Nikita Volodin ist mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft ein
Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. "Es war mein Traum, Weltmeister
zu werden und jetzt ist es meine Geschichte. Es geschafft zu haben, gibt
mir ein sehr gutes Gefühl", sagt der 26-Jährige. Für den deutschen
Eiskunstlauf ist es das erste WM-Gold seit acht Jahren. Die
Olympiasieger Aljona Savchenko / Bruno Massot hatten zuvor 2018
zuletzt den WM-Titel gewonnen. Mit Olympia-Bronze, EM-Silber und WM-
Gold können Minerva Hase / Nikita Volodin stolz auf ihre erfolgreichste
Saison blicken.
Hocke/Kunkel mit Headbanger-Premiere WM-
Siebte
Auch das zweite deutsche Paar, Annika Hocke / Robert Kunkel, sorgte für
Furore. Die Berliner kämpften sich mit einer starken Kür vom zehnten
Rang aus dem Kurzprogram noch auf den siebten Platz nach vorne. Mit
194,11 Punkten erreichten die Olympia-Zehnten exakt die gleiche
Punktzahl wie bei den Olympischen Winterspielen in Mailand.
Begeisterung und Staunen entfachten die Deutschen Vizemeister am
Ende ihres Programms mit einer Überraschung: Als erstes Paar zeigten
sie im Wettbewerb den spektakulären Headbanger, den sie bisher nur in
Shows präsentierten.
"Wir sind überglücklich, ich bin sprachlos, die Zuschauer waren
unglaublich und wir sind froh unseren Trainern so ein schönes
Saisonende bereitet zu haben", sagt Annika Hocke unmittelbar nach dem
Wettkampf. "Die Standing Ovations waren wie schon bei Olympia
überragend. Es ist toll, so ein Feedback vom Publikum zu bekommen,
dafür machen wir das. Wir wollten mit dem Headbanger etwas zeigen,
was noch kein Paar vor uns gemacht hat", berichtet Robert Kunkel. An
diesem denkwürdigen Abend für das deutsche Paarlaufen waren mehr als
13.000 Zuschauer in der Eishalle und feierten eine große Eiskunstlauf-
Party. Bei der Siegerehrung gab es erstmals ein Feuerwerk
.
Genrikh Gartung qualifiziert sich beim WM-
Debüt fürs Finale
(DEU, 27.03.2026, Foto: © ISU) Der Deutsche Meister Genrikh
Gartung hat sich bei seinen ersten Weltmeisterschaften für das
Finale qualifiziert. Als jüngster Teilnehmer im Feld schaffte der 18-
Jährige vom EC Oberstdorf den Sprung in die Kür-Entscheidung der
weltbesten Läufer.
Bei seinem WM-Debüt bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag
(Tschechien; 25. bis 29. März) wagte Genrikh Gartung zum ersten Mal in
seinem Kurzprogramm zwei Vierfache und wurde für sein Risiko mit dem
Final-Einzug belohnt. Zum Auftakt stand der Junioren-WM-Elfte die
Kombination Vierfach-Flip-Dreifach-Toeloop. Die beiden weiteren Sprung-
Elemente, Vierfach-Lutz und Dreifach-Axel landete der EM-Finalist,
musste aber umsteigen und verlor dadurch Punkte. Was die Qualifikation
spannend machte. Mit 73,20 Punkten zog er mit Platz 23 schließlich noch
ins Kür-Finale ein und darf sich am Samstag (28. März) erneut auf der
großen WM-Bühne präsentieren.
"Ich habe mich heute gut gefühlt, die Landung beim Axel und Lutz hat
nicht ganz geklappt, aber es war okay", sagte Genrikh Gartung
unmittelbar nach dem Lauf zu seiner Leistung, als der Finaleinzug noch
nicht feststand. "Es waren viele Menschen und Fans in der Halle und
viele Deutschland-Fahnen, das war super. Ich hatte mehr
Selbstbewusstsein und war ruhiger als bei den Europameisterschaften.
Für die nächste Saison werde ich zwei neue Programme einstudieren und
möchte noch mehr Sicherheit gewinnen."
Seine beiden Trainer sind über das Auftreten ihres Schützlings bei der
WM-Premiere erfreut. "Genrikh hat heute zum ersten Mal zwei Vierfache
in einem Kurzprogramm gemacht und diese Hürde im Kopf mit Blick auf
die nächste Saison schonmal genommen", sagte Niko Ulanovsky. "Ich bin
megastolz auf Genrikh, er hat das bei seiner ersten WM so gut gemacht.
Er ist selbstbewusst geblieben und hat versucht alles zu geben. Es waren
ein paar kleine Fehler dabei, aber es hat fürs Finale gereicht und das ist
das, was zählt", meinte Ria Schiffner. In der Kür kann Genrikh Gartung
sein Potenzial zeigen und zum Abschluss seiner langen Saison die
fantastische Sport-Entertainment-Bühne der Eiskunstlauf-WM in Prag
genießen.
Janse van Rensburg/Steffan stehen im
Eistanz-WM-Finale
Die Olympia-Teilnehmer im Eistanzen Jennifer Janse van Rensburg /
Benjamin Steffan haben bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag
das Eistanz-Finale erreicht. Damit dürfen die Oberstdorfer in dieser
Saison endlich bei einem internationalen Highlight ihre Tango-Kür
präsentieren.
Die EM-Teilnahme in Sheffield im Januar mussten Jennifer Janse van
Rensburg/Benjamin Steffan krankheitsbedingt absagen, bei den
Olympischen Winterspielen verpassten sie das angestrebte Kürtanz-
Finale. Bei den Weltmeisterschaften in Prag konnten die fünfmaligen
Deutschen Meister endlich zeigen, was sie können. Mit 71,02 Punkten
und Platz 17 qualifizierten sich die Olympia-Teilnehmer für das WM-Finale
der besten 20 Paare. Den Twizzle, die verhängnisvolle Stelle mit dem
Fehler, der das Olympia-Finale kostete, konnte Benjamin Steffan diesmal
souverän meistern. Auch sonst erhielten alle Elemente Pluspunkte. Die
Freude am Ende des Programms war bei den Eistänzern, die schon zehn
Jahre zusammenlaufen, dementsprechend groß.
"Es ist sehr toll, dass wir im Finale stehen. Wir freuen uns, dass wir
morgen nochmal die Chance bekommen, unsere Kür vor so einem
Publikum zu zeigen. Das ist ein Programm, das uns sehr am Herzen liegt
und uns wahnsinnig Spaß macht", sagt Benjamin Steffan, der den Twizzle
von Mailand noch im Kopf hatte, das Element aber durch das
Zurückholen von Automatismen und die Konzentration auf technische
Eckpunkte in Prag sauber aufs Eis bringen konnte. "Heute war es das
Ziel, den Rhythm Dance nochmal zu genießen. Es war das letzte Mal in
dieser Saison, dass wir dieses Programm auf internationaler Bühne
gelaufen sind. Das ist uns sehr gut gelungen." Jennifer Janse van
Rensburg schwärmte von der Atmosphäre: "Das Publikum ist der
Wahnsinn. Man sieht sehr viele deutsche Flaggen." Das Eistanz-Kürfinale
bildet am Samstagabend (28. März) den stimmungsvollen Abschluss der
WM-Wettbewerbe.
DEU-Sportdirektor Jens ter Laak: "Wir haben
Bronze gewonnen, nicht Gold verloren!"
(DEU, 23.02.2026) Am Sonntag gingen die Olympischen Winterspiele
2026 in Mailand/Cortina mit der Abschlussfeier in Verona zu Ende.
Größter Erfolg für die Deutsche Eislauf-Union war der Gewinn der
Bronzemedaille im Paarlaufen durch Minerva Hase/Nikita Volodin. Eine
Top Ten-Platzierung erreichte das zweite Paar Annika Hocke/Robert
Kunkel. Das Einstanz-Finale verpassten Jennifer Janse van
Rensburg/Benjamin Steffan. DEU-Sportdirektor Jens ter Laak zieht im
Interview ein Olympia-Fazit und blickt auf die anstehenden
Weltmeisterschaften in Prag und den nächsten Olympiazyklus voraus.
Jens ter Laak, wie fällt Ihr Fazit zum Abschneiden des DEU-Teams in
Mailand aus?
Jens ter Laak: Wir haben Bronze gewonnen, nicht Gold verloren! Nach
acht Jahren die erste olympische Medaille ist bei lediglich zwei besetzten
Disziplinen von fünf Medaillenentscheidungen eine gute Quote für die
Deutsche Eislauf-Union und ein besonderer Erfolg für das noch junge
Team „Miniki“ (Minerva und Nikita), die sich seit 2023 dem internationalen
Wettbewerb stellen. Auch mit der Top Ten-Platzierung von Annika und
Robert hat sich das Paarlaufen sehr gut präsentiert. Wir sind sehr stolz
auf diese Leistungen.
Im Eistanzen wurde das Finale nicht erreicht. Wie kam das?
Jens ter Laak: In der zweiten Disziplin, bei der wir dabei waren, dem
Eistanzen, können wir nicht zufrieden sein, da wir mit einem Einzug ins
Kürfinale fest gerechnet haben. Hier ist es nicht gelaufen, wie gedacht.
Auch Jennifer und Benjamin durften sich mehr ausrechnen. Ein Fehler
reicht oftmals schon, um in diesem hochkarätigen Feld auszuscheiden.
Wie haben sich die deutschen Eiskunstläufer*innen als Teil der
deutschen Olympiamannschaft präsentiert?
Jens ter Laak: Unser Sport ist von Ästhetik geprägt und lebt von
Präsenz, daher wissen unsere Athletinnen und Athleten ganz gut, wie
man sich richtig verkauft. Das lernen sie von klein auf. Wir haben die
Sportler*innen zudem mit einem Medientraining vorbereitet. Auch im
Kontakt mit Politikern oder Journalisten ist unser Team präsent.
Welche Bedeutung hat der Medaillenerfolg von Minerva Hase/Nikita
Volodin für den deutschen Eiskunstlauf?
Jens ter Laak: Wir können zeigen, dass wir zumindest in einer Disziplin
mit der absoluten Weltspitze konkurrieren und uns im internationalen Feld
vorne behaupten können. Der Erfolg von Paaren ist nicht unbedingt der
Herkunft geschuldet, sondern der richtigen Zusammenstellung. Ein Duo
muss harmonieren, d.h. bspw. Größe, Kraft, Hebelwirkung und die
Chemie müssen stimmen. Das ist uns bei Minerva und Nikita sichtbar
gelungen. Auch wenn wir im Einzellaufen aktuell nicht vertreten sind,
fallen Paarläufer und Eistänzer nicht vom Himmel. Bei der
disziplinscharfen Förderbetrachtung unseres Staates muss genau dies
Berücksichtigung finden. Ohne Einzellaufen keine Paare und Eistänzer.
Die deutsche Presse hat nach dem Gewinn der Bronzemedaille von
Minerva Hase/Nikita Volodin an vielen Stellen von einer Gold-
Enttäuschung gesprochen. Ist so eine Berichterstattung respektvoll
gegenüber den Sportlern und wie zufrieden sind Sie als
Sportdirektor mit der Leistung?
Jens ter Laak: Die Deutschen suchen gerne „das Haar in der Suppe“,
das macht auch vor der Presse keinen Halt. Man will vom Drama lesen
oder hören, offensichtlich Teil der DNA. Die Japaner sind die Kür ihres
Lebens gelaufen, dies muss man neidlos anerkennen. Vielleicht wäre mit
dem dreifachen Salchow von Minerva noch Silber drin gewesen, aber das
ist Spekulation. Nach drei Jahren Zusammenarbeit Bronze, andere
schaffen es ein ganzes Sportlerleben nicht. Der Respekt vor der
sportlichen Leistung fehlt in Deutschland leider generell, auch bei der
wirtschaftlichen Wertschätzung einer Medaille im Vergleich zu anderen
Nationen.
Die Sportart Eiskunstlaufen hat während der Olympischen
Winterspiele für hohe Einschaltquoten gesorgt und war auch in den
sozialen Medien omnipräsent. Welchen Platz in den Medien,
insbesondere in TV und Livestreams, hätte die Sportart verdient?
Jens ter Laak: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat vor vielen Jahren
beschlossen, dass wir nicht interessant sind. Wir sind bei den
Winterspielen das Premiumevent, was man an den märchenhaften
Kartenpreisen besonders deutlich merkt. Die Einschaltquoten sprechen
ebenfalls dafür. Es wäre angemessen, wenn sich die Sender im
Eiskunstlaufen wieder breiter aufstellen und der Sportart einen höheren
Stellenwert beimessen. Die DEU bietet in der Zusammenarbeit mit den
Medien gerne ihre Expertise an.
Nach den Spielen ist vor den Spielen. Ein neuer Olympiazyklus mit
den Olympischen Winterspielen 2030 in den französischen Alpen am
Horizont beginnt. Welche Weichen will die DEU stellen, um in vier
Jahren wieder in allen Disziplinen und dem Team-Wettbewerb
vertreten zu sein?
Jens ter Laak: Wir müssen konstatieren, dass wir in den
Einzeldisziplinen den Anschluss verloren und neu aufzubauen haben.
Einige hoffnungsvolle Talente warten im Nachwuchs- und Juniorenalter,
die es über die nächsten Jahre zu entwickeln gilt. Hierfür haben wir
Projekte zur Entwicklung der Höchstschwierigkeiten, Dreifach- und
Vierfachsprünge, zusammen mit dem IAT ins Leben gerufen. Ein weiteres
Projekt in der Talententwicklung ist in Arbeit.
Unsere verbliebenen drei Bundesstützpunkte Berlin, Dortmund und
Oberstdorf sind infrastrukturell in die Jahre gekommen, das
Trainerpersonal ist im oder vor dem Ruhestandsalter und frischer Wind
fehlt, da der Trainerberuf in Deutschland keine Wertschätzung erfährt. Wir
werden versuchen, die Talente in starke Trainingsgruppen zu entsenden,
auch im Ausland. An den Bundesstützpunkten muss eine neue
Sportlergeneration heranwachsen, dies wird dauern, denn auch die
Trainerstruktur muss neu aufgebaut werden. Hierzu bedarf es einer
anderen finanziellen Ausstattung. Ziel muss es sein, in vier Jahren in allen
Disziplinen wieder dabei zu sein.
Welcher Stellschrauben bedarf es im Einzellaufen?
Jens ter Laak: Als frühspezialisierende Sportart konkurrieren wir mit
Ländern, die auf eine Präsenzpflicht in der Schule verzichten und
Distanzbeschulung anbieten. Auch die europäischen Länder um uns
herum. Deutschland verliert in verschiedenen Lebensbereichen den
Anschluss, weil wir nicht bereit sind, uns auf veränderte Bedingungen
einzulassen. Schule und Sport ist Ländersache, der Föderalismus in der
Sportförderung ein absolutes Problem. Im Einzellaufen sind die Kinder
deutlich jünger als in den Paarkonkurrenzen. Früh übt sich. Wenn man
die Lernzeitfenster im Eiskunstlaufen nicht passend ausfüllt, verliert man
früh den Anschluss. Die Umfänge und Inhalte sind bei uns zu gering und
müssten adaptiert werden. Das geht nur mit anderen Konzepten. Die
können wir schreiben, aber nur mithilfe der Schulträger umsetzen. Wir
werden nicht müde, unsere Forderungen zu platzieren. Einstweilen
werden wir nur im Rahmen unserer Möglichkeiten tätig werden können.
Diese liegen in der Verbesserung der Trainingsqualität.
Gibt es schon Informationen zu den weiteren Zukunftsplänen von
Minerva Hase/Nikita Volodin?
Jens ter Laak: Beide haben sich klar positioniert, die Planung des neuen
Zyklus folgt nach der Saison. Aber das Alter und der Ehrgeiz lässt uns als
Verband positiv in die Zukunft schauen. Die Zielstellung folgt.
Die Saison ist für die Eiskunstläufer noch nicht vorbei. Mit welchen
Aussichten und Zielstellungen tritt das nominierte DEU-Team bei
den Weltmeisterschaften Ende März in Prag an?
Jens ter Laak: Wer zwei WM-Medaillen hat, wird auch eine weitere bei
der WM erringen wollen. Minerva und Nikita gehen mit diesem Anspruch
an den Start, aber auch hier gilt – wie bei den Spielen – die Konkurrenz
der besten fünf bis sechs Paare lässt keinen Automatismus zu. Annika
und Robert können ihre gute Form erneut unter Beweis stellen und die
Saison vielleicht mit einer noch besseren Platzierung beenden. Im
Eistanzen haben Jennifer und Benjamin die Möglichkeit, sich mit einem
fehlerfreien Rhythmustanz für das Finale zu empfehlen. Mit Genrikh
Gartung tritt ein Neuling auf das WM-Meisterschaftsparkett im
Seniorenbereich. Hier lassen wir uns überraschen, ob er mit der neuen
Herausforderung gut umgehen kann. Das Talent ist jedenfalls mehr als
ausreichend. Wir bleiben zuversichtlich und gespannt.
Die deutschen Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen 2026 -
v.l.n.r.: Minerva Hase / Nikita Volodin (Berliner SV 1892 / BER), Annika
Hocke / Robert Kunkel (SC Charlottenburg / BER), Jennifer Janse van
Rensburg / Benjamin Steffan (EC Oberstdorf / BAY) - Fotos: © Picture
Alliance
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